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„Eltern werden ist nicht schwer,

29.11.16
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Verkehrspolitik

© Sabine Krämer-Kox, Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e.V.



© Sabine Krämer-Kox, Hier wird der Weg 4 Meter breit, vorher war er nur 3 Meter



© Sabine Krämer-Kox, Spuren von Vandalismus



© Sabine Krämer-Kox, Infotafeln :-) und Graffiti :-(



© Sabine Krämer-Kox, "Lustiger" Vandalismus



© Sabine Krämer-Kox, Holzi Holz Fällaktion



© Sabine Krämer-Kox, Rasender Trassendoktor



© Sabine Krämer-Kox, Fortsetzung folgt (Hier geht's bald weiter)


Eltern sein dagegen sehr“. In etwas abgewandelter Form können auch die rund 20 aktiven Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e. V. in LEV-Opladen ein Lied davon singen.

Zwar war es schon nicht leicht, „Eltern“ des gut 5 km langen Stückes des Panorama-Radweges Balkantrasse zwischen LEV-Opladen und Burscheid zu werden, aber jetzt obliegt ihnen die „Pflege“ dieses Kindes für weitere 20 Jahre.

Bedingung der Stadt Leverkusen für den Ausbau der ehemaligen Bahnstrecke "Balkantrasse" zu einem Rad- und Wanderweg war nämlich einerseits der Abschluss eines Betriebs- und Unterhaltungsvertrages mit der Stadt Leverkusen (Instandhaltung und Verkehrssicherung)  mit einer Laufzeit von 20 Jahren und andererseits die Aufbringung eines Eigenanteils in Höhe von rd. 400.000 €.

 

 

 

Der Verein verfügt per 24.11.2016 über 2.268 Mitglieder (1.074 davon sind zahlende Mitglieder, 1.194 deren Angehörige) – das bedeutet rein rechnerisch 4.536 Hände, die mit anpacken könnten („linke Hände“ inbegriffen ;-).

 

Zum Anpacken gibt es leider ziemlich viel: Bäume zurück schneiden, Totholz entfernen, Wurzeln in Brückennähe kappen, kranke Bäume fällen, Laub entfernen, Brombeeren und Unkraut in Schach halten, „pflanzliche Übergriffe“ auf Anrainer-Grundstücke verhindern.  Auch die Zuwegungen müssen gepflegt und gesichert werden. Wenn „Trassenbegleitgrün“  (Bäume) und „Spontanvegetation“ (Unkraut) im Winter ruhen, schlafen die Mitglieder des Fördervereins mitnichten. Wintereinbruch, d. h. Schneefall droht. Glücklicherweise bleibt Schnee selten lange liegen – in Bergisch Neukirchen verläuft die „Schneegrenze“.

 

Viel Zeit und Mühe erfordert auch die Beseitigung von Vandalismus-Schäden. Nicht allein haben Unbekannte die Infotafel am Trassen-Anfang (von LEV gesehen) umgeworfen, sie haben darüber hinaus versucht, diese anzuzünden. Auch die Behälter  mit Hundekotbeuteln werden angeflämmt (s. Foto) – die Hundekotbeutel verschwinden auf mysteriöse Weise – vielleicht finden sie Verwendung als Frühstückstüten?  Allein die Kosten für die Beschaffung  dieser  Beutel schlug  letztes Jahr mit rd. 1.000 € zu Buche.

Besonders ärgerlich sind „nachhaltige“ Graffiti  am ehem. Bahnhof in Pattscheid – sei es auf dem historischen Bahnhofsschild, an der Mauer, auf der Info-Tafel oder  im Wartehäuschen. Das gespendete Wartehäuschen in Höhe Atzlenbacher Str. stand kaum, da wurde schon eine Scheibe zerstört – Reparaturkosten 400 €. Auch die diversen Schilder werden regelmäßig mit Aufklebern „verunziert“, die mühsam entfernt werden müssen – auch wenn manche auf den ersten Blick  ganz lustig erscheinen (s. Foto).

 

Ein weiterer Störenfried der Trassenruhe ist ein Pilz, der seit einiger Zeit Eschen bedroht. Ein Großteil des Trassenbegleitgrüns bilden Eschen. Auch wenn es einen  „Flying Pflanzendoktor“ nebst Pflanzenapotheke gibt, der unermüdlich im Einsatz ist, kann im Falle des Pilzbefalls über kurz oder lang nur der Totenschein ausgestellt werden, d. h. die befallenen Bäume müssen gefällt und entfernt werden.

