Polizei warnt: Diebstähle von Taschen aus Fahrradkörben – mindestens eine Tat pro Tag

29.01.20
Kategorie: Rad in den Medien, Münster, Münster (OG)

Leichte Beute bei Leichtsinn.


Seit Ende Oktober 2019 wurden in Münster mehr als 100 Taschendiebstähle aus Fahrradkörben zur Anzeige gebracht. Die Täter sind ganztägig unterwegs. Meist zu Fuß. Sie nutzen die günstige Gelegenheit, Handtaschen und Rucksäcken unbemerkt aus Fahrradkörben von Radfahrenden (häufig Frauen) zu entwenden.

 

Sie stehen an Ampeln oder fahren aufgrund von hohem Verkehrsaufkommen im Bereich Bahnhof, Windthorststraße oder Promenade langsamer. Im Fahrradkorb auf dem Gepäckträger befinden sich Mobiltelefone, Schlüsselbunde, wichtige Dokumente – manchmal sogar Laptops. Solche Diebstähle sind nicht nur ärgerlich, sondern kosten Zeit und Geld. Sie sind vermeidbar.

Eine nicht vollständige Zusammenstellung von Polizeimeldungen aus Münster aus den letzten Wochen:

Die Polizei Münster empfiehlt Handtaschen und Rucksäcke mit wertvollen Sachen nicht in Fahrradkörbe zu legen und generell Wertsachen möglichst am Körper zu tragen. Taschen sollten mit Spanngurten gesichert oder in verschließbaren Satteltaschen transportiert werden. Ein Festbinden des Taschengurts an die Sattelstange birgt Gefahren. Es kann durch das Reißen an der Tasche zum Sturz und möglicherweise zu schweren Verletzungen führen. 

Erst am Montagabend (27.01., 19:55 Uhr) entwendete ein unbekannter Täter einen Rucksack aus dem Fahrradkorb einer 56-jährigen Münsteranerin. Die Radfahrerin fuhr vom Hauptbahnhof über die Windthorststraße in Richtung Innenstadt, als ein Zeuge sie auf den Diebstahl aufmerksam machte. Die Münsteranerin verfolgte den flüchtenden Täter. Dieser legte den Rucksack während der Verfolgung ab und entfernte sich weiter fußläufig. Nach Aussage der Radfahrerin soll der Täter ca. 20 Jahre alt, etwa 1,70 Meter - 1,75 Meter groß sein und sehr dunkle, kurze, leicht wellige Haare haben. Der Täter soll "weiche" Gesichtszüge, abfallende Schultern und ein "orientalisches" Aussehen haben.

Vanessa Arlt von der Polizeipressestelle in Münster räumt ein, dass die Aufklärungsquote nicht sonderlich hoch sei. Die Täter sind meist sehr schnell verschwunden. Auf die Frage, warum häufiger Frauen betroffen sind, hat Arlt eine einleuchtende Antwort: „Männer haben selten Handtaschen dabei.


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