Aktuelles aus dem Landesverband

NRW-Forum: ADFC-Aktive beratschlagen über Verkehrswende

27.11.18
Kategorie: Aktuelles, Aufbruch Fahrrad, Kreisverbände

Diskutierten die Verkehrswende in NRW (v.l.): Henning Rehbaum (MdL, CDU-Landtagsfraktion NRW), Bodo Middeldorf (MdL, FDP-Landtagsfraktion NRW), Ute Symanski (RADKOMM), Thomas Semmelmann (ADFC NRW), Arndt Klocke (MdL, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Landtagsfraktion NRW) und Carsten Löcker (MdL, SPD-Landtagsfraktion NRW). Fotos: Christina Wolff



Thomas Semmelmann, Vorstandsvorsitzender des ADFC NRW, begrüßt gemeinsam mit ADFC-Vorstand Michael Kleine-Möllhoff, zuständig für Radschnellwege und Infrastruktur, das 40.000 Mitglied. Die Studenten Lukas Vaupel aus Wuppertal und seine Freundin Frauke Altenberg bekommen einen Bett+Bike-Gutschein überreicht.



Aufbruch Fahrrad - die Volksinitiative für besseren Radverkehr in NRW war ein großes Thema, das die Aktiven das ganze Wochenende über begleitet hat.


Die Resonanz war groß: 140 ADFC Aktive in NRW haben sich ein Wochenende lange in Dortmund getroffen. Die Verkehrswende sowie Workshops zur Verbandsentwicklung und weiteren Themen standen auf dem Programm.

Vom 23. bis zum 25. November 2018 war Dortmund Treffpunkt von rund 140 ADFC NRW-Aktiven, die die Gelegenheit genutzt haben, sich zu aktuellen Fahrradthemen auszutauschen. Was muss für wen getan werden, um das Radfahren attraktiver zu machen? Im Rahmen des Aktiven-Forums wurden verschiedene Workshops angeboten, die zum Austausch über den Verbandsentwicklungsprozess, den Umgang mit Unfallzahlen, die Entwicklung der Marke "Radstation" oder die Auswertung des Fahrradklima-Test und viele weitere Themenschwerpunkte anregten. Rund 25 aktive weibliche Mitglieder des NRW-Landesverbandes nutzten außerdem die Gelegenheit, sich beim Frauen-Netzwerk zu begegnen.

Rückblick: NRW-Forum auf Youtube
Werner Müller, unser Fotografie-Spezialist aus München, hat auf dem Forum einen Workshop zum Thema "Fotografieren auf Radtouren" angeboten und er hat das Treffen der NRW-Aktiven mit seiner Kamera begleitet. Entstanden ist ein toller Live-Bericht in Form eines Foto-Streams, den ihr hier ansehen könnt.

ADFC NRW begrüßt 40.000 Mitglied
Als 40.000 Mitglied im ADFC Landesverband wurde der Student Lukas Vaupel auf dem Aktiven-Forum begrüßt. Gemeinsam mit Freundin Frauke Altenhoff war Lukas Vaupel aus Wuppertal dem Landesverband NRW beigetreten. Beide fahren leidenschaftlich gerne Fahrrad, unternehmen lange Radtouren in den Ferien und sind in ihrer Heimatstadt meistens mit dem elektrischen Lastenrad unterwegs. "Das ist praktisch, vor allem wegen der vielen Hügel. Allerdings nerven schon mal die Umwege, die man in Kauf nehmen muss, weil Radfahren auf den Hauptverkehrsstraßen nur wenig Freude bereitet.", gibt Frauke Altenhoff zu bedenken. Sie studiert Soziale Arbeit und ist oft mit einer Gruppe von Kindern unterwegs, das sei in Wuppertal schwierig. Ihr Freund Lukas kann den Eindruck bestätigen. "Was fehlt sind vor allem gute Radwege." Dafür will sich der 25 Jährige demnächst vielleicht auch aktiv beim Wuppertaler ADFC engagieren. Aktiv in Sachen Fahrrad ist er bereits am Wuppertal Institut, wo er neben seinem Geographiestudium Auswertungen zu Mobilitätsthemen erstellt. Beide Neu-Mitglieder freuten sich sehr über den Bett+Bike-Gutschein, den Michael Kleine-Möllhoff und Thomas Semmelmann vom ADFC NRW gemeinsam überreichten.

Heinrich Strößenreuther regt zu mutigen Aktionen an
Wie man als Fahrradlobby Aufmerksamkeit in den Medien bekommt, war Thema eines Impulsvortrags, den Heinrich Strößenreuther zur Eröffnung des ADFC NRW-Forums gehalten hat. "Denkt euch Aktionen aus, die euch Spaß machen. Dann begeistert ihr auch andere dafür und erst recht die Medien", ist sein Tipp an die ADFC-Aktiven. Mit seiner Handy App "Wegeheld", bei der engagierte Bürgerinnen und Bürger Falschparker melden können, hatte er einschlagenden Erfolg - auch bei der Presse. Nicht immer nur positiv. Aber um auf das Problem der ungerechten Flächenverteilung hinzuweisen, nahm er das in Kauf und rät anderen ebenfalls zu ungewöhnlichen Aktionen. Deutschlandweit haben Medien über seine "Anschwärzer-App" berichtet und das Problem der Falschparker zum großen Thema gemacht. In diesem Jahr wurde das Mobiltätsgesetz für Berlin beschlossen, es soll dafür sorgen, dass Berlin zur fahrradfreundlichen Stadt umgebaut wird. Ob das schnell genug geht, wird sich zeigen. Heinrich Strößenreuther wird vermutlich immer wieder die entscheidende Frage stellen: "Würden Sie ihr Kind hier guten Gewissens Radfahren lassen?" Falls nicht, lässt er sich garantiert eine aufrüttelnde Aktion einfallen, damit die "Doof-Stellen" - so nennt er Gefahrenstellen für Radfahrer - schnellstmöglich beseitigt werden.

