Radfahrer genervt

15.04.19

Beim Fahrradklima-Test des ADFC landete Meerbusch im vorderen Viertel.

Ist Meerbusch eine Fahrradfreundliche Stadt? Beim gestern in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC schaffte es die Stadt im Grünen in Nordrhein-Westfalen mit einer Note von 3,7 auf den achten Platz von 43 teilnehmenden Kommunen in der Kategorie 50.000 bis 100.000 Einwohner und bundesweit auf den 18. Platz von 106 Kommunen dieser Größenordnung. Im Rhein-Kreis Neuss steht nur Dormagen (3,45) besser da, während die Städte Neuss (4,06) und Kaarst (4,35) recht weit hinten landeten. Im Durchschnitt erreichten die Kommunen in dieser Kategorie einen Wert von 4,0. Das ist für Meerbusch recht respektabel. Allerdings hat sich  die Gesamtnote im Vergleich zum Fahrradklima-Test 2016 geringfügig verschlechtert. Das trifft aber auch die Fahrradhauptstadt Münster zu, die diesmal mit 3,25 nur auf dem zweiten Platz landete. Im Herbst vergangenen Jahres waren die Radfahrer in ganz Deutschland dazu aufgerufen worden, ihre Meinung über das Radfahren in ihrer Stadt abzugeben. In Meerbusch nahmen 106 Bürger teil. Besonders positiv bewerteten sie die Werbung für das Radfahren, die Wegweisung, die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung sowie den Winterdienst und die Reinigung der Radwege. Genervt sind Meerbuschs Radfahrer besonders von Konflikten mit Autofahrern, von Ampelschaltungen, die den PKW-Verkehr bevorzugen, und Hindernissen auf Radwegen, die zudem oft zu schmal sind. Außerdem vermissen sie geeignete Abstellanlagen und öffentliche Fahrräder. Besonders schlecht schnitt Meerbusch wie viele andere Städte bei den diesmal erstmals gestellten Fragen zur Kinder- und Familienfreundlichkeit ab. Meerbuscher Familien lassen selbst größere Kinder nicht mit gutem Gewissen allein Fahrrad fahren und sie vermissen breitere Radwege für Kinderanhänger und Lastenfahrräder (beides 4,0). Doch mit vielen Sorgen steht Meerbusch nicht alleine da. „Das bundesweite Gesamtergebnis des ADFC-Fahrradklima-Tests 2018 ist leider wenig erfreulich. Die Zufriedenheit der Radfahrenden hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, ebenso das Sicherheitsgefühl“, sagt der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg. Auch Peter Koenders vom ADFC Meerbusch vermisst die Akzeptanz von Radfahrern im Straßenverkehr, lobt aber auch die Stadt, die in den vergangenen Jahren einiges bewegt hat. Derzeit wird beispielsweise der lange geforderte neue Radweg entlang der Stadtbahn Richtung Böhler gebaut.


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