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Burscheid 2025 – Wider die Einbahnstraße und (sorgen)frei parken

29.12.17
Kategorie: Verkehrsplanung, RheinBerg-Oberberg, Burscheid

© Sabine Krämer-Kox


 

 

Neugestaltung der Oberen Hauptstraße


Am 27. September 2017 erhielt der Bürgermeister der Stadt Burscheid, Stefan Caplan, einen Zuwendungsbescheid über rund 1,2 Mio. aus Köln. Verwendet werden sollen die Fördermittel im Rahmen des „Burscheid 2025 - Integriertes Entwicklung und HandlungsKonzept“ (IEHK) u. a. für die Neugestaltung der Oberen Hauptstraße. Bereits Anfang des Jahres 2018 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Darüber hinaus soll der Geldsegen für ein Fassadenprogramm, City-Management sowie eine Machbarkeitsstudie für das Bahnhofsumfeld Hilgen/Wermelskirchen Verwendung finden, was uns Radfahrer allerdings eher am Rande interessiert.

Dem Fahrrad, insbesondere Pedelec, kommt in Zeiten von mit Autos verstopften Straßen, gesundheitsgefährdendem Lärm- und Abgasen sowie verkehrsbehindernd abgestellter Kraftfahrzeuge (z. B. vor Schulen und Einzelhandelsgeschäften) eine immer höhere Bedeutung zu. Das hat inzwischen auch die Politik erkannt. Städtischer Raum ist viel zu wertvoll, um ihn als "Abstellfläche" für Pkw zu nutzen; Innenstädte sollen Lebensraum für Menschen- und nicht Parkraum für Autos bieten.

Aber auch Fahrräder - insbesondere bei steigender Anzahl - benötigen gesonderten und sicheren Abstellraum - nicht zuletzt, damit sie nicht zum Hindernis für Passanten werden. Das Anschließen von Fahrrädern an Laternen-/Schilderpfählen oder Baum-Anfahrschutzgittern bzw. das Abstellen vor Schaufensterfronten im neu gestalteten Hauptstraßenbereich wäre nicht zweckdienlich, schafft darüber hinaus Konfliktpotenzial und sollte passé sein.

Gerade die Lage Burscheids am Panorama-Radweg Balkantrasse motiviert immer mehr Menschen aus dem Stadtgebiet bzw. den Ortsteilen (insbesondere Hilgen) sowie aus der Umgebung das Burscheider Stadtzentrum per Fahrrad anzusteuern. Damit Radfahrer die teilweise sehr teuren Fahrräder beruhigt abstellen können und somit den Aufenthalt in Burscheid unbeschwert genießen können, wäre es schön, wenn im Rahmen der Neugestaltung der Oberen Hauptstraße sichere und komfortable Abstellanlagen für Fahrräder bereits bei der Planung vorzusehen, und zwar nicht lediglich als "Möblierung" (nice-to-have), sondern als fester, unverzichtbarer Bestandteil der Verkehrsplanung/Neugestaltung.

In der Bürgerinformation zum IEHK sind auf den Seiten 70 und 83 i. S. „Möblierung" recht einfache Abstellanlagen abgebildet. Gerade im Bergischen wäre beispielsweise  eine Überdachung dieser Anlagen eine Überlegung wert. (Auf dem neu gestalteten Raiffeisenplatz in Burscheid-Hilgen sind die Fahrrad-Abstellanlagen leider recht dürftig - gerade wenn man davon ausgeht, dass Nutzer des ÖPNV per Rad bis Hilgen fahren und ihren Weg mit dem Bus fortsetzen möchten. Hier besteht unbedingt Nachbesserungsbedarf).

Aus vorgenannten Gründen haben wir uns – bzw. den Bürgermeister der Stadt Burscheid- gefragt, ob bei der Neugestaltung der Oberen Hauptstraße die Interessen von Radfahrern in ausreichendem Maße berücksichtigt werden – wie insbesondere z. B. die Öffnung der Einbahnstraße für gegenläufigen Radverkehr sowie sichere Abstellplätze.

Am 29.12.2017 erhielten wir vom Amt für Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften die erfreuliche Mitteilung, dass es im Zuge der Neugestaltung der Oberen Hauptstraße Ziel sei, die geplante Einbahnstraße für den gegenläufigen Radverkehr zu öffnen. Ebenso werde geprüft, welche Baumaßnahmen erforderlich seien, um auch die Mittlere Hauptstraße für den gegenläufigen Radverkehr freizugeben. Hierzu bedürfe es jedoch der Abstimmung mit der zuständigen Verkehrsbehörde, die derzeit anstehe.

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder seien ebenfalls in der Planung vorgesehen. Im Zuge der Überlegungen sowohl zur Einrichtung eines Schnellbusses als auch von Mobil-Stationen werde der Punkt „Abstellmöglichkeiten für Fahrräder“ weiteres Thema sein.

Für uns bleibt zu hoffen, dass das Thema „wider die Einbahnstraße(n)“ sich in Burscheid zu einer Erfolgsstory entwickelt und nicht - wie in einer benachbarten Kommune – zu einer „never ending story“…


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