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„Gemeinsam auf der Trasse! Aber sicher!"

18.07.18
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Sicherheit

© Sabine Krämer-Kox, Prävention und Information auf der Trasse



© Sabine Krämer-Kox, Veranstalter Polizei und Verkehrswacht



© Sabine Krämer-Kox, Viel los speziell zur Ferienzeit



© Sabine Krämer-Kox, Verkehrsinfo



© Sabine Krämer-Kox, Geteilter Weg-nicht getrennt



© Sabine Krämer-Kox, Bremsweg-Messung



© Sabine Krämer-Kox, Ebenfalls Bremstest _-(



© Sabine Krämer-Kox, Auf dem vorletzten Platz



© Sabine Krämer-Kox, Nur Raser sind unbeliebter



© Sabine Krämer-Kox, Freundlich fährt man besser


so lautete am 18.07.2018 das Motto zum Auftakt einer Reihe von Präventionsveranstaltungen der Polizei Wuppertal (Remscheid) und der Polizei des Rheinisch-Bergischen Kreises, in Kooperation mit der Verkehrswacht Remscheid.

 

 Die Freunde und Helfer der Polizei sowie Vertreter der Verkehrswacht hatten sich als Tatort der Aktion den Knotenpunkt 28 in Remscheid-Bergisch Born ausgesucht, wo nicht nur Bergischer Panorama-Radweg und Balkantrasse aufeinandertreffen, sondern auch ein Stückchen weiter Remscheid einen Berührungspunkt mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis hat (Wermelskirchen). 

Die Stelle bot bei besten Wetter ausreichend Platz für regen Informationsaustausch und/oder Beratungsgespräche bei Wasser und Brot - letzteres musste selber mitgebracht werden - oder bei Kaffee und Bananen, die freundlicherweise von der Verkehrswacht zur Verfügung gestellt worden waren.

Gegenseitige Rücksichtnahme bringt fröhliches Miteinander
Während der Sommerferien 2018 sollen die vielfältigen Bahntrassen-Nutzer durch Gespräche, Vorführungen und Infostände zu besonnenem Fahren sowie gegenseitige Rücksichtnahme auf der Trasse motiviert werden. Bereits in der Vergangenheit ist die Aktion auf reges Interesse der Passanten auf der Trasse gestoßen.

Gemeinsamer Geh- und Radweg
Nicht alles, was „Radweg“  heißt, ist auch (ausschließlich) einer.  Die interviewten Polizisten betonten, dass es sich – entgegen der Ansicht einiger Radfahrer – bei den Panorama-Radwegen nicht um Wege nur für Radfahrer, sondern auch für Radfahrer handele. Zur Verdeutlichung wurde Verkehrszeichen 240 „Gemeinsamer Geh- und Radweg“ herangezogen. Auf Balkantrasse und Bergischem Panorama-Radweg teilen sich die Nutzer einen Weg – d. h. es gibt – anders als beispielsweise  auf der Nordbahntrasse in Wuppertal  -  keine Trennung links Radfahrer, rechts Fußgänger.

Polizei und Verkehrswacht appellieren deshalb an die Vernunft der zahlreichen unterschiedlichen Nutzer – Fußgänger jeglichen Alters, Gassi-Gänger, Radfahrer, Jogger, Skater u. v. a. m. – und wollen durch Aufklärung um Verständnis werben, statt durch Androhung von Sanktionen die Fronten zu verhärten. Die Fahrradstreifen (= Polizisten/innen auf einem Fahrrad - nicht zu verwechseln mit „Radfahrstreifen“ oder Fahrbahnmarkierungen), die zeitweise auf der Trasse anzutreffen sind, zielen in erster Linie auf die Sicherheit der Nutzer ab, nicht auf deren Überwachung. Dennoch kann es sein, dass Radler, die fahrend mit Handy am Ohr angetroffen werden, ein Knöllchen  riskieren (was letztlich ihrer eigenen Sicherheit dient). Regelmäßiges Streife-Radeln kann z. B. der Zerstörungswut von Randalierern einen Riegel vorschieben. Vandalismus ist leider auch auf der Trasse ein Thema, wenn auch kein gravierendes.

