Radfahren im verkehrsberuhigten Bereich

01.03.02
Kategorie: StVO

LK Nr. 59 1/2002, Münster. Verkehrsberuhigte Bereiche werden durch das blaue "Spielstraßenschild" angekündigt. Dort dürfen Fußgänger die Straße in ihrer gesamten Breite benutzen; Kinderspiele sind dort überall erlaubt. Dies erfordert gleichzeitig eine Rücksichtnahme durch den Fahrzeugverkehr, der in diesem Bereich Schrittgeschwindigkeit einhalten muss und Fußgänger weder gefährden, noch behindern darf.

Die Anordnung der Schrittgeschwindigkeit gilt - wie das OLG Hamm jetzt klargestellt hat - auch für Radfahrer (Urteil vom 8.12.2000 - 9 U 112/00). Sie dürfen mithin nicht schneller als 5 km/h fahren. Verursacht der Radfahrer aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung im verkehrsberuhigten Bereich einen Unfall, wird ihn im Regelfall die überwiegende Haftung treffen. Kommt er zu Fall, weil er wegen überhöhter Geschwindigkeit ein bauliches Hindernis nicht rechtzeitig wahrnimmt, bleibt er selbst auf seinem Schaden sitzen. Notabene ein Hinweis für radfahrende Autofahrer und autofahrende Radfahrer: Im verkehrsberuhigten Bereich ist Parken außerhalb der gekennzeichneten Flächen unzulässig. Auch ohne das übliche Parkverbotsschild kann es dann ein "Knöllchen" geben!

P.S.
Nachtrag zum Artikel "Radwegbenutzungspflicht" - Leezen-Kurier Nr. 58, Seite 26
Nach einem Leserbrief aus der ADFC Ortsgruppe Steinfurt sei klarstellend darauf hingewiesen, dass ein baulich angelegter Radweg nach den straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften möglichst 2 Meter breit sein sollte. Die im Artikel angegebene Mindestbreite von 1,50 Meter stellt das äußerste Minimum dar, das von Verkehrsplanern nicht zur Norm genommen werden sollte.


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