Mitgliederversammlung 2019: ADFC fordert Wiederbelebung des "Runden Tisch Radverkehr"

13.03.19
Kategorie: Aktuelles, Münster, Verkehrspolitik

Kreisvorstand bestätigt: Vorsitzende Birgitt Oeser und Andreas K. Bittner mit Schatzmeister Jürgen Hupe (Bild: Martina Kocik)



Gut besuchte ADFC-Mitgliederversammlung im Bennohaus (Bild: Andreas K. Bittner)



Andreas K. Bittner, Vorsitzender, leitet die Versammlung (Bild: Martina Kocik)



Rechnungsprüfende Bernhard Lauhoff und Martina Kocik in gelöster Stimmung (Bild: Andreas K. Bittner)



Neuer Sprecher der Fachgruppe Radverkehr: Andreas Artmann (mit Mütze) und neue Delegierte Silvia Müller (2. v.l.) (Bild: Martina Kocik)



Blick ins Bennohaus (Bild: Andreas K. Bittner)



Ulrich Winkens, der neue Betreiber der Radstation stellt sich vor (Bild: Martina Kocik)



Stammtisch der OG Lüdinghausen (Bild: Martina Kocik)


Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) im Münsterland ist erfolgreich in die neue Saison gestartet. Auf der sehr gut besuchten Jahresversammlung am Montagabend im Bennohaus – zu der auch viele Aktive aus den Ortsgruppen angereist waren – konnte der Vorsitzende Andreas K. Bittner den Rekordstand von 4.087 Mitgliedern verkünden.

 

Nachdem die Radstation in den Münster Arkaden an einen neuen Betreiber übergeben worden ist, kann der Verein sich wieder auf das Tourenprogramm mit über 750 Angeboten im laufenden Jahr und seine verkehrspolitische Arbeit konzentrieren. Aktuell beschäftigt sich der ADFC mit dem Thema Fahrradstraßen, unter anderem mit dem geänderten Entwurf zur Umwidmung der Wilhelmstraße. Im Frühjahr soll im Rahmen der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ eine Kampagne zu 1,50 Meter Mindestabstand ins Leben gerufen werden.

Bei den turnusgemäß stattfindenden Wahlen wurde die Biologin Birgitt Oeser als 2. Vorsitzende bestätigt. Zum neuen Sprecher der Fachgruppe Radverkehr wurde Andreas Artmann gewählt; Silvia Müller, die bislang in der Selbsthilfewerkstatt „Leezenküche“ aktiv war, ist nun auch Delegierte im Landesverband NRW. Frank Gellern, der in der Vergangenheit schon Beisitzer im ADFC NRW-Vorstand war, wird – neben Peter Wolter, Luise Heynck und dem Ortgruppenansprechpartner Lux van der Zee – die Farben des Münsterlands bei der Landeshauptversammlung am 13. April 2019 in Essen vertreten. Nach dem Votum der Versammlung übernimmt Lux den Bereich Mitgliederservice/-verwaltung von Justus Efing, der aber weiterhin als Vertreter zur Verfügung steht.

Kooperationen und neue Aktivitäten

Bittner verkündete eine Kooperation mit dem Carsharing-Anbieter Stadtteilauto. Nachdem Klaus Benning und Team den traditionellen Clubabend revitalisiert haben, wird zudem ein eigenes Leezenkino geplant. Interesse bestand auch an Touren für Mountain-Biker; bislang werden dies nur von der Ortgruppe Gronau-Epe angeboten. Karsten Krol belegte mit eindrucksvollen Zahlen den Erfolg der Rahmencodierung im ADFC Münsterland. Wegen der großen Nachfrage und zahlreichen Veranstaltungen außerhalb von Münster, soll nun ein zweites Codiergerät angeschafft werden. Der kleine planmäßige Überschuss aus dem Jahr 2018 und eine solide Budgetplanung – wie immer detailliert und verständlich von Schatzmeister Jürgen Hupe präsentiert – erlauben diese Investition.

Stellvertretend für die Fachgruppe Radverkehr präsentierte Martin Kamps in Wort und Bild Eindrücke eine Exkursion in die Niederlande (hier als PDF). Gezeigt wurden positive Beispiele aus echten Fahrradstädten – wie Houten und Utrecht.

"Runder Tisch Radverkehr" soll wiederbelebt werden

Ohne Gegenstimme wurde ein Antrag verabschiedet, der mit Nachdruck die von Politik und Verwaltung zugesagte Wiederbelebung des Runden Tisch Radverkehr fordert. „In der Fahrradstadt Münster werden zahlreiche für den Radverkehr relevante strategische Entwicklungen und Diskussionen sowie bedeutende Einzelmaßnahmen angestoßen und vollzogen, ohne dass der ADFC oder andere Mobilitätsverbände dazu regelhaft eingebunden sind.“ Beispiele sind die umstrittene Vorfahrtsregelung an der Promenade, die Lastenrad-Kaufprämie, eine Rotfärbung von Fahrradstraßen, die stadtregionale Velorouten, erschreckenden Unfallzahlen oder die Parkmisere im Bahnhofsumfeld. „Anlassbezogene Zufallskontakte von Vorstandsmitgliedern oder Einzelpersonen können die wünschenswerte Partizipationsstruktur nicht ersetzen“, sagte Bittner. Über den Zuschnitt und Bezeichnung des Gremiums und ob der Tisch rund oder eckig sein soll, kann sicher noch diskutiert werden. Aber: Die Mobilitätswende, die ohne das Fahrrad nicht machbar sei, müsse endlich ins Rollen kommen. „Wir wünschen uns weniger Aktionismus und mehr Nachhaltigkeit. Leider fehlen uns in der Stadt oft die Ansprechpartner.“ Bittner wünscht sich einen Mobilitätsausschuss des Rates und einen hauptamtlichen Radverkehrskoordinator.

Gespannt warte man nun auf die Ergebnisse des Fahrrad-Klimatest 2018, die am 9. April dieses Jahres in Berlin verkündet werden. Dass Seriensieger Münster dann weiterhin ganz oben auf dem Treppchen steht, kann sich der ADFC Münsterland kaum vorstellen.


© 2019 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.