Aktuelles

Freu(n)de und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e. V.

20.03.19
Kategorie: Presse

© Sabine Krämer-Kox, Mitgliederversammlung am 20.03.2019



© Sabine Krämer-Kox, Spaciges Graffito auf Gerätecontainer



© Sabine Krämer-Kox, Graffiti am Bf Pattscheid



© Sabine Krämer-Kox, Blickfang an der Balkantrasse



© Sabine Krämer-Kox, Schienbus am Ende des Tunnels



© Sabine Krämer-Kox, Prozession der Spinner



© Sabine Krämer-Kox, Deutlich erkennbar - die gefährlichen Haare



© Sabine Krämer-Kox, Gespinnst des Eichenprozessionsspinners



© Sabine Krämer-Kox, Freie Sicht von der Balkantrasse auf das Bergische Land - unserer Heimat



© Sabine Krämer-Kox, Men@work - warum eigentlich keine Frauen?



© Sabine Krämer-Kox, Auf die Bäume ihr Radler, die Trasse wird gefegt



© Sabine Krämer-Kox, Fahrrad-Demo Juni 2018



© Sabine Krämer-Kox, Anschluss P&R Parkplatz und Bahnhofsbrücke



© Sabine Krämer-Kox, Die Trasse wird länger: Fahrtrichtung Imbacher Weg



© Sabine Krämer-Kox, Man erkennt schon, was es werden soll



© Sabine Krämer-Kox, Bridge over troubled traffic



© Sabine Krämer-Kox, Eins der drei Brückenbauwerke



© Sabine Krämer-Kox, Aufwändige Brückengutachten bleiben dem Verein erspart



© Sabine Krämer-Kox, Anschluss P&R Parkplatz und Bahnhofsbrücke



© Sabine Krämer-Kox, Auf zu neuen Ufern



© Sabine Krämer-Kox, In Burscheid lauert bereits ein Fahrzeug auf die Wiederinbetriebnahme der Schienenstrecke


 

60 der aktuell 2.285 Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e. V. waren am 20.03.2019 der Einladung des Vorstands zur Mitgliederversammlung 2019 gefolgt. Petra Haller, 1. Vorsitzende des Vereins, blickte zufrieden auf das vergangene Jahr zurück.  

Neues für den Förderverein
Der Verein ist nach wie vor finanziell gut aufgestellt, sodass im letzten Jahr einige Anschaffungen getätigt werden konnten, die die Pflege und Instandhaltung des 5,5 km langen Abschnitts des Panorama-Radwegs Balkantrasse zwischen Opladen und Burscheid erleichtern bzw. ökologischer gestalten. 

Hier war zunächst ein E-Lastenrad zum Transport von Arbeitsgeräten (und Enkelkindern ;-) zu nennen,  durch dessen Einsatz Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf dem Leverkusener Trassenabschnitt leise und umweltfreundlich umgangen werden können. Zur Unterbringung  diverser Gerätschaften wurde ein 2. Container angeschafft, den ein Graffiti-Künstler mit „spacigen“  Motiven verziert hat.  Ein weiterer Augenschmaus bietet sich den Trassenradlern am ehemaligen Bahnhof Pattscheid, wo seit letztem Jahr ein künstlerisches Graffito die Stützmauer schmückt. Ein gewisser Ehrenkodex unter Graffiti-Sprayern verhindert das „unqualifizierte“  Übersprühen. Ein besonderer Blickfang ist der von Andreas Nigge gesprayte Schienenbus, der aus dem Dunkel des ehemaligen Wartehäuschens ungebremst auf die Radfahrenden auf der Balkantrasse zufährt – ggf. wäre hier noch eine Schrankenanlage zum Schutz der Radlerinnen und Radler erforderlich... Besonders erfreulich ist, dass dieses Graffito durch die Einzelspende eines Mitglieds ermöglicht wurde. Der edle Spender wollte jedoch nicht genannt werden.  Zur Erhöhung der Sicherheit wurden  an der neuen Zuwegung „Auf dem Bohnbüchel“ zwei Umlaufsperren errichtet. Leider nehmen einige (Montain)biker den Begriff „Umfahrsperre“ wörtlich und fahren seitlich an der Sperre vorbei.  

