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Ein neuer Radweg stellt sich vor: Der Agger-Sülz-Radweg

22.09.17
Kategorie: RheinBerg-Oberberg

Das Signet des Agger-Sülz Radweges



und das Höhenprofil



© Sabine Krämer-Kox, Ager-Sülz-Radweg



© Sabine Krämer-Kox, Bahnhof Rösrath



© Sabine Krämer-Kox, Pedalritter belagern Burg Wissem



© Sabine Krämer-Kox, Viele Politiker und ein rotes Tuch ...



© Sabine Krämer-Kox, ... es ist widerspenstig



© Sabine Krämer-Kox, Na bitte - mit vereinten Kräften geht´s



© Sabine Krämer-Kox, "LandRAD" läßt alle Hüllen fallen



© Sabine Krämer-Kox, Startklar



© Sabine Krämer-Kox, Stempeljagd in Siegburg



© Sabine Krämer-Kox, Am Aggerbogen



© Sabine Krämer-Kox, Ziel erreicht



© Sabine Krämer-Kox, Rückweg über´n Berg



© Sabine Krämer-Kox, Stephan hat endlich eine Bank


Die geplante Gesamtstrecke beginnt an der Mündung der Agger in die Sieg und soll in den nächsten Jahren zu einem 115 km langen Rundweg entwickelt werden. In Zukunft soll der Agger-Sülz-Radweg den Radweg Sieg im Süden mit dem Bergischen Panorama-Radweg im Norden verbinden.

Der südliche Teilabschnitt

Am Sonntag, dem 27. August 2017, wurde zunächst der 43 km lange, südliche Teilabschnitt  des Agger-Sülz-Radweges im Rahmen einer Festveranstaltung auf Burg Wissem (Wahner Heide) mit „großem Bahnhof“ eröffnet – auch wenn es sich hier nicht um einen Bahntrassen-Radweg handelt ;-)  

Da die beiden Endpunkte des Agger-Sülz-Radwegs in Rösrath und Overath an die Regionalbahnlinie 25 angebunden sind, kann die Teilstrecke auch als „eigenständige“ Rundtour (Bike & Bahn) betrachtet werden. Alternativ können zwei Höhenrücken zwischen Overath und Rösrath mit dem Rad/Pedelec überwunden werden, um die Tour „schienenlos abzurunden“.

Geführte ADFC-Tour zur Eröffnung am 27.08.2017

Von Bergisch Gladbach startete Bernhard Werheid mit rund 30 Teilnehmern zum Festakt in Richtung  Burg Wissem. Zunächst ging es über den 15 Kilometer langen Zuweg bis Rösrath (mit Zwischenstopp am Bahnhof) zum Haus Eulenbroich. Hier konnte der erste Stempel für das Gewinnspiel gesammelt werden und die Nase in die druckfrische Radkarte gesteckt werden. Einige bestaunten die historischen Fahrräder, die gut zum Schloss-Ambiete von Haus Eulenbroich passten. „Haus Eulenbroich wurde um 1200 als Wasserburg in der Auenniederung der Sülz errichtet. In den letzten Jahrhunderten ist das Haus auf verschiedene Arten genutzt und erweitert worden: als großbürgerliche Villa, als Sitz des Bürgermeisters oder als Seniorenheim. 1981 erwarb die Stadt Rösrath das Anwesen. Seit 2003 wird es vom Kulturverein Schloss Eulenbroich e.V. genutzt.“

Da die Zeit drängte, ging es jedoch zügig weiter gemäß dem Motto „Ich möchte so gerne noch schau´en, aber das Radel, das rollt…“ . Zwischen den Knotenpunkten 94 und 33 verläuft der Agger-Sülz-Radweg auf dem Radweg neben der Sülztalstraße, was - obwohl landschaftlich reizvoll -  leider mit erheblicher (!!!) Geräusch- und Abgaskulisse verbunden ist.  Kurz vor der Ortslage Heppenberg zweigten wir jedoch wieder in den Wald (Wahner Heide) ab. Nach den Regenfällen der letzten Tage war der Weg stellenweise etwas matschig, aber passierbar. Hier bietet sich zukünftig noch viel Ver- bzw. „Ausbesserungs“-Potenzial, was sogleich lautstark von einigen Tourteilnehmern kund getan wurde.

Enthüllungen auf Burg Wissem

Mit Glockenschlag 12 fiel unsere Radlerschar auf Burg Wissem ein. Hier wurde der 2. Stempel fällig. Bis zur feierlichen Eröffnungsrede, verbunden mit der „Enthüllung“ eines symbolischen Wegweisers des Agger-Sülz-Radweges, blieb noch etwas Zeit. 

Die Tour-Teilnehmer stöberten an den Info-Ständen, stärkten sich mit Bratwürstchen, Waffeln oder Getränken bzw. nutzten die Gelegenheit, um sich umzusehen:  „Burg Wissem ist ein beliebtes Erholungsziel mit Einkehrmöglichkeit. Die Gebäudeanlage umschließt Bauteile aus drei Epochen und ist eingebettet in einen herrschaftlichen Park mit direktem Übergang in die Wahner Heide. Das Bilderbuchmuseum befindet sich bereits seit Anfang der 1980er Jahre in der Burg. Das Wahner Heide Portal, das MUSIT Museum für Stadt- und Industriegeschichte Troisdorfs, die Tourist-Information und ein außerschulischer Lernstandort für KennenLernenUmwelt sind ebenfalls in den Mauern der Burg beheimatet. Eine weitere Attraktion ist der Park der Sinne (www.wahnerheide-burgwissem.de)“.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“

In den Eröffnungsreden wurde die Wichtigkeit des Radfahrens im allgemeinen und des Radtourismus´ im besonderen betont. „Landrad“ Dr. Hermann-Josef Tebroke war sich bewusst, dass man mit dem Ausbau des Agger-Sülz-Radweges auf dem richtigen Wege sei, es bezüglich der Infrastruktur aber noch viel zu tun gebe. Die Eröffnung des Radweges ist ein Meilenstein von vielen im Gesamtprojekt. 

