Aktuelles

ADFC-Fahrradklima-Test 2016 Burscheid

19.05.17
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Burscheid

© ADFC



© Sabine Krämer-Kox



© Sabine Krämer-Kox


 

Burscheid erstmals im Ranking!

Heute wurden in Berlin die Ergebnisse der Fahrradklima-Test-Umfrage 2016 des Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. veröffentlicht.

Bundesweit haben 120.000 RadfahrerInnen im Rahmen der Umfrage anhand von 27 Fragen die (gefühlte) Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt bewertet. Dies entspricht einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2014. Die erhöhte Beteiligung führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.

67 Burscheider RadfahrerInnen hatten im Herbst letzten Jahres durch Teilnahme an der Befragung ihrer Kommune zum ersten Mal zu einer offiziellen Bewertung verholfen. Dabei landete Burscheid auf Bundesebene im ersten Drittel, d. h. auf Platz 97 der 364 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe (< 50.000 Einwohner). Auf Nordrhein-Westfalen bezogen, belegte Burscheid den 25. Rang unter 62 Städten seiner Größenordnung, die das Ranking erreicht hatten.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde 2016 zum siebten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert.

Pluspunkte für Burscheid

Fahrradfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor für moderne Städte und Gemeinden. Der Fahrradklima-Test zeigt, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt: In Burscheid ist es vor allem die Lage am Panorama-Radweg Balkantrasse, der die Stadt für Radfahrer interessant macht. Dieser Radweg auf der stillgelegten Bahntrasse bietet sehr gute Möglichkeiten für Freizeitradler. Aber auch für den täglichen Weg zur Arbeit kann diese Strecke zeitsparend und umweltfreundlich genutzt werden. Bedingt durch die angespannte Verkehrssituation auf der Autobahn A1 steigt die Zahl von Pendlern, die in Burscheid mit ihrem Auto die Autobahn verlassen, um ihren Weg nach Leverkusen oder auf die andere Rheinseite per Pedelec oder Fahrrad fortzusetzen - Burscheid bietet diesbezüglich sehr gute „Park & Bike- Möglichkeiten“.

Verbesserungspotenzial

Mit vergleichsweise kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation auch innerhalb der Stadt noch verbessern, beispielsweise durch für den Radverkehr geöffnete Einbahnstraßen (Teilstück der Hauptstraße und Altenberger Straße)oder sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, letzteres trotz der vorteilhaft testierten geringen Diebstahlquote. Wünschenswert wären bessere Mitnahmemöglichkeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Bemängelt wurde u. a. fehlender Winterdienst auf Radwegen. Negativ beeinflusst wurde das Umfrageergebnis sicherlich u. a. durch die Baustellensituation in Höhe des Raiffeisenplatzes in Burscheid-Hilgen, aber hier ist bereits ein „Ende“ in nicht allzu ferner Zukunft absehbar.

Zufriedene Radfahrer in Burscheid

Im Durchschnitt vergeben die Burscheider die Note „befriedigend“ (3,5) für die Fahrradfreundlichkeit der Musikstadt. Die Mehrzahl der Teilnehmer lobt die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, beurteilt die Erreichbarkeit von Zielen im Stadtgebiet als positiv und zieht das Fazit, dass Radfahren in Burscheid durchaus als entspannt anzusehen sei und Spaß mache.

Zusätzlich zu den 27 Multiple Choice Fragen war noch Platz vorgesehen, der genutzt werden konnte,
um darüber hinaus etwas zur Fahrradsituation in der Stadt oder Gemeinde mitzuteilen.
28 der 67 Befragten in Burscheid haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.  Diese Freitexte vermitteln tiefgehende Einblicke zu dem Thema Fahrradfreundlichkeit.

