Aktuelles

Fehlende Brücke bei Dörpe

31.07.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Verkehr

© Morty, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3421075



© Bernhard Werheid - Früher und Heute



© Bernhard Werheid - Das Sägewerk (links) hat sich breitgemacht, rechts geht es ins Tal



© Bernhard Werheid - Der Knotenpunkt 30 an der B237, 18% drohen



1995 ist die Wippertalbahn zwischen Bergisch Born und Wipperfürth stillgelegt worden. Dörpe wurde durch den sehr hohen Bahndamm dominiert (siehe Foto) . Um dem Autoverkehr auf der B237 mehr Platz zu verleihen wurde im Sommer 2004 wurde der Bahndamm großflächig abgetragen und der Tunnel durch den Bahndamm freigelegt.
2012 ist die Strecke dann im Rahmen des Regionale-2010-Projekts Wasserquintett Teil des Bergischen Panoramaradweges geworden. Bei Dörpe aber war der Bahndamm weg die Strecke unterbrochen. Seitdem geht es mit 18% Gefälle runter und 10% Steigung wieder auf die ehemalige Trasse. Schnell wurde die Idee einer Überspannung des Tales mit einer Brücke geboren – und ebenso schnell auch wieder verworfen. Die Kosten sollten sich auf eine Mio. € belaufen und dafür hatte man 2014 kein Geld.

Wie ein Treffen bei der Bergischen Struktur- und Wirtschafts-Förderungs-Gesellschaft am 8. Mai 2019 zeigt, ist das Thema: „Fehlende Brücke über die B 237 bei Dörpe (Hückeswagen-Wiehagen) im Zuge des Wasserquintett – Bahntrassen-Radweges“ immer noch im Fokus: Beim Wasserquintett und Teil des Panorama-Radwegs, Höhe Bergisch-Born/ Hückeswagen fehlt eine Brücke. Hier wurde ein Damm abgetragen, der aktuelle Weg weist eine Steigung/ Gefälle von 18-20% auf und birgt schon dadurch ein Gefahrenpotential, das sich bei Nässe und/oder Herbstlaub potenziert. Eine Initiative des ADFC ist an dieser Stelle aufgrund der Nothaushalte der Städte gescheitert. Die Kosten einer Brücke belaufen sich auf etwa 1 Mio. Euro, würden jedoch auf die Themen Tourismus & Freizeit sowie Alltagsmobilität einzahlen.“

Für sportlich trainierte Radler mögen 18% Steigung eine reizvolle Herausforderung sein, für Familien mit Kindern und „Normalradler“ ohne Pedelec stellt dies aber eine nur schwer zu bewältigende Hürde dar. Die in der Regel recht zügige Abfahrt auf den steilen Rampen wird zur Bundesstraße hin durch enge Umlaufschranken überraschend gebremst. Für kleinere oder vor allem größere Gruppen reicht der Stauraum vor diesen Drängelgittern nicht aus und auch die Querung der stark befahrenen B 237 kann durch die schmale Mittelinsel nur tropfenweise erfolgen. Nasses Laub auf den Rampen sorgt nicht nur in der herbstlichen Jahreszeit für einen gefährlichen Schmierfilm, der selbst bei Fahrrad schiebender Weise zu Stürzen mit bösen Folgen führen kann. Insgesamt gesehen ist das Neigungsverhältnis der Rampen nicht behindertengerecht und stellt für körperlich Gehandicapte eine unüberwindbare Hürde dar. Die Bedürfnisse von Mobilitätseingeschränkten, für die Panoramaradwege aufgrund der topografisch ebenen, glatt asphaltierten autofreien Ausbauweise ein ideales Terrain für eine sichere Bewegungsfreiheit darstellen, dürfen hier aber nicht verdrängt werden. Sie, die u.a. mit Rollatoren und Rollstühlen unterwegs sind, dürfen nach der UN-Behindertenrechtskonvention von einer barrierefreien Verkehrsteilnahme nicht ausgeschlossen werden.

 

 

Da Dörpe zum ADFC RheinBerg-Oberberg gehört, werden wir weiter am Ball bleiben und berichten.

 

 

 


© 2019 ADFC KV RheinBerg-Oberberg