MH: Ergebnis der Kandidatenbefragung "Radverkehr" zur Kommunalwahl 2020

16.08.20
Kategorie: Aktuelles, Mülheim

Im März und erneut zur Erinnerung im Mai 2020 haben wir an die im Rat der Stadt Mülheim vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften sowie die bis dahin bekannten OB-Kandidaten und Kandidatinnen, einen Fragenkatalog zu ihren Ideen für einen besseren Radverkehr in unserer Stadt versandt. Rückmeldungen dazu gab es leider nur von der SPD mit ihrer OB-Kandidatin Dr. Monika Griefahn, den Grünen und vom unabhängigen Kandidat Jürgen Abeln. Alle drei unterstützen im Wesentlichen die Forderungen des ADFC Positionspapiers für eine bessere Infrstruktur, im Detail unterscheiden sich die Ansätze dann aber doch. Wir haben die Antworten für Euch aufbereitet.

Unterhalb findet Ihr unsere Auswertung und hier die vollständigen Statements der Politik:

Geschickt haben wir zur Orientierung:

 

OB Kandidatin Monika Griefahn und die SPD

OB Kandidat Jürgen Abeln (unabhg.)

OB Kandidat Wilhelm Steitz und Grüne

Allgemeines

RS1 als erster, wichtiger Schritt; Anerkennung als Radweg für den Alltagsverkehr

Private Verkehrswende: „Begeisterter“ Alltags(E-)fahrer innerstädtisch.

Stimmt dem ADFC-Positionspapier „ausnahmslos“ zu; ADFC -Mitglied.

Wenig Konkretes, aber deutliches Angebot zum weiteren Dialog.

Verweis auf den bedeutenden Anteil des Themas „Mobilität“ an seinem Wahlprogramm.

 

Innenstadt

Anbindung des RS1

keine Verbesserungsvorschläge Bahnhof/Ruhrpromenade, sieht auch keine Notwendigkeit;

Überlegung einer Fahrradstraße von Broicher Mitte aus zum RS1 – hierbei Bitte um Unterstützung durch den ADFC

Weitere Überlegungen, Fahrradverkehr von stark befahrenen PKW-Straßen weg hin zu kleineren Fahrradstraßen zu lenken.

Tunnel Eppinghofer Straße: Öffnung für alle Fahrzeuge in beide Richtungen bei verminderter Geschwindigkeit.

 

Hauptbahnhof: Grüne sehen die Sicherheits-Schwachpunkte der Auf- und Abfahrt. „Gebraucht wird (…) eine umfassende Überplanung und Umgestaltung zur Gefahrenabwehr.“

An der Ruhr wird „eine unkomplizierte, zuverlässige Rampenlösung (…) benötigt.“

Innenstadt

Fahrradkonzept

Priorität in der Innenstadt: Fuß- und Radverkehr;

Ziel: Gemeinsam mit Verbänden ein Radstraßennetz zu entwickeln. Umwidmung von Busspuren, Öffnung von Einbahnstraßen, Fahrradstraßen sind möglich.

 

Die Erreichbarkeit und auch die Durchlässigkeit der Innenstadt von Süden nach Norden und umgekehrt ist stark verbesserungsbedürftig. Probleme werden benannt, Lösungen aber nicht aufgezeigt.

Erreichbarkeit aller innerstädtischen Ziele „muss über ein City-Radwegenetz sichergestellt werden.“

Freigabe von Einbahnstraßen, Fahrradstraßen, Fahrradstreifen und Umverteilung vorhandener Verkehrsräume.

Innenstadt

Attraktivierung

Prognose: Entwicklung Richtung Niederländische Verhältnisse. Notwendig dazu: Radparkhäuser und -räume an den „Mobilitätspunkten“.

Forderung einer menschengerechten Innenstadt: Gute Erreichbarkeit aller Punkte zu Fuß und fast aller Punkte mit dem Rad; Angebot der Zusammenarbeit u. a. mit dem ADFC.

 

„Wir setzen uns ein für überdachte einfach zu nutzende und sichere Fahrradabstellanlagen an allen wichtigen innerstädtischen Zielen.“

Eine Bedarfsanalyse ist dazu notwendig; Ausbau vorhandener Möglichkeiten (Radstation) und Bau neuer Anlagen „notfalls auch auf Kosten städtischer (…) MIV-Parkplätze.“ Einige Beispiele werden genannt.

Thema Lieferverkehr: Erste Gedanken zur Umgestaltung der „Last-Mile“ werden gemacht.

