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1.000 Kilometer unter der Lupe von 25 Radwegepaten

09.02.19
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Seminar

© Sabine Krämer-Kox, Projekt Wegepatenschaft



© Sabine Krämer-Kox, „Was sind Mängel?“



© Sabine Krämer-Kox, Radewegepaten in Arbeitskleidung



© Sabine Krämer-Kox, Ulf Zimmermann (Gf. Naturpark BL) mit Radwegepaten



© Sabine Krämer-Kox, Bernhard Werheid (ADFC) referiert über Sicherheit im Radverkehr



© Naturpark Bergisches Land, Gruppenfoto nach der Ausbildung


 

Groß und schön ist er, der Naturpark Bergisches Land: Über 2.000 km² Wälder, Hügel, Wiesen, Felder, Flüsse, Bäche und 16 Talsperren. Bundesweit gibt es 15 Nationalparks und 100 Naturparks - der Naturpark Bergisches Land ist einer davon.

Das Bergische Land liegt im Einzugsgebiet der Rheinschiene (Köln/Düsseldorf), sodass potentiell 11 Millionen Menschen dieses als Erholungsgebiet nutzen – glücklicherweise nicht alle und vor allem, nicht alle auf einmal. „Bergisches Wanderland“, „Bergisches Wasserland“, „Bergisches Gesundheitsland“, „Bergisches Kulturland“ und „Bergisches Radland“ sind die Themenschwerpunkte hinsichtlich der  Entwicklung nachhaltiger Naherholung.

Radeln nach Zahlen: Das RRR-Knotenpunktsystem
In Sachen Radfahren hat sich bereits Einiges getan in den letzten Jahren, u. a. wurde auch im RBK/OBK das sog. Knotenpunktsystem der RadRegionRheinland eingeführt, das Radfahrenden eine einfache Orientierung ermöglichen soll.  Die Bewohner der Region profitieren ebenfalls von der Kennzeichnung des Wegenetzes, denn bei ausgedehnten Touren gelangen sie schnell auf unbekanntes Terrain.  Der ADFC möchte, dass sich alle – Einheimische und Touristen - auf den Radrouten gut zurechtfinden, Freude am Radfahren haben und schlussendlich den Schritt vom Freizeitradeln zum Alltagsradeln vollziehen.

Kurzer Blick zurück: „Deutscher Fahrradpreis 2018“
Mit dem Projekt „Interkommunales Qualitätsmanagement Radwege im Oberbergischen Kreis und im Rheinisch-Bergischen Kreis“  navigierte sich im Februar 2018 der Naturpark Bergisches Land zusammen mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis (RBK)  und dem Oberbergischen Kreis (OBK) auf den 2. Platz des Wettbewerbs „Deutscher Fahrradpreis 2018“ (wir berichteten*). Die Preisträger wurden unter 150 Fahrrad-Projekten aus ganz Deutschland ausgewählt.

Kern des Projektes ist das Anfang 2017 eingeführte  Qualitätsmanagement für  Radwege. Akteur und Anlaufstelle ist der Naturpark im Auftrag des Oberbergischen Kreises (OBK)  und des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK). „Spürnase“  vor Ort, die im Rahmen der Qualitätssicherung allen Mängeln auf die Schliche kommen soll,  ist der Radwegemanager. Diese Stelle wurde 2017 eigens eingerichtet.

 

Radwegemanager Andreas Kurze
Umgeworfene Wegspinnen, fehlende oder lückenhafte Ausschilderungen, abgerissene oder unleserliche Zwischenwegweiser,  Graffiti, Vandalismus-Schäden aber auch  Gefahren- /Engstellen, Schäden in Radwegen (z. B. Abbruchkanten oder Schlaglöcher), Hecken und überhängende Äste, die in den Weg ragen, unpassierbare Abschnitte, gefährliche Hindernisse u. v. a. m.  sind Probleme, mit denen sich Radwegemanager Kurze herumschlagen muss.  Alle genannten Punkte machen Radfahrerinnen und Radfahrern das Leben schwer bzw. gefährden "Leib und Rad".  

Bei einem Streckennetz von über tausend Kilometern ist das Wegemanagement für einen allein nicht zu bewältigen – die Städte und Kommunen sind überlastet.  Deshalb wurde auf ein System zurückgegriffen, das sich bei Wanderern schon lange bestens bewährt hat: die Wegepatenschaft.

