SteverLandRoute – familienfreundliche Themenroute durch Münsterländer Landschaft

20.11.20
Kategorie: Radtouren, Lüdinghausen, Havixbeck, Coesfeld, Nottuln, Borken

Begleithandbuch zur SteverLandRoute



Betatest im Juli 2017 – der ADFC Münsterland begleitet eine Exkursion von Nottuln nach Olfen (Bild: Andreas K. Bittner)



Typisch Münsterland: Hofstätte, Gräfte und Sandstein



14 interaktive Stationen zu Wasserthemen – besonders für Kinder (im Bild Station 12 bei Olfen)



Entlang der Stever zwischen Appelhülsen und Senden



Mitmachmatschstation



Abendstimmung: Steveraue bei Olfen mit Brückenwerk aus der Kaiserzeit (Alle Bilder, wenn nicht anders benannt: Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V.)



Vier Teil-Etappen – schön dokumentiert und auch bei Komoot hinterlegt (Screenshot: ADFC Münsterland)



Logo der SteverLandRoute


Auf einer Länge von rund 60 Kilometern fließt die Stever durch das westliche Münsterland. Bereits vor über drei Jahren schilderte der ADFC die geplante SteverLandroute provisorisch aus und begleitete eine kleine Exkursion von der Quelle bis zum Stever-Auenfest in Olfen. Während der Streckenverlauf weitestgehend bekannt ist, sollte die neue Themenradroute den Weg des Wassers erlebbar machen. Sozusagen vom Regentropfen bis zum Wasserhahn. Im Kontext der Regionale 2016 haben die sechs Stever-Kommunen gemeinsam mit dem Kreis Coesfeld ihr interkommunales Projekt nun weitestgehend umgesetzt. Der Plan, eine ökologische wie touristische Aufwertungen der Stever gemeinsam zu gestalten geht auf. Die Eröffnungsfahrt konnte Corona-bedingt nicht stattfinden.

 

Zur Erinnerung: Die Regionale 2016 war – von 2010 bis 2017 – ein Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für das Westmünsterland. Beteiligt waren die Kreise Borken und Coesfeld sowie einige angrenzende Gemeinden – wie zum Beispiel die Stadt Selm. Die Regionale 2016 stand unter dem Motto „ZukunftsLAND“. Ein zentrales Thema war die Weiterentwicklung der Münsterländer Parklandschaft vor dem Hintergrund konkurrierender (land)wirtschaftlicher, ökologischer und touristischer Interessen. Aus einem komplexen Bewerbungsverfahren hatten sich 36 Projektideen herauskristallisiert, die von einer Agentur mit Sitz in Velen koordiniert wurden.

Für Radfreundïnnen interessant ist vor allem die übergreifende „Gesamtperspektive Flusslandschaften“, die sich mit den Entwicklungschancen der Lippe-Flussauen beschäftigt: im Süden und Osten die Zuflüsse Heubach (Halterner Mühlenbach) und Stever. Im Westen: Issel, Bocholter Aa, Schlinge, Berkel und Ahauser Aa sowie schließlich im Norden: Dinkel und Vechte.

Die Stever, die in der Bauerschaft Uphoven bei Nottuln entspringt, fließt auf ihrem etwa 58 Kilometer langen Weg zunächst durch das Kreisverbandsgebiet des ADFC – im Kreis Coesfeld (Nottuln, Dülmen, Senden, Lüdinghausen, Olfen), touchiert kurz Selm (im Kreis Unna) und findet schließlich bei Haltern im Kreis Recklinghausen ihren Abschluss in einer künstlichen Seenlandschaft, kurz vor der Mündung der Stever in die Lippe. Wirklich neu ist die Steverlandroute eigentlich nicht, nimmt sie doch größere Teile der bekannten Sandsteinroute und der beliebten Schlösserroute auf und soll zugleich Bindeglied zwischen (über)regionalen Themenrouten Berkelroute, Römer-Lippe-Route und Bocholter Aa-Radweg sein.

Artenvielfalt, Naturschutz, Erholung

Selbstverständlich kann mensch einfach nur entspannt auf auto- und steigungsarmen Radwegen vorbei an Wassermühlen und alten Hofstellen mit Baumberger Sandstein fahren. Auch die Wasserburgen und Schlösser der Region – Schloss Senden, Burg Kakesbeck und auch Burg Vischering – sind von Stever-Wasser umgeben. Unterwegs geht vorbei an ökologisch aufgewerteten Flussabschnitten, durch Naturschutzgebiete, wie die Rieselfelder in Appelhülsen, entlang der Alten Fahrt bei Senden und durch die Steveraue bei Olfen.

Neu ist indes der thematische Bezug: das Projekt folgt den Spuren des Wassers. So ist eine (offiziell) 71,1 km lange, gut ausgeschilderte Radroute entstanden, die sechs Städte und Gemeinden direkt verbindet – und neben einem möglichen Abstecher nach Nordkirchen – auch Mitmachstationen vor allem für Kinder anbietet. Denn unterwegs begleiten nun 14 Stationen die SteverLandRoute mit insgesamt neun, sogenannten interaktiven Elementen. Dazu zählen beispielsweise Ausgrabungskiste, Geschichtswürfel und Murmelbahn. Sie alle vermitteln Stever-Themen, wie die Entstehung des Quellgesteins, die Veränderung des Flusslaufes oder die Rolle des Flusses im weltweiten Wasserkreislauf. (Dazu gibt es eine eigene Kinder-Entdecker-Karte sowie „SteverMünzen“ als Belohnung für absolvierte Stationen)­­.

Nach Pionierfahrt im Juli 2017 zogen wir ein erstes Fazit:

Die SteverLandRoute verspricht eine abwechslungsreiche, chillige Themenroute entlang des Wassers zu werden. Während der Einstieg (Quellen in Nottuln) nicht ganz so leicht mit dem Zug zu erreichen ist (hier bietet sich am ehesten Billerbeck an), ist die Rückfahrt vom Zielort Haltern (oder Sythen) problemlos. Am Wegesrand gibt es schon jetzt viel Abwechslung: Naturbeobachtung und Geschichte, verträumte Auen und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, Badeseen und Aussichtspunkte. Wir sind gespannt, was das Regionale 2016-Projekt – außer der Beschilderung – noch hinzufügt.

Im Sinne der ADFC-Kampagne #Abseitsradeln, bei der es darum geht, entspannt und jenseits der touristische Hotspots corona-konforme Touren in der näheren Region zu machen, werden wir in den nächsten Tagen die Stever in ihrer gesamten Länge erfahren. Mal schauen, was sich geändert hat.

Weitere Informationen

Zur Route gibt es ein umfangreiches Begleitbuch, das Teiletappen und Abstecher – etwa zum Tilbecker Mordkreuz – beschreibt. Es ist bei den Tourist-Informationen der Stever-Kommunen erhältlich ist. Als PDF-Download hier auch in vier Häppchen:


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