Hauptsache Parken: Der AGFS-Kongress 2020 in Essen

29.02.20
Kategorie: Mobilität, Verkehrspolitik

Verkehrsdebatten sind männlich. NRW-Verkehrsminister (Mitte) beim AGFS-Kongress /Foto: AGFS)



Michael Milde, Münster: "Parken ohne Ende?" (Foto: Andreas K. Bittner)



Nebenan auf dem Messegelände: Vorbereitungen für den Radentscheid Essen (Foto: Andreas K. Bittner)


„Kann denn Parken Sünde sein?“ – fragen die Veranstalter im Nachgang zu der sehr gut besuchten Veranstaltung auf dem Essener Messegelände – parallel zur FahrradEssen. Ja, lautet die, wenn dadurch die Verkehrsräume „Anderer“ eingeschränkt werden. Aus unserer Sicht muss es aber auch um eine verbesserte Aufenthaltsqualität in urbanen Räumen gehen. Die menschengerechte Stadt. Parks statt Parkplätze. Inzwischen stehen auch die Folien der acht Präsentationen online.

 

„Hauptsache Parken“ – so das Motto beim dem AGFS -Kongress  am 27.02.2020 in der Messe Essen. Über 700 Teilnehmerïnnen – eine neue Rekordbeteiligung – dokumentierten, dass „Parken“ zu einem der wichtigsten Themen in der aktuellen Mobilitätsdebatte geworden und wesentliche Voraussetzung einer Verkehrswende ist. Elmar Post vom ADFC-Münsterland, der schon an zahlreichen AGFS-Kongressen teilgenommen hat, erinnert daran: "Wir dürfen die langjährige Privilegierung des Autos eben auch beim Raummissbrauch nicht vergessen." Umparken – Umsteigen – Umdenken, das ist der neue Dreiklang der Verhaltenswende.

In großer programmatischer Bandbreite thematisierten die Kongressredner – die sogenannte Keynote wurde von Michael Milde, Verkehrsplaner bei der Stadt Münster  gehalten – die ganze Palette an Denkmodellen zur Zukunft des Parkens und baulich-technischen Lösungen. Strategien für das Parkraummanagement und - bewirtschaftung, Anreizsysteme, Best-Practice-Beispiele aus dem In- und Ausland bis hin zur Überwachung und Digitalisierung. 

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst betonte die Bedeutung des Radverkehrs im Mobilitätsmix.

„Das Fahrrad ist heute als Fortbewegungsmittel nicht mehr wegzudenken.  Durch Pedelecs und E-Bikes wird der Radverkehr zunehmend zum Pendlerverkehr, weil damit auch längere Strecken zurückgelegt werden können. Für eine gute Radinfrastruktur stellt das Land so viel Geld wie nie zuvor zur Verfügung und schafft neue Stellen für Planer, die sich dem Radwegebau widmen werden. Im Verkehrsministerium wird zudem ein Gesetz für besseren Radverkehr erarbeitet. Mit all diesen Bausteinen wird der Radverkehr einen wachsenden Beitrag zu sauberer und besserer Mobilität leisten.

Der Verkehr ist männlich, die Mobilität ist weiblich

Ein Landesminister, zwei Oberbürgermeister (Essen und Krefeld), 1 Moderator sowie acht Experten / Speaker verdeutlichten einerseits, wie facettenreich das Thema Parken ist; andererseits ist es den Veranstalterïnnen – wie so oft – nicht gelungen, die Facetten der Gesellschaft sowie der Teilnehmenden im Verkehr und in der Mobilitätsdebatte auch nur im Ansatz abzubilden. Wir hoffen hier auf den Kongress im Jahr 2021.

  • Parken ohne Ende...?
    Michael Milde, AGFS-Stadt Münster
  • Die Zukunft des kommunalen Parkens
    Dr. Bernd Bienzeisler, Fraunhofer Institut
  • Wo parken unsere Pakete?
    Prof. Dr. Bert Leerkamp & M.Sc. Tim Holthaus, Universität Wuppertal
  • Öffentlicher Raum und Parken
    Michael Vieten, IGS, Neuss
  • Smarte Pendler
    Michael Zyweck, Verkehrsverbund Rhein Ruhr
  • Parken als Schlüssel zur Verkehrswende
    Prof. Dr.-Ing Wolfgang Haller & Dr.-Ing Christian Adams, SHP Ingenieure, Hannover
  • Wo parken eigentlich die Holländer?
    Bas Govers, Goudappel Coffeng, Utrecht
  • Umdenken UMPARKEN Umsteigen – Leitthesen zur Zukunft des Parkens
    Dr. Alexander Berger, Bürgermeister der Stadt Ahlen und Mitglied des AGFS-Präsidiums 

Die Vorträge (und zahlreiche Fotos) der Veranstaltung können im Internet heruntergeladen  werden


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