1
Abgesehen von der Balkantrasse - auf die sich oft berufen wird, obwohl darüber nicht jedes Ziel zu erreichen ist - gibt es nur in absolut geringen Fällen eigene Radwege oder entsprechende Markierungen. Meist erfolgt eine Führung über gemeinsame Fuß- und Radwege, die vor allem an Einmündungen unsicher ist und regelmäßig - aufgrund der geringen Breite - zu Konflikten mit Fußgängern führt. Alternativ wird man bei der Nutzung der Straße regelmäßig mit viel zu geringem Abstand und zu hoher Geschwindigkeit überholt und nahezu täglich an gehupt oder beschimpft, wenn man als Radfahrer die Straße nutzt. Die Polizei hingegen konzentriert ihre wenigen Kontrollen auf Rotlichtverstöße oder die Nutzung der Geh- und Radwege durch Radfahrer. Die Radverkehrsführung ist nicht stringent, teilweise befinden sich auf wenigen hundert Metern diverse Änderungen von der Nutzung des Fußweges bis zum Verbot der Nutzung des Gehweges. In Teilen wird die Nutzung von Wegen in beiden Richtungen angeboten, in anderen riskiert man damit ein Verwarn- oder Bußgeld (was von der Polizei auch gerne umgesetzt wird).In Baustellen wird der Fahrradverkehr scheinbar komplett vergessen: keine Umleitung oder Information, absolut unkomfortable Verkehrsführung, Müll von Bauarbeiten auf der Fahrbahn/Gehweg. Statt die Chancen des Radverkehrs und Entlastung des Verkehrs und der Umwelt wird der Radfahrer hier als Störfaktor wahrgenommen und eher noch benachteiligt. Eine sichtbare Förderung jenseits des Radtourismus findet nicht statt.
2
Burscheid verfügt zwar über einen touristischen Rad-/Wander-/"Hundegeschäfteverrichtungs"-Weg (alte DB-Trasse), die eine direkte und schnelle Überlandverbindung mit angrenzenden Ortschaften wie z.B. Hilgen, Wermelskirchen, Dürscheid, Lev.-Opladen erlauben, allerdings ist die innerstädtische Infrastruktur aus Sicht eines Radfahrers eher bescheiden. Beispiele: Bgm.-Schmidt-Str., Höhestraße, Luisenstraße etc. Hier fehlt es an markierten Radfahrspuren, die nicht nur einen rechtlichen Anspruch für die Radfahrer garantieren, sondern bei einer geeignet deutlichen Markierung auch die Autofahrer entsprechend sensibilisieren, Rücksichtnahme auszuüben. Einbahnstraßen sollten grundsätzlich von Fahrradfahrern in entgegengesetzter Fahrtrichtung genutzt werden dürfen (siehe Holland als gutes Beispiel mit dem Hinweisschild: "Uitgezonderd Fietsen"). Des Weiteren ist es an Wertstoffabholtagen für Kinder eine Zumutung, den Bürgersteig mit dem Rad zu befahren, da Mülltonnen die Gehwege blockieren. Sehr hohes Gefahrenpotenzial (!) Im Übrigen gilt das auch für Fußgänger, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind, oder auch für Rollstuhlfahrer und älteren Leuten mit Rollator.
3
Einerseits sind umgewidmete alte Bahntrassen (sh. unsere "Balkantrasse") für Radler eine tolle Errungenschaft, trotz einiger Querelen mit div. Hundehaltern. Aber das ist bei uns eben nur e i n e Achse, zwischen Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep. Die meisten übrigen Rad-/Fußwege verdienen kaum ihren Namen (viel zu schmal, schlecht / gar nicht gepflegt, z.T. nur einseitig angelegt oder mit wechselnden Straßenseiten, zugeparkt), so dass man auf der Straße besser aufgehoben ist. Das Gros der Autofahrer respektiert das dankenswerterweise auch. Fazit: Es gibt noch viel zu tun, aber nicht überall gibt es genügend Platz für großzügige Lösungen!
4
Situation auf der Balkantrasse ist: Spaziergänger werden brutal ohne zu klingeln überholt, Hundekot wird nicht entfernt, Müll etc. wird links und rechts weggeworfen, Bänke und Papierbehälter werden verschmutzt und demoliert, Rennräder gehören nicht(!) auf die Trasse, viele "normale" Radfahrer kennen oder wollen die Trasse nicht und ziehen lieber die Straße vor, wobei sie sich breit "aufstellen" und freche, unverschämte Bemerkungen machen. Im Übrigen müssen Radfahrer beim Zebrastreifen absteigen und nicht rücksichtslos sich die Vorfahrt erzwingen!!! FAZIT: Die Balkantrasse ist recht gefährlich!!!
5
Nach Fertigstellung des Panorama Radweges benutzen wir anstelle des PKW sehr häufig das Fahrrad um in die Stadt nach Burscheid oder Hilgen zu gelangen. Der Radweg ist eine Bereicherung für die Region. Allerdings sind mitunter Rennradfahrer, die leise und mit hoher Geschwindigkeit, ohne zu klingeln überholen, eine Gefahr für die anderen Nutzer des Weges. Auch sollten Radfahrer tagsüber mit Licht fahren um besser gesehen zu werden.
