Tourbericht: Eifeltour - Burg Vogelsang und Hellenthal

08.07.19

Victor-Neels-Brücke über den Urftstausee



Der Platte wird behoben



Urftstausee



Modell von Wollseifen



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Im Biergarten vom Eifelhaus



Postkutsche in memoriam an einen Förderer des Tourismus



Auf der Olefstaumauer, Fotos von C.M.-P. und Udo K.


Eine Tour mit Höhen und Tiefen vom 6.7.2019 mit Tourenleiter Peter

Kall. Gleich hinterm Ortsrand folgen wir der Urft, dem Flüsschen, welches hinter Gemünd zur Urfttalsperre aufgestaut wird. Am Ortsausgang von Gemünd beginnt der sanfte Anstieg auf breitem Weg, der kurz vor der Victor-Neels-Brücke abrupt unterbrochen wird: ein platter Reifen. Das Löchlein ist schnell gefunden und wird zum Glück in verdächtiger Rekordzeit repariert.

Von Wasserwirtschaft hat in unserer Gruppe niemand eine Ahnung. So können wir den anscheinend gut gefüllten Wasserstand im Urftstausee bei dieser Trockenheit zwar bestaunen, ihn uns aber nicht erklären, zumal bei der Vortour im vergangenen Oktober nur ein Rinnsal unter der Brücke verlief. So bietet der Stausee immer wieder neue spannende Anblicke.

Und dann kommt sie, die versprochene Steigung von 16 Prozent. Selbst die Pedelec-Fahrer geraten ins Schwitzen. Auf dem geteerten Weg nach oben kann man ansonsten gut fahren, auch unser Tourenleiter Peter auf seinem Mountainbike erkämpft sich ehrgeizig das Ziel: den Internationalen Platz Burg Vogelsang (www.vogelsang-ip.de) . Die großartige Aussicht über die Eifel ist der mühevolle, hart erarbeitete Lohn für die Tortur.

Weiter geht es: Die ehemalige Ortschaft Wollseifen liegt noch etwas höher, wird aber lächelnd erreicht, da der größte Höhenkampf hinter uns liegt. Ein altes Schulgebäude und die ehemalige Kirche sind noch Relikte aus vergangener Zeit. Ebenso mahnen Häuserattrappen aus belgischer Besatzungszeit mit denen Guerillakampf geübt wurde.

 

Auf steilen Wiesenwegen geht es dann hinab nach Einruhr. Der Weg ist manchmal schlecht erkennbar, da Furchen zum Teil mit Gras zugewachsen sind und seine Sicht verdecken. Ebenso schnell wie der Mitfahrer vom Rad fällt, sitzt er wieder obendrauf, der Beherzte. Nur seine nicht mehr ganz weiße, sondern nun grünlich eingefärbte Hose kündet vom Vorfall – welch ein Glück, es hätte schlimmer kommen können.

Im Eifelhaus in Einruhr kehren wir ein. Das Gejammer vieler gastronomischer Betriebe wegen Personalmangel führt hier zu einer pragmatischen Lösung. Augenscheinlich Geflüchtete haben hier einen Job gefunden. Wir freuen uns, dass wir so schnell und qualifiziert im großen Biergarten bedient werden. Das Essen ist preiswert und gut, und die große Auswahl an Gerichten offeriert für jeden etwas anderes.

Gestärkt strampeln wir die zugeführten Kalorien an den kommenden Steigungen wieder ab. Nach Erkensruhr, wo eine alte Postkutsche an den beginnenden Tourismus in der Eifel erinnert, geht es in langen Kehren immer bergan hoch bis zur B 258. Ein kurzes Stück folgen wir hier dem ausgeschilderten (Rad)-weg um dann in rasanter Fahrt auf unebenem Weg zur Oleftalsperre hinabzusausen. Man muss sein Rad schon gut beherrschen, um nicht vom Weg getragen zu werden. Am Stausee windet sich der Weg um jeden Finger der Talsperre und ich gewinne den Eindruck, sie muss eine der größten sein. Ein kurzer Blick über die Staumauer und weiter geht's bergab nach Hellenthal.

Wir möchten noch ein Eis essen, doch bei der Fahrt durch die Ortschaft bietet sich uns nichts Einladenes an. Ein Seniorenwohnheim am Ortsausgang gewinnt unser Interesse. Und tatsächlich gibt es hier leckeres Eis und frischen Kuchen für uns – was für eine Wonne!

An der Olef entlang geht es hinauf durch kleinere Ortschaften wie z. B. Sistig und weiter zum Kloster Steinfeld. Diese Anlage verdient es eigentlich besichtigt zu werden, doch der einsetzende Regen verdirbt uns die Lust. Also weiter! Hinter der Hauptstraße links ab über Feldwege in den Wald. Steinige Waldwege erwarten wieder unsere höchste Aufmerksamkeit beim Hinabdonnern durch den Busch. Im Oktober war es hier noch glatt durch herabfallendes Blätterwerk, doch nun gestaltet sich die Abfahrt als nicht mehr ganz so schwierig. Am Ende rauschen wir über die Bahn, gleiten durch ein paar Vororte von Kall und erreichen nach 75 Kilometern und 1000 Höhenmetern unseren Ausgangsort. Ist ne tolle Tour Peter, danke fürs Navigieren.                                                           C.M.-P.


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