Bisher ist es auf der Trasse zu erfreulich wenigen Unfällen gekommen – Stephan Keller  [Polizei Wuppertal (Remscheid)] vermutet aber eine höhere „Dunkelziffer“ von Fällen, die die Beteiligten entweder einvernehmlich geregelt haben oder  Vorfälle, die mangels Aussicht auf Aufklärung, nicht zur Anzeige gebracht wurden –darüber hinaus Alleinunfälle (Stürze etc. ohne Fremdeinwirkung) mit leichten Verletzungen. Nichtsdestotrotz ereignete sich ein Zusammenstoß mit Todesfolge auf dem Panorama-Radweg zwischen einem Smombie und einem Senior, beide zu Fuß.

Hut ab, Helm auf
Dem Schutz des Kopfes widmeten die Ordnungshüter und Vertreter der Verkehrswacht besonderes Augenmerk. Es wurden ca. 400 Radler mit und rd. 80 ohne Helm gezählt. Auch wenn der ADFC nicht für Helmpflicht plädiert, ist der Schutz des Kopfes durch einen Helm sicher sinnvoll. Dass offenbar mittlerweile die Mehrheit der Radler freiwillig „behütet“ radelt, zeugt von Eigenverantwortung.

Falsche Einstellung
Defizite zeigten sich dagegen in der Einstellung der Befestigungen. Ein falsch getragener Helm kann im Zweifelsfall unwirksam oder sogar kontraproduktiv sein. Die freundlichen Helfer von Polizei und Verkehrswacht änderten daher bei dem einen oder andern Radler die Einstellung … der Helmbefestigung.

Ein Helm sollte übrigens nach einem Sturz sofort bzw. allgemein nach ca. fünf – sechs  Jahren (Materialermüdung)  erneuert werden. Neben dem Schutz des Kopfes haben Helme – je nach Farbe - auch Signalwirkung oder dienen als Sonnen-/Regenschutz, letzteres besonders im Bergischen ggf. recht nützlich.

Huch, quietsch, krach ….
Die Präventionsaktion wollte nicht nur Köpfe schützen, sondern auch  Augen öffnen. Anhand einer „Bremsweg-Messung“ wurde verdeutlicht, wie lang es je nach Geschwindigkeit dauern kann, bis ein Fahrrad zum Halten kommt. Diese Gefahr wird  von den meisten Radfahrern unterschätzt.

Trassen-Buhmänner(-frauen)
Rennradfahrer belegen Rang 1 der nach oben offenen Unbeliebtheitsskala der Bahntrassen-Nutzer, wie sich aus Gesprächen zwischen Polizei, Verkehrswacht und Fußgängern sowie Radfahrern ergab. Zum Thema Trassen-Tempo gab die Polizei die Auskunft, Geschwindigkeitsbeschränkungen gebe nicht, in Anwesenheit von Fußgängern, müssen Radfahrer  jedoch ihr Tempo anpassen. Fußgängern empfiehlt die Polizei, auf der linken Seite zu gehen, damit sie „Auge in Auge“ mit den entgegen kommenden Radfahrenden sind.

Platz zwei der Negativwertung halten die Hundebesitzer inne, die zwar oft zu einer (ungewollten) Entschleunigung von Radfahrern sorgen, sollte dies jedoch zu abrupt erfolgen, können böse Verletzungen die Folge sein.

Fazit: Freizeitraum für alle
Die Trasse ist kein Freiraum für Radfahrer, sondern vielmehr ein „Freizeitraum“, der allen offen steht. Bei der Vielfältigkeit der Nutzungsmöglichkeiten, kommt es zwangsläufig zu Interessenskonflikten. Grundsätzlich gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, denn schließlich soll die Nutzung der Erholung dienen und Freude bereiten. Tempolimits existieren nicht, in Anwesenheit von Fußgängern, müssen Radfahrer  ihr jedoch Tempo anpassen. Fußgängern empfiehlt die Polizei, auf der linken Seite zu gehen, damit sie „Auge in Auge“ mit den entgegen kommenden Radfahrenden sind. Der Spruch aus Grundschulzeiten „Schau links, schau rechts, geh´  (bzw. fahr´)  geradeaus“ kann sich bei Nutzung der Trasse durchaus als nützlich erweisen. Ebenso kann ein Blick zurück nie schaden!

Tipp: Freundlich fährt man besser
Zum guten  „Trassenklima“ trägt oft ein „Dankeschön“ von Radfahrern an Fußgänger, die zur Seite gehen, oder an Hundebesitzer, die ihren vierbeinigen Gefährten bei Fuß bzw. an der (kurzen) Leine halten, bei. So bleiben Bahntrassen(rad)wege Orte, die alle sicher gerne nutzen.  


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