Gefährdung durch Spinner
Hiermit sind nicht rücksichtslose Radfahrende gemeint, sondern kleine, langsame, gefräßige Tierchen. Bereits  im Mai/Juni vorigen Jahres wurde an einigen Eichen an der Grenze zu Burscheid der  Eichenprozessionsspinner gesichtet, der auch bundesweit für Aufsehen sorgte. Seinerzeit wurden die Bereiche mit Flatterband abgesperrt.  Auch dieses Jahr steht jedoch zu befürchten, dass die Raupen in „Prozessionen“  die Stämme hinunterpilgern. Die  Haare dieser Raupen können noch  im Umkreis von über 10 Metern bei Mensch und Tier (z. B. Hund) heftige allergische Reaktionen hervorrufen, insbesondere wenn sie in die Schleimhäute gelangen. Auch von alten Nestern (Gespinnsten)  geht noch eine Gefahr aus. Wer eine Prozession (s. Foto) beobachtet, sollte nicht zögern, die Feuerwehr  112 zu verständigen, damit die Gefahrenzone sofort abgesperrt werden kann.  Auch die Freunde und Förderer der Balkantrasse werden dem  Prozessionsspinner im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht buchstäblich zu Leibe rücken – dies ist allerdings nur mit Schutzausrüstung möglich. Für alle anderen gilt: Finger (und vor allem Nase) weg von den Raupen! Die Eichen selber  sind durch den Raupenbefall in ihrem Bestand nicht akut gefährdet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eichen-Prozessionsspinner

Mein Freund der Baum ist krank
Anders sieht es bei den Eschen aus, die ca. 80 Prozent des Trassenbegleitgrüns ausmachen. Vor zwei Jahren wurde ein Pilzbefall festgestellt. Der Befall (zunächst an den unteren Blattspitzen) hat sich im letzten Jahr bedingt durch die Trockenheit zwar langsamer ausgebreitet, wird aber nach wie vor eine ernste Bedrohung des Eschenbestandes darstellen. Es gibt derzeit kein Mittel gegen den Pilz, die befallenen Bäume sterben. Es ist nicht geplant, neue Bäume anzupflanzen, vielmehr setzt man auf Selbstaussaat.  Auch Ahorn-Bäume entlang der Trasse weisen Schäden auf. Letztes Endes werden vielleicht diejenigen auf ihre Kosten kommen, die derzeit fehlende Weitblicke auf den Panorama-Radwegen  bemängeln.

Ständig im Einsatz
Die Baumpflege und das Beseitigen toter Äste stellen derzeit den größten personellen und finanziellen Aufwand dar.  Aber die Ehrenamtler sind unermüdlich. Szenario: Ein Stürmischer Sonntagabend Anfang Februar. Opfer: ein Baum – leider vom Sturm zu Fall gebracht. Ein Ehrenamtler sitzt gemütlich zu Hause.  Der Notruf „Baum auf der Trasse“ trifft ein. Der Ehrenamtler fackelt nicht lange, greift zur Kettensäge und eilt - trotz Wind, Wetter und Dunkelheit - zum Einsatzort Balkantrasse.

2018 waren im Rahmen der Baumpflege und Verkehrssicherungspflicht sieben Personen an rd. 30 Baumgruppen mit Traktor, Winde, Kettensäge und Laubläser über 200 Stunden im Einsatz.  Darüber hinaus wird die Trasse zwischen Burscheid und Opladen regelmäßig mit „schwerem Gerät“ gekehrt.  Einzig Winterdienst bleibt den Vereinsmitgliedern erspart. Der Vorstand dankte den vielen unermüdlichen Helfern für ihre wertvollen Beitrage zum Erhalt des Fuß- und Radweges Balkantrasse.

Highlights 2018
Ein Lob erging gleichfalls an die knapp 130 Teilnehmer beim Stadtradeln, die 2018 - genau wie in den Vorjahren - allen anderen Leverkusenern kilometertechnisch davonradelten.