Ehrenamtliche Experten unterwegs im Schilderwald
Kurze hat auf dem Gebiet des Rheinisch Bergischen und Oberbergischen Kreises  25 „Waben“, d. h. Rundtouren  mit einer Länge zwischen 30 und 60 km erstellt.  Für jede Wabe wurde ein ortskundiger Pate bzw. eine Patin gefunden, der/die  innerhalb dieser Wabe oder zumindest in der Nähe der Strecke  beheimatet ist.

Die Radwegepatenschaft
Aufgabe dieser Paten ist es nun, die Strecke mindestens zweimal pro Jahr (zu Beginn und zu Ende der Rad-Saison) abzufahren und anhand eines Schilderkatasters zu überprüfen, ob die Beschilderung mangelfrei ist:

  • sind die im Kataster gelisteten Schilder vorhanden
  • sind sie ordnungsgemäß befestigt
  • weisen sie in die richtige Richtung
  • sind sie gut sichtbar und erkennbar
  • sind sie lesbar (d. h. weder verblasst, noch verschmutzt oder mit Tags, Graffiti bzw. Aufklebern „verziert“ worden)

© Sabine Krämer-Kox,Vadalismus an KP-Tafel


„Stolpern“ die Wegepaten bei ihrer Arbeit über Gefahrenstellen, finden Lücken in der Ausschilderung oder erfahren Mängel in der Pflege der Wege, wird ebenfalls Meldung erstattet.  In einem letzten Schritt  könnten sich die Paten Gedanken über eine Optimierung der Wegführung machen – das wäre jedoch „die Kür“. Primäres Ziel ist zunächst die Qualitätsüberprüfung des vorhandenen Streckennetzes, insbesondere der Knotenpunkte  mit Wegspinne und Karte mit Übersichtstafeln.

© Sabine Krämer-Kox, WegeDetektiv


APP: ! Wege Detektiv
Als Meldeinstrument wird der "WegeDetektiv" in der App „Das Bergische Wanderland“ genutzt (s. Foto). Diese APP kann sich übrigens jeder  auf sein Smartphone laden und bei der Verbesserung der Radwegequalität mithelfen, auch wenn er kein „offizieller Pate“ ist. Der große Vorteil der APP besteht darin, dass bei der Mangelmeldung automatisch die Standort-Koordinate angegeben wird und ein Foto des Mangels gesendet werden kann , sodass der Fehler für den Meldenden einfach darstellbar und für den Radwegemanager eindeutig zu lokalisieren ist.

© Sabine Krämer-Kox, Andreas Kurze (Radewegemanager), David Bosbach (DasBergische) und Ulf Zimmermann (Naturpark BL)

Patentreffen
Am 09.02.2019 fand im Kulturbahnhof in Overath (um 8 Uhr morgens!) ein erstes Treffen der Wegepaten statt. Ulf Zimmermann (Geschäftsführer Naturpark Bergisches Land) und David Bosbach (stellvertr. Leiter Das Bergische/Naturarena) gaben den ehrenamtlichen Paten einen kurzen Überblick  über den Naturpark Bergisches Land und „Das Bergische“, bevor Andreas Kurze seine neuen, hochmotivierten Mitstreiter  in die tieferen Geheimnisse ihres neuen (Ehren)amtes einweihte. Die Radwegepaten erhielten Ihre Arbeitsunterlagen (Wabe, Kartenauszüge, Schilderkataster  - in Papierform und digital) sowie „Arbeitskleidung“ in Form einer leuchtend gelben Warnweste mit der Aufschrift „Wegepate“.  Darüber hinaus erhält jeder Wegepate eine ADFC-Mitgliedschaft als Dank für seinen Einsatz.

© Sabine Krämer-Kox, Hier hat die Wegepatin Freude alles i. O.

Sachdienliche Hinweise aus der (Rad fahrenden) Bevölkerung

Wer das Qualitätsmanagement unterstützen möchte, kann dies – neben der o. g. APP ! Wege Detektiv (www.Das Bergische.de) auch gerne über folgende Links tun:

Naturpark Bergisches Land/DasBergische:
https://www.dasbergische.de/de/service/wegemanagement/index.html

 RadRegionRheinland:
https://www.radregionrheinland.de/service/maengel-melden/index.html


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