6
Weil Burscheid weithin kein Fahrrad-Bewusstsein hat, fahren die Autofahrer entsprechend: Kaum einer hält 1,5 m Abstand beim Überholen ein.Dringend nötig:a) Freigabe der Einbahnstraßen in der Stadtmitte für langsames Radfahren) neuer Radweg Richtung Lützenkirchen zwischen Abzw. Bornheim und Siefer Hof. Hier ist außer Straße nichts! Gefährlich auch für Fußgänger!
7
Da der Tunnel der Balkantrasse in Hilgen nicht erhalten bleibt, sollten Kontaktschleifen für Radfahrer angebracht werden. So ist eine Ampelschaltung auf grün für Fahrradfahrer möglich,
ohne dass diese absteigen müssen Dieses hat sich u.a. auf dem Bergischen Panoramaradweg bewährt. Besser wäre es - für Radfahrer und Autofahrer - den Tunnel unter der B51 zu erhalten.
8
Es wäre schön, wenn es mehr Fahrradwege gäbe als den an der B51 und den in Dierath. Gerade im Innenstadtbereich wäre dies vorteilhaft bzw. dort in den Einbahnstraßen eine Fahrmöglichkeit. Die Radtrasse ist toll, aber im Dunkeln habe ich dort Angst, die Straßen sind wegen des Verkehrs keine sichere Alternative, gerade nicht für Kinder.
9
Etwas zur Balkantrasse: Hilgen gehört ja auch zu Burscheid. Dort wird gerade die Brücke über die Trasse entfernt. Und statt eine Rohre zu vergraben werden alle Radfahrer auf die Hauptverkehrsstraße getrieben die sie dann überqueren müssen. Die Einbahnstraße Sportplatzweg sollte für Radfahrer freigegeben werden.
10
Viele Straßen haben keinen Radweg oder die Radwege sind in einem nicht fahrradfreundlichem Zustand .Hier wünsche ich mir Markierungen auf der Fahrbahn die einen Bereich für den Radfahrer kennzeichnen .Ebenso sollten Kanten von Bordsteinen an den überfahrstellen mit einer kleinen Rampe ausgeglichen werden.
11
Die ausgebauten Bahntrassen sind ein sehr gutes Beispiel für sicher/zügig befahrbare Fahrradwege. Symptomatisch ist aber deren Kennzeichnung, dass ein Winterdienst nicht erfolgt. Seit Jahren und noch Jahre erschweren unendlich viele Baustellen auch das Fahrradfahren.
12
An der Bundestraße B 51 ist der Radweg von Burscheid nach Hilgen nur in einer Richtung zu befahren. Es besteht die Möglichkeit den Radweg zu verbreitern, so dass er in beiden Richtungen zu befahren wäre. DIE Einbahnstraßen sollten für Radfahrer in beiden Richtungen zu befahren sein.
13
In Burscheid wird publikumswirksam der "Panoramaradweg Balkantrasse" (ehem. Bahnstrecke) als Großtat für Radfahrer gepriesen. Ja, der ist prima!!! Aber das ist es dann auch - ansonsten geschieht wenig im Interesse der Radler.
14
Ärgerlich ist der Vandalismus auf dem wunderschönen Panorama-Radweg Balkantrasse (Bänke und Papierkörbe verschmiert, Absturzgitter beschädigt, Abbrennen einer angelegten Totholzhecke am Radweg, usw.).
15
City ist aus umliegenden Stadtbezirken nicht über sichere Radwege zu erreichen. City ist durch Einbahnstraßenregelung nur über Hauptstraße (die gefährliche Engpässe hat) zu erreichen.
16
Balkantrasse ist wunderbar. Sonst nicht Radfahrerfreundlich. Viele kombinierte Fuß/Radwege. Streckenweise keine Radwege. Gemeinsam mit Schwerlast und Fernverkehr auf einer Fahrbahn.
17
In Burscheid gibt es leider so gut wie keine markierten Fahrradstreifen am rechten Fahrbahnrand. Es gibt einige kombinierte Geh-/Radwege und natürlich die schöne Balkantrasse.
18
Die Stadtverwaltung sollte sich das Ziel setzen, Burscheid als fahrradfreundliche Stadt zu entwickeln. Aufbau eines fahrradfreundlichen Images.
19
Bitte keine kombinierten Fuß/Radwege. Das wird nun leider beim Umbau einer Hauptverkehrsstraße wieder so gemacht.
20
Es wäre wünschenswert, dass von der Grießberger Straße ein Zugang zur Balkantrasse geschaffen würde.
21
Im Grunde fahre ich nur selten, aber dennoch wollte ich eine Rückmeldung geben.
22
Das Fahrradfahren macht in Burscheid speziell wegen der Balkantrasse Spaß.
23
Hervorzuheben ist der Ausbau einer früheren Eisenbahntrasse zum Radweg
24
Balkantrasse ist der Grund für den Fahrradkauf hervorragend!!!
25
Weitestgehend gut wegen Balkantrasse und alles gut zu erreichen
26
Radwege sollten auch genutzt werden
27
Es fehlen Fahrradwege in der Stadt.
28
Keine weiteren Kommentare


© 2020 ADFC KV RheinBerg-Oberberg