MIV-Parkräume: Nach Zahlen von 2012 könnten rund 200 Parkplätze abgebaut werden. Konsequente Förderung des Radverkehrs sollen Kfz-Anteil in der Innenstadt sinken lassen.

Hauptrouten für den Fahrradverkehr

Konzepte müssen faktenbasiert sein (vor Ort erhobene Daten, Erfahrungen aus den Niederlanden).

„Aus diesen Daten werde ich in einem Stakeholder-Dialog ein Radverkehrskonzept für Mülheim entwickeln.“

Sicherheit: Einführung von Trixi-Spiegeln an Kreuzungen.

„Trennung von Fußgängern und Radfahrern, wo immer möglich.“

„Bauliche Trennung von Autospuren und Radfahrspuren.“

Einrichten von Radschnellwegen zum RS1.

Einrichten von Fahrrad-Park-and-Ride-Plätzen an Knotenpunkten (ÖPNV und Plätze für Fahrgemeinschaften).

Rolle des Radverkehrs in MH noch untergeordnet, aber im Aufbruch. Grüne streben einen Anteil von 25% an.

Großer Bedarf an der Überarbeitung des Hauptroutennetzes. Beispiele:

„Anbindung der Radwege auf der Kaiserstraße an die Innenstadt (wird) benötigt.“

Neuaufteilung der Verkehrsfläche der Schlossbrücke ist zu prüfen.

Ampelkreuzung Bergstraße/Schloss Broich „kann und muss rad- und fußgängerfreundlicher werden.“

Weitere Beispiele werden genannt, Probleme angesprochen (u. a.: hohes Alter der Radwege, Zweirichtungsverkehr, Falschparker, zugestellte Radwege mit „Verkehrsmöbeln“, unzureichende Anbindung an die Nachbarstädte).

„Hauptroutennetz muss (…) festzulegende Kriterien erfüllen.“

Veränderungen der Infrastruktur: Nur erste Schritte aufgrund der Haushaltslage: MIV und Radverkehr gleichstellende Ampelanlagen, Ausbau als (baulich geschützter) Radweg je nach Nutzungsfrequenz, farbliche Kennzeichnung bei ungeschützten Stellen, Kontrolle der Durchgängigkeit (Ahndung von Falschparken).

Methoden zur Ermittlung von Gefahren und (zukünftiger) Bedarfe werden angesprochen und als möglich bzw. notwendig bezeichnet.

Wohngebiete

Regelgeschwindigkeit sollte bei 30 km/h liegen.

Sicheres Parken von Fahrrädern v. a. an Verknüpfungspunkten mit dem ÖPNV muss „massiv“ entwickelt werden.

 

Generelles innerörtliches Tempolimit von 30 km/h, Öffnung von Einbahnstraßen, Protected Bike Lanes und Fahrradstraßen (mögliche Beispiele werden genannt, bauliche Maßnahmen werden erwogen).

Erweiterung der Fahrradabstellmöglichkeiten, am Besten überdacht und abschließbar.

Stadt Mülheim

Forderung nach Einbau von Abbiegeassistenzsysteme in „alle städtische Großfahrzeige“.

Sicheres Radwegenetz für Kinder auf ihrem Schulweg.

Keine Aussage zu Abstellmöglichkeiten an Schulen und Sportstätten.

Keine Aussage zur Kommunikation zwischen Stadt und Radfahrenden.

Mehrfache Betonung eines dialogischen Prinzips bei der Entwicklung von Konzepten.

Prüfung der Teilnahme am JobRad-Programm für städtische MitarbeiterInnen.

 

Grüne und OB-Kandidat Steitz unterstützen und begleiten jedes Bemühen, die Stadtverwaltung als fahrradfreundlichen Betrieb zertifizieren zu können.

Der Einsatz von Assistenz- und Sicherheitssystemen „an städtischen Fahrzeugen ist ein Muss.“

„Keine Fremddienstleistung im Kommunalen Auftrag ohne Assistenzsysteme.“

Schulen und Sportstätten: Zur Erreichbarkeit und der Möglichkeit des Abstellens von Fahrrädern werden Beispiele von notwendiger Veränderung genannt.

Bereitstellung von Verkehrsfläche sowie Ampelschaltungen sollen die Gleichbehandlung aller Verkehrsmodule wiederspiegeln.

Kommunikation wird begrüßt, mangelnde personelle Kapazität aber angesprochen.

Umsetzen in der nächsten Wahlperiode

 

 

Prioritäten: Fahrradrampe zum RS1 an der Ruhrpromenade, Anbindung der Radwege der Kaiserstraße an die Innenstadt, Wahl geeigneter Standorte von überdachten Abstellplätzen.


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