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Freiraum Fußgängerzone

29.01.18
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Mobilität

© Mathias Schwarz - Freiräume suchen


Auch der ADFC RheinBerg-Oberberg hat sich für die Öffnung der Fußgängerzone eingesetzt.

Der freie verfügbare Raum, um sich zu entfalten, wo ist er hin?

Statt entfalten - zusammenrücken. Das setzt ein Miteinander voraus.

 

Schon morgens ab 6 Uhr benötigen diesen Raum der Reinigungsdienst, die Zulieferer und die Pendler.

Unterwegs sind sie sehend oder blind zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Scooter, dem Rollator, dem Auto und den Sondermaschinen.

Sie frequentieren den Raum in Zeit und Ort, selten kollidieren sie. Mit unseren Sinnen nehmen wir sie wahr:

Es riecht bis hin es stinkt, nach Ausdünstungen, Abwässern, Reinigungsmitteln, Abgasen, Stall-Geruch der Geschäfte, Zigarettenqualm, es regnet vom Himmel der Industrieregen und nach einem Sturm eine Zeitlang der reine Regen,

der Nebel liegt am Boden und lichtet sich nur langsam. Auch liegt schon mal Schnee oder es gefriert.

 

Und in Gottes Stille platzt der Mensch mit Gähnen, Husten, Spucken, Röhren und Grölen. Hier lautes Gelächter und dort heimliches Murmeln. Ein Wecker oder ein Handy klingelt, Polizei- und Feuerwehr- sowie Krankenwagensirenen im Einsatz warnen lautstark, Kirchenglocken läuten, die Rathausuhr schlägt die Stunde. Ein Flugzeug überquert und Tauben durchfliegen die Fußgängerzone. Auch der domestizierte Hund verrichtet sein Geschäft und Herrchen/Frauchen schauen zu.

 

Die Bodenplatten sind nicht für alle Nutznießer geeignet. Es ist nicht der Klimawandel, der die Bodenplatten bricht oder hebt. Die Kunst im Raum und am Rand die Werbung in den Schaufenstern lenken ab und lassen  den Betrachter unachtsam werden. Die Geschäfte quellen im Inneren über und drängen dazu noch in die Fußgängerzone. Einzelne Stände füllen den "Leer-Raum" - immer möglichst nah am Kunden. Wo ist das Hinweisschild zur Radstation oder die mobile Mitte GL?

 

Und in diese Idylle ertönt das zarte Klingeln eines umsichtigen Radfahrers - das hat uns noch gefehlt! Wie das Wort es ja schon sagt, hat man ihn vermisst. Man kennt ihn schon, zwar 1.000-mal unerlaubt, doch nun wird er offiziell da sein. Sogar mit Lastenfahrrad "LARA". Kann das gut gehen? Weil so lange ausgesperrt, wird er nun ausgewildert. Wie nutzt er/sie den begrenzten Raum? Das Verständnis der Teilnehmer zu ihrer Fußgängerzone entfacht sich erneut. Oder wieviel Veränderung wird angenommen und wieviel Miteinander auf engstem Raum ist möglich. Aber das liegt nicht am Fahrrad selbst sondern an denen, die das Gefährt durch die Fußgängerzone leiten und denen, die den ganzen Raum für sich beanspruchen.

 

Warum dann eine Bewährungsphase von 365 Tagen und rund um die Uhr ganze 24 Stunden.

Und am Ende heißt es dann: Geht doch!

ENDE

... und verkehrspolitisch wird es spannend, wenn die Zubringer aus dem Bergischen durch GL geleitet werden müssen, um zur S-Bahn / mobile Mitte GL zu gelangen.

... und da ist noch ganz viel Luft bis zur Belastungsgrenze.

Dann lassen wir noch den Autoverkehr durch und die Straßenbahn. So wie früher.


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