Aktuelles aus dem Landesverband

Großdemo zur Internationalen Automobilausstellung

09.09.19
Kategorie: Aktuelles, Verkehr, Rad in den Medien

Mehr Fahrrad statt mehr SUV. Zur Eröffnung der IAA in Frankfurt werden Radfahrende aus ganz Deutschland für eine klimaverträgliche Mobilität demonstrieren.

Am 14. September demonstriert der Fahrradclub ADFC mit Verbündeten vor den Toren der IAA für eine schnelle Verkehrswende. Im Vorfeld kritisiert der ADFC Politik und Automobilindustrie für ihr weiterhin fehlendes Verständnis der notwendigen Transformation. Weniger Stress und Stau in den Städten sei nicht durch die Ersetzung von Verbrenner- durch Elektroautos zu erreichen, sondern nur durch eine konsequente Reduzierung des Autoverkehrs und den kräftigen Ausbau der aktiven Mobilität sowie Bus und Bahn. Die IAA steht in diesem Jahr unter dem visionären Motto "Driving Tomorrow", doch es ist zu erwarten, dass statt kleiner, leichter und effizienter Autos wieder tonnenschwere und überdimensionierte Geländewagen "für den Großstadtdschungel" präsentiert und beworben werden.

Gemeinsam mit anderen Umweltverbänden wie BUND, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und Campact ruft der ADFC auf, sich an einer Großdemo zu beteiligen. Ein Teil der Demo soll von Kindern und deren Eltern angeführt werden, die gemeinsam mit der Kidical Mass Frankfurt auf die Bedürfnisse von Familien und den Platzmangel auf unseren Straßen aufmerksam machen

Wie die kürzlich vom Bundesverkehrsministerium publizierte Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ zeigt, nutzen die Menschen das Auto in absurdem Ausmaß selbst für extrem kurze Strecken. Die Hälfte aller mit dem Auto zurückgelegten Wege sind demnach weniger als fünf Kilometer lang. In den Niederlanden, dem Land mit dem weltweit am besten ausgebauten Radwegenetz, nutzen die Menschen stattdessen mehr als doppelt so häufig das Fahrrad. In Deutschland scheuen viele Menschen das Radfahren, weil geschützte und breite Radwege fehlen – und man das Rad fast nirgendwo sicher abstellen kann. Der Rad-Anteil am Gesamtverkehr in Deutschland stagniert seit Jahren bei 9-11 Prozent, während er in den Niederlanden fast dreimal so hoch bei 27 Prozent liegt. Im Unterschied zu Deutschland haben die Niederlande bereits vor Jahrzehnten damit begonnen, den Platz für den Autoverkehr zu limitieren und Raum für breite, vom Autoverkehr getrennte Radwege zu schaffen.

Um in Deutschland ähnlich gute Bedingungen für das umweltfreundliche und ressourcenschonende Fahrrad zu erzielen wie in den Niederlanden, müssen bundesweit durchgängige Radwegenetze, Radschnellwege für Pendler und Lastentransporte sowie viele Millionen Fahrradparkplätze an Bahnhöfen und öffentlichen Einrichtungen gebaut werden. Dafür fordert der ADFC eine Investitionsoffensive des Bundes von jährlich 900 Millionen Euro – und ein geändertes Straßenverkehrsrecht, das es Kommunen ermöglicht, Platz für gute Radwege bei Bedarf auch zulasten des motorisierten Verkehrs zu schaffen.

Weil die Autoindustrie auf der IAA trotz schlechter Luft, jährlich neuen Staurekorden, Stress in den Städten und steigendem CO2-Ausstoß weiter die dicksten Platz- und Energiefresser zur Schau stellt, hat ein breites Bündnis zur Demonstration aufgerufen. ADFC, BUND, Campact, DUH, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD werden mit Tausenden Menschen aus ganz Deutschland mit einer Radsternfahrt, einer Familientour („Kidical Ride“) und einer großen Demonstration vor den Toren der IAA ein unübersehbares Zeichen für eine umfassende Verkehrswende setzen. Am 14. September fahren Tausende Radfahrer*innen aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet vor die Tore der IAA. Komm mit – an diesem Tag gehören die Straßen uns!

Aus NRW ist unter anderem der ADFC Bonn mit einer Vielzahl an Radfahrenden vertreten. Die Fahrrad-Aktivisten werden die Bonner Regionalbahn um 8:27 Uhr, an Mainz HBF 10:55 Uhr nehmen. Und sich dann um 11:30 Uhr in Mainz-Kastel der Fahrradsternfahrt nach Frankfurt anzuschließen.

Greenpeace Köln organisiert eine gemeinsame Busanreise zur Demo in Frankfurt: https://www.koeln.greenpeace.de/artikel/14092019-iaa-demo-aussteigen

Die Hauptrouten der Sternfahrt starten in Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Gießen, Aschaffenburg, Gelnhausen und Usingen. Auch in vielen weiteren Orten machen sich Radfahrer und Radfahrerinnen gemeinsam auf den Weg. Die Strecke in Frankfurt führt über Autobahnen, die extra für die Radfahrenden gesperrt werden. Gemeinsam geht es über die größten Straßen der Finanzmetropole, um ein kraftvolles Zeichen für mehr Akzeptanz des Radverkehrs zu setzen. Eltern mit Kindern treffen sich am Frankfurter Nibelungenplatz zum Kidical Ride. Sie werden sogar den großen Fahrradkorso bis zur Frankfurter Messe an der Spitze anführen - ein starkes und emotionales Bild. Vor der Messe Frankfurt - quasi vor der den Toren der IAA - trifft der Tross auf den Demonstrationszug der Fußgänger-Demo. Gemeinsam findet eine große Abschlusskundgebung in der Friedrich-Ebert-Anlage statt.

Informationen unter www.iaa-demo.de

ADFC-Kontakt zur IAA-Demo ist Torsten Willner, 0179-9449346, torsten.willner (at) adfc-hessen.de


© 2019 ADFC KV RheinBerg-Oberberg