Volksinitiative für die Verkehrswende in NRW?
Die Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" hat das Ziel, den Verkehrsraum neu aufzuteilen, damit breite und komfortabel Radwege enstehen, die die Menschen zum Radfahren einladen. Die Realität sieht momentan anders aus. Radwege sind in einem schlechten Zustand, werden oft unterbrochen und wechseln vom Bordstein auf die Fahrbahn und wieder zurück. So müssen sich Radfahrende ihren Weg durch die Stadt suchen, anstatt auf eine gute und klar erkennbare Radverkehrsinfrastruktur zurückgreifen zu können. Dagegen machen immer mehr Bürgerinnen und Bürger mobil und unterstützen die neun Forderungen von "Aufbruch Fahrrad". Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC NRW, brachte es auf den Punkt: "Wir setzen auf den Radverkehr, weil das Potential riesig ist. Für kurze Strecken ist das Fahrrad die schnellste und umweltschonendste Alternative zum Auto. Wenn wir weniger Autos in den Städten haben, dann würden wir über Diesel-Fahrverbote gar nicht mehr reden."

Aufbruch Fahrrad - demnächst 200 Unterstützer?
Gemeinsam mit der Radkomm nutzte man das Dortmunder ADFC NRW-Forum, um eine erste Halbjahres-Bilanz zu ziehen, was seit dem erfolgreichen Start der Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" am 16. Juni in Köln alles passiert ist. Die Zahlen sprechen für sich: 260.000 Postkarten wurden seit dem Start verteilt. 80.000 Besucher verzeichnet die Website www.aufbruch-fahrrad.de  pro Monat. Seit Beginn der Kampagne hat die Facebookseite 2000 Abonnenten und 1108 Follower auf Twitter. Auch die Internetplattform Slack, über die Aufbruch Fahrrad organisiert wird, hat 328 Teilnehmer, die im regen Austausch miteinander stehen und Aktion und Termine abstimmen. Weitere interessierte Mitglieder sind herzlich eingeladen und finden dort weitere Informationen.

Bundesweit einzigartig ist auch die Zahl der Unterstützer, 134 Vereine sind dem Aktionsbündnis beigetreten und unterstützen die Forderungen für besseren Radverkehr in NRW. Weitere Unterstützer werden gesucht, damit als nächster Schritt die 200 Marke geknackt werden kann. Wer Sportvereine oder Kleingartenvereine kennt, wird gebeten, diese zur Teilnahme einzuladen. Alle, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, kommen in Frage und können Mitglied im Aktionsbündnis werden. Auch die Zahl der Sammelstellen (Arztpraxen, Bäckereien, Geschäfte) soll in den nächsten Monaten weiter gesteigert werden.

Als nächste Meilensteine wurden der Kölner Fahrrad-Kongress Radkomm am 1. Juni 2019 und die große NRW Sternfahrt am 2. Juni 2019 besprochen. Zur Sternfahrt soll es einen Lastenrad-Konvoi geben, der symbolisch die Unterschriftenlisten von Köln zur großen Kundgebung nach Düsseldorf transportiert. An diesem Wochenende wird dann auch die Unterschriftenzahl der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad bekannt gegeben. Mindestens 66.000 Unterschriften sind notwendig, damit die Volksinitiative ein Erfolg wird.

Politische Diskussionsrunde zu "Aufbruch Fahrrad"
Die Entwicklung von "Aufbruch Fahrrad", der gemeinsamen Fahrrad-Volksinitiative von ADFC NRW und dem Kölner Verein Radkomm, wird von Seiten der Landespolitik mit Interesse beobachtet. Zum Abschluss des NRW-Forums wollten Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC NRW, und Ute Symanski, Radkomm Köln, wissen, wie die verkehrspolitischen Sprecher einiger Landesparteien zu den Forderungen für mehr Radverkehr in NRW stehen. Als Vertrauenspersonen der Volksinitiative nutzten sie die Gelegenheit, wichtige Themen anzusprechen. Druck von Seiten der Bevölkerung zu bekommen, sei wichtig für die Politik und eine Volksinitiative sei ein gutes Druckmittel. Aufbruch Fahrrad hat das Ziel der Politik zu zeigen, wie viele Menschen in NRW sich eine Verkehrswende wünschen. "Denn nicht die Digitalisierung habe das Potential die NRW-Städte zu retten. Wenn es um den Stau auf den Straßen geht, sei die Lösung das Fahrrad.", stellten die Aufbruch-Fahrrad-Initiatoren fest.

 

 

 


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