Das ist der Plan

Das Netz der Panorama-Radwege ist insgesamt 300 Kilometer lang ist. Es verbindet die ehemaligen Bahntrassen im Bergischen Land, im südlichen Ruhrgebiet und im Sauerland miteinander und schafft Anschlüsse an die beliebten Flussradwege an Rhein, Ruhr und Sieg. Der Agger-Sülz-Radweg soll ausgehend von der Mündung der Agger in die Sieg bei Troisdorf als Rundweg entlang der Flusstäler von Agger und Sülz in Richtung Norden in den nächsten Jahren schrittweise zu einem 115 km langen Rundweg weiterentwickelt werden. Mit dem Rundweg wird nicht nur die Kulturlandschaft der beiden Flüsse erfahrbar und Vermittlungsstandorte vernetzt, sondern vielmehr über den Anschluss zum Bergischen Panoramaradweg in Wipperfürth eine Lücke im regionalen und überregionalen Radwegenetz geschlossen“ lautet die offizielle Zusammenfassung.

Wegweiser (und) ein rotes Tuch

Dass „Probleme“ durchaus unerwartet auftreten können, zeigte sich auch bei der Enthüllung des symbolischen Wegweisers (der zudem noch schief stand) – das rote Tuch, das die Wegspinne einhüllte,  war zunächst widerspenstig und wollte sich nicht lösen – bis es schließlich riss und Blick auf den Wegweiser mit den Signets des Agger-Sülz-Radweges frei gab.

Aber genug der Theorie und endlich wieder auf die Räder! Während die Honoratioren - drei Landräte, elf Bürgermeistern u.v.a.m. -  sich zwecks einer Sondertour auf die gelben Leihräder der Radstation (Köln) schwangen – ein noch junger Staatsdiener bedauerte, ein konventionelles statt eines Pedelecs fahren zu müssen – setzen wir unsere Jagd nach Stempeln Richtung Siegburg fort.  Am Knotenpunkt 29 mündet die Agger in die Sieg. Hier wechselten wir die Siegseite und fuhren in Richtung Siegburg ein Teilstück entlang des Radwegs Sieg, am Knotenpunkt 2 wechseln wir erneut die Seiten.

Siegburg - im Zeichen des Bergs
Wir sehen bereits die Abtei Michaelsberg, das Wahrzeichen Siegburgs. „Der Michaelsberg, der sich heute im Zentrum Siegburgs, der Kreisstadt des Rhein-Sieg-Kreises, befindet, ist vulkanischen Ursprungs. 1064 gründete der Kölner Erzbischof Anno II. auf der spätestens seit dem 9. Jahrhundert besiedelten Erhebung eine Benediktinerabtei, die mit einigen Unterbrechungen bis ins Jahr 2011 bestand“.  
Die netten Damen an der Stempelstelle bedauerten, dass wir uns bereits mit der neuen Radkarte eingedeckt hatten, konnten uns aber zumindest (das) Wasser und einen schmackhaften Müsli-Riegel reichen. Weiter ging die wilde Jagd zum Aggerbogen. Bis zum Ortseingang in Lohmar verläuft der Agger-Sülz-Radweg auf oder direkt neben der Bahntrasse der ehemaligen Aggertalbahn, die im Volksmund auch „Luhmer Grietchen“ genannt wird. In Lohmar passierten wir zunächst den Campingplatz und das Stadtzentrum, bevor der Agger-Sülz-Radweg entlang des idyllischen Jabachs wieder direkt an die Agger führt.

Quitscheentchen am Aggerbogen
Abwechslungsreich durch Wiesen und kleine Wälder radelnd, erreichten wir die vorletzte Stempelstelle an der Naturschule Aggerbogen. „Die Naturschule Aggerbogen ist ein außerschulischer Lernort des  interkommunalen Projektes KennenLernenUmwelt. Sie bietet Umweltbildungsprogramme für Schulklassen an, informiert und berät Erwachsene zu Themen rund um die Natur und lädt zu vielfältigen Aktionen ein“.  Neben den Stempeln gab es hier Würstchen (complementary ;-) und gekühlte Getränke. Am Stand des Aggerverbandes wurde das Wasser der Wahnbachtalsperre verköstigt und für gut befunden – auch wenn das der Große Dhünn-Talsperre vielleicht noch etwas weicher im Abgang ist! Mit Fortunas Wohlwollen konnte am (Glücks)rad gedreht und Nudeln, eine Gießkanne oder ein Quitscheentchen für die Badewanne gewonnen werden. Alles Agger oder was(ser)?!

Endspurt
Nachdem alle Nudeln, Kannen und Entchen verstaut waren, gings zunächst inmitten herrlicher Natur auf gut ausgebauten Wirtschaftswegen, dann allerdings auf einem Radweg entlang der Straße zum letzten Etappenziel: Cyriax in Overath. Da alle dem Hüpfburg-Alter bereits entwachsen waren, sammelten wir den letzten Stempel ein und fuhren nach einer kurzen Verschnaufpause zum Bahnhof Overath. Hier trennten sich unsere Wege: die einen nahmen die RB 25 zurück nach Rösrath, die anderen stellten sich noch der Bergetappe über Heiligenhaus nach Rösrath und von dort zurück nach Bergisch Gladbach, um neben den bereits verbrieften Stempeln noch einige Kilo- und vor allem Höhenmeter zu sammeln.


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