Der Eselspfad

06.08.19

Knapp vier Kilometer immer am Siedlingsrand entlang: Der Eselspfad



Kreuzungsfrei unter der Jülicher Landstraße durch



Stadt will am Grefrather Weg gleich zwei Querungsinseln bauen



Frischer Asphalt im mittleren Abschnitt am Ende der Preußenstraße



Oft zu: Bahnschranken der Strecke Neuss-Mönchengladbach


Neusser kennen ihn, auch Radfahrer aus Kaarst oder Dormagen wissen ihn zu schätzen: Der Eselspfad ist ein Radweg ganz im Grünen, der in Nord-Süd-Richtung westlich um Neuss herum führt.

Wer eine längere Strecke mit dem Rad zurücklegen möchte, ist froh, wenn ich nicht über lärmende Innenstadtstraßen mit vielen Ampeln fahren muss. Solche Wege hat auch Neuss zu bieten, einer davon ist der Eselspfad. Er führt von der Morgensternsheide im Norden bis zur Moselstraße im Süden westlich am Siedlungsrand um die Stadt herum. Ausflügler schätzen ihn, weil er im gesamten Verlauf kurze Wege zur City bietet, dabei aber komplett im Grünen verläuft. An seinem nördlichen Ende geht es auf direktem Weg weiter nach Holzbüttgen und nach Kaarst, im Süden endet er ein wenig zu früh am Gewerbegebiet Moselstraße.

Kreuzungsfrei im Süden

Zwischen Moselstraße und Einsteinstraße geht es kreuzungsfrei zuerst unter der Bahnlinie, dann unter dem Autobahnzubringer nach Grevenbroich hindurch. Das war nicht immmer so, im Jahr 2006 hat die Stadt auf Betreiben der Grünen eine Unterführung unter der Jülicher Landstraße bauen lassen, die eine der für Radfahrer schlimmsten Ampeln mit den längsten Wartezeiten für Radfahrer in der ganzen Stadt ersetzte. Seitdem fährt es sich hier sehr angenehm.

Das nächste Hindernis ist der Grefrather Weg, der an einer Stelle gequert werden muss, wo die Straße sehr breit ist. Die Stadt will diese Passage durch den Einbau von gleich zwei Querungssinseln entschärfen. Grundsätzlich finden wir das gut, es gibt jedoch auch Bedenken. Denn zwischen den beiden Inseln ist nicht gleich ersichtlich, aus welcher Richtung Autos kommen können, das könnte zu Missversändnissen führen. Es wurde daher der Vorschlag gemacht, es im Bereich der Querung bei einer Fahrspur je Richtung zu lassen - was die Stadt ablehnt mit der Begründung, in der morgendlichen Rush Hour gäbe es dann so viel Stau, dass der Bus nicht mehr durchkommt.

Frischer Asphalt in der Mitte

Im Abschnitt zwischen Preußenstraße und Hauptfriedhof hat die Stadt kürzlich auf einigen hundert Metern Länge den sandigen Untergrund durch eine solide Asphaltdecke ersetzen lassen. Das freut die Radfahrer und wertet die Alltagstauglichkeit des Eselspfad in diesem Abschnitt ganz erheblich auf. Wir schlagen vor, dass die Stadt im Bereich weiter südlich am Abenteuerspielplatz gleich weitermacht und auch hier den schmalen wassergebundenen Pfad duch einen ausreichend breite Asphaltweg ersetzt.

Zwangsstopp im Norden - oder eine weitere Unterführung?

Kann man die Rheydter Straße immerhin noch ampelgesichert queren, ist kurz dahinter an der Bahnstrecke Neuss-Mönchengladbach leider sehr oft erst mal Schluss und Warten angesagt. Denn dort befindet sich einer der wenigen verbliebenen ebenerdigen Bahnübergänge von Neuss. Im Schnitt alle sechs Minuten senken sich hier die Schranken, und oft bleiben sie für ene Viertelstunde und mehr geschlossen. Die Bahn wollte die technisch veralteten Übergang schon ganz schließen. Die Stadt erreichte immerhin, dass die Querung erhalten bleibt und die alten Rufschranken durch Automatikschranken ersetzt werden sollen. Damit würden sich die Wartezeiten verringern, verspricht man. Wir bleiben skeptisch, denn bei enger Zugfolge werden auch die Automatikschränken öfter mal für längere Zeit zu bleiben.

Wir schlagen daher auch hier eine Unterführung vor wie unter der Jülicher Landstraße. Denn nur mit weitgehend kreuzungsfreien Wegen schafft man ausreichend Anreiz, um vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen. Ein durchgehend asphaltierter und barrierefreier Eselspfad kann eine schnelle Direktverbindung zwischen Kaarst und den südlichen Neusser Stadtteilen werden. Führt man ihn im Süden unter der Bergheimer Straße hindurch an der Pomona vorbei weiter zur Obererft, wäre sogar die Verknüpfung mit dem Erftradweg möglich.

 

 

 


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