Familienzuwachs: Von Manchester nach Münster. Kreisverband freut sich über sein 4000. Mitglied

22.11.18
Kategorie: Aktuelles, Münster, Presse

Familienfoto (von links): Lux van der Zee (Mitgliederstatistik), Serena (Mitglied Nr. 4000), Andreas K. Bittner (Vorsitzender ADFC Münsterland), Martina Kocik (ADFC Landesvorstand NRW), Astrid (Mutter und Mitglied Nr. 3.998)



Vor 32 Jahren: der allererste Leezenkurier


Lux van der Zee, Ortsgruppen-Ansprechpartner und intimer Kenner unserer Mitgliederstatistik, ahnte es als Erster: Im Oktober 2018 werde der ADFC Münsterland sein 4000. Mitglied (in Worten: viertausend) begrüßen. Jetzt wissen wir, wer sie ist. Serena, 14, aus der Aaseestadt in Münster, die zusammen mit ihrer ganzen Familien eingetreten ist.

 

Mutter Astrid nutzt ihre Mittagspause, um sich mit Martina Kocik, Beisitzerin im ADFC-Landesvorstand NRW und dort zuständig für Chancengleichheit und Vielfalt, sowie dem ADFC-Vorsitzenden Andreas K. Bittner mitten im Fahrradchaos am Hauptbahnhof zu treffen. Lux van der Zee, der den “historischen“ Mitgliederantrag gleich mitgebracht hatte, wollte ebenso dabei sein, wie Norbert Bieder, der kurz vor Redaktionsschluss ein Titelbild für den nächsten Leezenkurier machte. Serena, unser 4000. Mitglied, ist von soviel Aufmerksamkeit überrascht. Die vierzehnjährige Schülerin am Gymnasium Paulinum (ja, immer noch mit Latein!) freut sich über unseren Blumenstrauß und die bunte Packtasche, die farblich gut zu ihrem Fahrrad passt.

Familienzuwachs im ADFC

Serenas Mutter Astrid ist Lehrerin und hat gleich die ganze Familie angemeldet – Vater Dieter sowie die Geschwister Serena, Elisabeth (16) und Marcus (11). Erst vor zwei Jahren (ja, kurz vor dem Brexit-Referendum!) sind sie von Manchester nach Münster gezogen. Fahrradfahren sei dort, im Norden Englands, eine Katastrophe. Sie fürchtet, dass die marode Infrastruktur mit dem Brexit noch schlechter werde. Über die Fahrradwege in Münster ist sie begeistert. „Hier kann ich meinen Kindern mehr Freiheit geben. Endlich können alle allein mit dem Rad zur Schule fahren.“ Sie findet die Radwege in Münster prinzipiell sicher und hat eher Angst, dass ihr das Fahrrad geklaut wird. (Alle 98 Minuten wird in Münster ein Fahrrad geklaut Westfälische Nachrichten vom 22.11.2018) Bittner fällt sofort auf, dass Serenas Rad rahmencodiert ist. Stimmt: „Über das Codieren sind wir auf den ADFC aufmerksam geworden.“

Glaubwürdige Radverkehrspolitik braucht mehr Vielfalt

Mit inzwischen über 4000 Mitgliedern sind wir einer der größten Umweltverbände im Münsterland,“ sagt ADFC-Vorsitzender Bittner nicht ohne Stolz. „Wir bieten nicht nur ein lebendiges Vereinsleben und jährlich mehr als 750 geführte Radtouren für alle Altersgruppen. Vor allem setzen wir uns für den Alltagsradverkehr im Münsterland ein. Nach dem Motto: zügig, sicher, komfortabel.“ Der ADFC Münsterland werde in Politik, Wirtschaft und Verwaltung zunehmend als Ansprechpartner für die Mobilitätsfragen gesucht. Bittner ist deshalb nicht überrascht, dass der ADFC Münsterland bei der konstituierenden Sitzung des Beirats zum Masterplan Mobilität Münster 2035+ mit am Tisch sitzt. „Wir werden deutlich machen, dass eine echte Verkehrswende nur mit dem Fahrrad im Mittelpunkt möglich ist. Dabei haben wir nicht nur die Promenade, sondern die gesamte Stadtregion im Blick.

NRW-Vorstandsmitglied Martina Kocik repräsentiert mit knapp 42.000 Mitgliedern den größten ADFC Landesverband in Deutschland; sie möchte nicht nur das verzerrte Bild des Fahrradclubs in der Öffentlichkeit – weiße, mittel-alte Männer mit Helm und greller Weste, die bei Radtouren immer zu schnell vorausfahren und über Pedelecs fachsimpeln – verändern. „Wir brauchen mehr Vielfalt im ADFC – mehr Frauen, mehr junge Menschen, mehr Familien. Ein lebendiger ADFC muss alle Bevölkerungsgruppen mitnehmen. Das ist der Schlüssel, wenn wir bis 2025 eine Million ADFC-Mitglieder in Deutschland haben wollen.“

Bernadette-Julia Felsch, Landesvorsitzende ADFC Bayern, die Anfang November nicht mehr für den ADFC-Bundesvorstand kandidierte, drückte es in ihrer Abschiedsrede in Darmstadt so aus: „Außerdem –  das darf man nicht vergessen - sind es meist die Frauen, die andere Familienmitglieder und Bekannte mitbringen. Frauen sind deshalb auch der Schlüssel für einen jüngeren und vielfältigeren ADFC.

So ist das! Astrid und Serena wollen übrigens demnächst in der Leezenküche vorbeischauen. Der ADFC Münsterland freut sich über den Familienzuwachs.


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