E-Bikes, Elektromobilität und Marktdaten (Teil 1)

03.07.19
Kategorie: Technik, Mobilität, Verkehr

Cargobike aus Münster mit leichtem Pendix eDrive-Antrieb (Bild: Traix Cycles)



E-Mountainbike im Test auf den Eurobike Media Days in Südtirol (Bild: Eurobike)



Kleiner Motor-Flitzer für schwere Menschen (Bild: isy)



Klassisches Pedelec mit Mittelmotor und verborgenem (Intube) Akku (Bild: AT Zweirad)



E-Bike: Elektrofahrzeug für die innerstädtische Waren- und Post-Logistik (Bild: Eurobike)


Laut aktuellen Statistiken beträgt der Anteil von Pedelecs an verkauften Zweirädern in den Niederlanden 40 Prozent; in Deutschland sollen es inzwischen knapp 24 Prozent sein. Tretkraft-unterstützte E-Mobilität gehört längst zum Alltag. Wie sieht die Marktsituation in Deutschland aus? Und was passiert mit den Alt-Akkus? Fragen, die auch bei der nächsten Eurobike, die von 4. bis 7. September in Friedrichshafen stattfindet, für Diskussionsstoff sorgen dürften. Ein Beitrag in zwei Teilen: Heute: Markt und Zahlen

 

Pedelecs, gern auch als E-Bikes bezeichnet, gehören längst zum Alltag auf deutschen Straßen. Ob in der Freizeit, für den Weg zur Arbeit, als Sportgerät oder als Alternative für den Warentransport in verstopften Innenstädten – die neue Elektromobilität bietet interessante Lösungen für viele Bereiche.

Pedelecs sind seit einigen Jahren Verkaufsschlager und – im Wortsinne – Motor der deutschen Fahrradindustrie. 2018 waren knapp 24 % der verkauften Fahrräder in Deutschland strombetrieben. Die Zuwächse in Stückzahlen waren in den letzten Jahren stets zweistellig. 980 000 Stück brachte der Handel im vergangenen Jahr nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) unter die Leute – ein Umsatzplus von 36 %.

Mit einem erneut deutlich gestiegenen Marktanteil auf aktuell 23,5% des Gesamtfahrradmarktes unterstreicht das E-Bike seine Bedeutung für die Fahrradwirtschaft, aber auch für den Verbraucher. Der Zweirad-Industrie-Verband korrigiert seine Prognose auf mittelfristig 30% Marktanteil und glaubt, dass langfristig ein Marktanteil von 35% realistisch scheint.

  • Ca. 99,5% aller verkauften E-Bikes sind Pedelecs (E-Bikes 25), also tretkraft-unterstützte Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit bis zu 25 km/h und einer Nenndauerleistung des Motors bis max. 250 Watt.
  • Nur 0,5% aller Verkäufe sind E-Bikes 45, also schnelle E-Bikes (S-Pedelecs). Diese sind versicherungspflichtig (Nummernschild!), es besteht Helmpflicht – und im Unterschied zu E-Tretrollern haben diese nichts auf dem Radweg zu suchen.

Auch in Europa sind E-Bikes deutscher Hersteller, so der ZIV, nach wie vor sehr beliebt. Beim Export konnte ein Plus von 51% auf 440.000 Fahrzeuge verzeichnet werden.

Gründe für den Boom

Die Gründe für den Boom bei den E-Bike-Verkäufen sind vielfältig. Die deutsche Fahrrad- und E-Bikeindustrie ist innovationsfreudig –  auch wenn die Liefersituation manchmal nicht Schritt hält. Vollintegrierte Akkus (Intube) und Antriebe, ansprechenderes Design oder hochwertige Werkstoffe tragen dazu bei, die Attraktivität der Fahrzeugkategorie zu steigern. Die demographische Entwicklung spielt sicherlich auch eine Rolle. Hinzu kommt, dass mittlerweile fast alle Modellgruppen elektrifiziert sind. Selbst Renn- oder Jugendräder sind inzwischen mit elektrischer Unterstützung erhältlich. Somit wird das E-Bike für immer breitere Käufergruppen interessant.

Immer noch großes Potential und viel Luft nach oben sieht der Zweirad-Industrie-Verband bei der Nutzung des E-Bikes für den täglichen Weg zur Arbeit. Da Fahrräder und E-Bikes gesetzlich dem Dienstwagen gleichgestellt sind, können Unternehmen ihren Mitarbeitern das Fahrzeugleasing zu attraktiven Konditionen anbieten. Stichwort: Betriebliche Mobilitätsförderung / Fahrradfreundlicher Arbeitgeber.

Nicht zuletzt sieht man vermehrt E-Lastenräder in den Städten und innerhalb der Flotten großer Logistikdienstleister. Damit sorgt das E-Cargobike bereits heute für eine kleine Entlastung in den durch gewerblichen Lieferverkehr chronisch verstopften Städten. Diverse „Lastenrad-Kaufprämien“ – wie in Münster auch für den Privatbereich – vereinfachen so manche Kaufentscheidung, auch wenn das Parkplatzproblem gerade in den Großstädten damit noch nicht gelöst ist.

Der Anteil der Modellgruppen innerhalb der Kategorie E-Bike (nach Stück) stellt sich aktuell laut ZIV-Statistiken so dar:

  • E-Trekking 36,5%
  • E-City-/Urban 33%
  • E-MTB 25%
  • E-Lastenräder 4%
  • schnelle E-Bikes 0,5%
  • Sonstige mit 1% (dazu zählen auch Falträder)

 

Daten: Zweirad-Industrieverband (ZVI) 03/2019. Bilder dienen der Illustration; sie stellen keine Werbung dar.


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