Konversion und Klima: „So weit wie möglich nachsteuern.“

07.07.20
Kategorie: Mobilität, Verkehrsplanung

Hat den Plan: KonvOY-Geschäftsführer Stephan Aumann (Bild: Andreas K. Bittner)



Stephan Aumann (rechts) erläutert Vertreterïnnen des Klimabeirats das Konversionsprojekt (Bild: Klimabeirat)



Viel Raum für Ideen: der ehemalige Exerzierplatz auf dem Oxford-Gelände (Bild: Andreas K. Bittner)



Visionen eines neuen Stadtquartiers – hier autofrei (Illustration: KonvOY)



Der Klimabeirat machte sich ein Bild von der geplanten Entwicklung des Oxford- Geländes, v.l. Harald Nölle, Andreas K. Bittner, KonvOY-Geschäftsführer Stephan Aumann und Helga Hendricks, komm. Geschäftsführerin des Klimabeirats. (Bild: Klimabeirat)


In wenigen Jahren sollen auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne 3.000 Menschen leben und arbeiten. Anfang Juli informierten sich Vertreterïnnen des Klimabeirats der Stadt Münster vor Ort zum aktuellen Planungsstand und den weiteren Perspektiven. Der ADFC Münsterland hatte sich in der Vergangenheit schon zum Bebauungsplan und den Veloroutenplanungen an der Roxeler Straße zu Wort gemeldet. Der Klimabeirat will zukünftig im Bewertungsgremium für die Konversionsflächen vertreten sein.

 

In Münster, der ehemaligen Garnisonsstadt, sind schon einige der ehemals militärisch genutzten Liegenschaften im Sinne einer zivilen urbanen Zukunft umgewandelt worden. Diesen Prozess nennt man auch Konversion.

Eine große Chance für Münster: Die Flächen der York- und Oxford-Kasernen in Münster bieten Platz für 3.000 Wohnungen. Hier finden bald 10.000 Menschen ein neues Zuhause.“

 … so steht es auf der Website des städtischen Tochterunternehmens KonvOY, das für die Erschließung und Vermarktung der Konversionsflächen in Gremmendorf (York) und Gievenbeck (Oxford) zuständig ist.

Beim Rundgang über das Gelände und im Gespräch mit KonvOY-Geschäftsführer Stephan Aumann interessierten den Klimabeirat insbesondere die ökologischen Standards bei der Sanierung der alten Gebäude und bei den Neubauten. Zudem waren das Mobilitätskonzept und die verkehrliche Anbindung des neuen Quartiers Thema des Austauschs.

Es war spannend, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen“, so Helga Hendricks, kommissarische Geschäftsführerin des Klimabeirats.

 „Mobilität eher konservativ geplant“

Der Beirat begrüßt, dass die Baufelder nacheinander ausgeschrieben werden und über Konzeptvergaben innovative Ansätze und ökologische Standards erreicht werden sollen. Gleichwohl bedauert der Klimabeirat, dass seine Empfehlungen aus früheren Stellungnahmen bei den Planungen kaum Berücksichtigung gefunden haben.

Auf dem Oxford-Gelände wurde die Chance vertan, hier eine autofreie Mustersiedlung nach dem Vorbild anderer Städte, wie Vauban in Freiburg oder Franklin in Mannheim, zu realisieren“, so Andreas Bittner vom ADFC Münsterland und Mitglied im Klimabeirat.

Auch Stephan Aumann räumte ein, dass in Sachen Mobilität eher „konservativ geplant“ worden sei. „Ob das Quartier autoarm wird, bleibt hier wohl eher dem Zufall überlassen“, so Andreas K. Bittner, dem es außerdem darum geht, die verkehrliche Anbindung an die Innenstadt vor allem für den Radverkehr attraktiv zu gestalten. „Direkt am Gelände führt die zukünftige Veloroute Nottuln – Münster vorbei. Hier sehen wir noch viel integrierten Planungsbedarf. “

Um bei der schrittweisen Erschließung, Vergabe und Entwicklung des Areals beteiligt zu sein, will der Klimabeirat darauf hinwirken, zukünftig auch im (bereits eingesetzten) Bewertungsgremium für die Konversionsflächen vertreten zu sein. Hier werden Kriterien für die Ausschreibungen und eingehende Konzepte beraten. „Wir wollen unsere Expertise in das Gremium einbringen und weiterhin auf eine möglichst nachhaltige und klimaschonende Entwicklung des Quartiers drängen“, so Helga Hendricks.

Ergänzende Informationen


© 2020 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.