(Termin vormerken: 15.6. bis 5.7.2019: Stadtradeln in Leverkusen)

Ein weiteres Highlight 2018 war die Teilnahme des Vereins mit einem Stand auf der Opladener Bierbörse. Sonnenschein und hohe Temperaturen, bei denen so viel Bier wie nie zuvor  trockene Kehlen hinunter rann, bescherten dem  Förderverein Rekordeinnahmen. Traditionsgemäß stiftete Veranstalter Werner Nolden, früherer Vorsitzender des Vereins, die Einnahmen aus dem Bierverkauf der Vereinskasse.

Überbringer guter Nachrichten
Als überraschender Redner trat Leverkusens Oberbürgermeister Richrath auf den Plan, ausdrücklich in seiner Eigenschaft als „einfaches Mitglied des Fördervereins“ (nicht als OB). Hatte der Förderverein  im Juni letzten Jahres im Rahmen einer Fahrrad-Demo für den Lückenschluss noch provokant die Frage aufgeworfen, was wohl eher fertiggestellt sei -  der Berliner Flughafen oder der Anschluss der Balkantrasse an den Bahnhof Opladen -  konnte der OB jetzt mit der Antwort aufwarten: Der 2. Bauabschnitt  vom derzeitigen Trassenende am Imbacher Weg bis zum Bf  Opladen (bzw. dem dortigen Pendlerparkplatz) soll bis September 2019 abgeschlossen sein.

Lückenschluss Bf Opladen
 Ende November 2018 hatte man mit den ersten Rodungsarbeiten begonnen (wir berichteten). Mittlerweile sind Bahnschwellen- sowie Schienenreste entfernt und liegen zum Abtransport bereit. Jetzt muss noch der kontaminierte Schotter entfernt und  schlussendlich der Weg bereitet werden. Nach Errichtung eines Schutzzaunes zu den in Betrieb befindlichen Gleisanlagen kann dann ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Balkantrasse abgeschlossen werden.

Besonders froh ist der Förderverein darüber, dass ihm lediglich die Pflege des Radweges  inklusive eines 1 m breiten Streifens jeweils rechts und links davon obliegt.  (Anmerkung: Zwischen Imbacher Weg und Burscheid ist der Verein für das gesamte Gelände bis an die Gärten der Anlieger verantwortlich, und zwar  einschließlich Pflege und Sicherung von Baumbestand, Böschungen, Stützmauern, Brückenbauwerken und Zuwegungen, und zwar für 20 Jahre.)  Die sicherheitstechnischen Prüfungen und etwaige Instandsetzungen an den drei (!) Brückenbauwerken auf dem knapp 1 km langen zukünftigen Anschlussstück zum Bahnhof  fallen - im Gegensatz zum Rest der Strecke bis Burscheid – nicht in den Verantwortungsbereich des Vereins. Dies erspart dem Verein eine Stange Geld für statische Gutachten.

Auf zu neuen Ufern  durch Satzungsänderung
Aber der Verein schielt schon nach neuen Ufern (z. B. dem der Wupper) bzw. Wegen entlang selbiger. Einstimmig wurde darüber abgestimmt, § 2 der Satzung zu erweitern. Hier heißt es: „ Zweck des Vereins ist, die von Opladen nach Burscheid führende ehemalige Bahnstrecke 411, genannt Balkantrasse, einer zukünftigen Nutzung für die Bevölkerung zuzuführen und auf Dauer zu erhalten.“  Hinzugefügt werden soll  der Passus „sowie weitere Verbindungen zum lokalen und regionalen Radwegenetz zu fördern“. Diese Ergänzung soll es dem Verein ermöglichen,  sich für Projekte, beispielsweise der  Anbindung an die Rheinschiene oder nach Leichlingen, stark zu machen und ggf. finanzielle Unterstützung  zur Verfügung stellen. Neue Mitglieder und/oder Spenden sind also nach wie vor willkommen!

Vorstand wurde im Amt bestätigt
Der Vorstand, bestehend aus  der Vorsitzenden, Petra Haller,  deren Stellvertreter, Jürgen Wasse, und Schatzmeister, Manfred Haußmann, wurde für seine ausgezeichnete Arbeit gelobt und einstimmig für weitere zwei Jahre  im Amt bestätigt. Laut Satzungsänderung sollen Mitgliederversammlungen zukünftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden.


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