Workshop Baustellen-Kommunikation im Tiefbauamt der Stadt Münster

03.07.18
Kategorie: Verkehrspolitik, Verkehrsplanung

Die Teilnehmenden des Workshops. Zweiter von rechts: Matthias Wüstefeld vom ADFC (Foto: Stadt Münster)



Man kann nicht nicht kommunizieren. Baustelle an der Hammer Straße (Foto: Andreas K. Bittner)


Baustellen nerven – nicht nur Anwohner und Verkehrsteilnehmer, sondern auch Planer und Ingenieure. Rechtzeitige und umfassende Informationen, am besten aktuell im Internet einsehbar, wären ein erster wichtiger Schritt.

 

Für den ADFC Münsterland nahm Matthias Wüstefeld an der Veranstaltung teil. Erwähnenswert fand er auch die Kommunikation der Teilnehmenden untereinander. Wüstefeld: „Baustellenkommunikation soll ja im Vorfeld die möglichen Beschwerden und Unzufriedenheit aller Beteiligten besänftigen und die Auswüchse der Gegenwehr schon bei der Planung ersticken bzw. kanalisieren.“ Wüstefeld denkt dabei besonders an die Platanenpower im Hansaviertel. Er glaubt, dass Politik, Verwaltung und Stadtwerke von der Wucht und Nachhaltigkeit der Proteste zunächst überrascht und dann durchaus beeindruckt waren.

Baustellen: komplex und nervig

Alle Baustellen-Stakeholder, also Betroffene und Macher, wissen: Straßenbaustellen nerven – die Anwohner, die Verkehrsteilnehmer, aber auch die Planer und die Verantwortlichen. Sie verursachen Staus, zwingen zu Umwegen und machen Dreck. Und für die beteiligten Planer und Ingenieure bringt das komplexe Management einer Baustelle umso mehr Stress, je ärgerlicher Verkehrsteilnehmer und Anwohner sind. Um die bislang praktizierte  Baustellen-Kommunikation weiter zu verbessern, hatte das Tiefbauamt der Stadt Münster zu einem Workshop eingeladen: „Daher möchten wir mit Ihnen in Form einer innovativen Arbeitstechnik – Design Thinking – kreative Lösungsansätze erarbeiten. Es geht um aktives Mitarbeiten und Mitgestalten,“ hieß es in der Einladung.

Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Interessenverbänden, wie dem ADFC, und Verwaltung beschäftigten sich am 22. Juni 2018 in zwei  Workshop-Formaten  intensiv mit der Thematik. Sie hatten die Aufgabe, aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Anwohner, Lieferanten, Pendler, ÖPNV-Nutzer, Politiker, Bauleiter, Autofahrer und  Radfahrer die Anforderungen an eine umfassende Baustellen-Kommunikation zu erarbeiten.

Besser, früher und umfassender informieren

Als wichtig für die Verbesserung der Baustellenkommunikation wurde in fast allen Arbeitsgruppen eine umfassende Übersicht über geplante und bestehende Baustellen genannt, die auch im Internet einsehbar sein soll. Dazu müssen Informationen von den beteiligten Dienststellen und Firmen, die teils parallel und teils nacheinander auf einer Baustelle tätig sind, zusammengeführt und gebündelt werden. Das Tiefbauamt wird diese komplexe Aufgabe in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und den Telekommunikationsunternehmen anpacken. Tiefbauamt-Leiter Michael Grimm: "Der Workshop hat sich gelohnt, die Beiträge der Teilnehmer aus den verschiedensten Bereichen waren sehr hilfreich."

ADFC-Vertreter Wüstefeld: „In Zukunft muss noch viel früher und noch viel genauer überlegt werden was macht das Vorhaben mit mir, mit meiner Straße, mit meinem Viertel, mit meiner Stadt ...


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