 

Zur Verkehrssicherung gehört auch eine jährliche Prüfung der zehn Brücken (8 über Straßen hinweg/2 darunter her) und sonstigen Bauwerke (z. B. Stützmauern) durch ein unabhängiges spezialisiertes Ingenieurbüro.  Ein  „Brückenteam“ des Vereins hat  in wochenlanger und teilweise akrobatischer Arbeit die Brückenwerke freigeschnitten, da der Pflanzenbewuchs von den Prüfern bemängelt worden war.

 

Aber – neben all diesen Arbeiten - will der Verein auch neue Projekte in Angriff nehmen: Zwischen Pattscheid und Bergisch Neukirchen ist eine neue Zuwegung „Auf dem Bohnbüchel“ geplant, eine Natursteinmauer an der Zuwegung Leverkusener Obstweg/Cronenberger Straße muss saniert werden und zusammen mit dem Opladener Geschichtsverein (OGV) sollen vermutlich im Frühjahr 2017 Info-Tafeln (fünf im A0-Format mit historischen Motiven, zehn in A2–quer mit Bildern und Texten zu einzelnen historischen Gebäuden/Orten und 2 Tafeln in A1–hoch zur Geschichte der Balkantrasse) aufgestellt werden. Für diese Tafeln wird übrigens noch dringend Bildmaterial gesucht: http://www.leverkusen.com/presse/db/presse.php?view=31799

 

Ein weiteres Projekt, das zusammen mit Schülern realisiert werden soll,. ist ein „Bienenbaum“.

Als größere Veranstaltung soll ein „Hindernislauf“ ausgerichtet werden.  (Einen Hindernislauf müssen im Übrigen alle Trassen-Nutzer an einigen Tagen mit besonders gutem Wetter vollführen: Der bisherige Nutzer-Rekord lag am 26. Mai 2016, Fronleichnam, bei 1.500 Radlern, die die Zählstelle an der Ortsgrenze Hilgen/Wermelskirchen „überfuhren“. Seit Juni 2015 wurden dort rd. 140.000 Radfahrer in beiden Richtungen erfasst.)

Im Reformationsjahr 2017 kann am 9. September  um 15.00 Uhr am Bahnhof Pattscheid ein Fahrrad-Gottesdienst besucht werden.

 

Eine weitere Neuerung könnte an Wochenenden in 2017 die Zustiegsmöglichkeit in einen Pendelbus mit Radanhänger sein,  mit dem Fahrrad- und Rollerfahrer sowie Skater entlang der Trasse „hoch“ gefahren werden, um dann entspannt und genussvoll  in Richtung Opladen  hinunter zu rolle(r)n.

 

Es gibt also viele Ideen für die kommenden 20 Jahre. Aber man blickt auch zufrieden auf Veranstaltungen in 2016 zurück:  ein Grillfest bei winterlichen Temperaturen am 29. April, an dem ca. 60 „Unverfrorene“ teilnahmen; Trassengeburtstag/Trassentreffen am 05. Juni (wir berichteten), Präsenz auf der Bierbörse zum „Generieren von Einnahmen“, Teilnahme am Stadtradeln (17.660 Kilometer mit 61 Mitgliedern).

 

Dies alles soll aufzeigen, dass eben nicht alles so selbstverständlich ist, wie man es möglicherweise empfinden mag,  wenn man die rund 5 Kilometer auf dem Panorama-Radweg Balkantrasse zwischen Burscheid und  Opladen befährt.

 

Unterstützen kann man den Verein

  • durch Beitritt zum Förderverein (Jahresbeitrag nur 12 Euro),
  • mit einer (steuerabzugsfähigen) Spende
  • oder insbesondere durch aktive Eigenleistung.

Mehr Infos zum Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e. V. finden sich hier:

http://www.balkantrasse.de

 

Fortsetzung folgt!

 

Ab 2017 sollen die 1,4 km bis zum Bahnhof ausgebaut werden – ebenfalls in 4 m Breite - allerdings diesmal in Regie der Stadt Leverkusen. Wenn Bezirks- und Landesregierung die Genehmigungen erteilt haben, könnte bereits in 2017 mit den Arbeiten begonnen werden. Der neue Abschnitt soll unmittelbar vor dem P & R-Parkplatz am Bahnhof Leverkusen-Opladen enden. Das heißt, Radfahrer müssen ihren Weg über diesen Parkplatz fortsetzen (die Kosten einer Wegführung über die Lützenkirchener Str. sind aufgrund der topographischen Gegebenheiten zu hoch).  In Wuppertal-Vohwinkel hat man mit der Wegführung zum Anschluss an die Nordbahntrasse über den Akzenta-Parkplatz eine ähnliche Kompromiss-Lösung gefunden.  Hauptsache ist doch: „Es geht weiter“!


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