De Sallandse Heuvelrug – Tagestour zum Schwarzwald der Niederlande

14.09.16
Kategorie: Münster, Gronau-Epe, Presse, Tourismus, Radtouren

Startklar - Andreas K. Bittner mit OG-Sprecher Herbert Wenker (re.) Bild Andreas K. Bittner



Gruppenbild vor Fabrikantenvilla und Heide. Bild Andreas K. Bittner



Herbert mit Freundin Jutta vor Heidelandschaft Bild Andreas K. Bittner



Ijsboerderij - Der Eisbauer. Bild Andreas K. Bittner



Hier geht es zum Knotenpunkt 14. Bild Peter Wolter


Bereisung des KV Münsterland durch Andreas K. Bittner - Ortsgruppe Gronau / Epe: Hätten Sie’s gewusst? Kurz hinter der Grenze bei Gronau liegt eine der größten Heideflächen Europas. Eingebettet in eine abwechslungsreiche Hügellandschaft. De Sallandse Heuvelrug (Sallander Hügelrücken), Provinz Overijssel, ist ein rund 5000 ha großes, perfektes Gebiet für Wanderungen und Fahrradtouren mit überraschenden Aussichten. Davon rund 2700 ha, südlich der Straße Nijverdal-Raalte, die als Nationalpark ausgewiesen sind - mit Besucherzentrum, Cafeteria und Sternwarte.

Für den 21. August hatte die Ortgruppe Gronau/Epe im Kreisverband Münsterland mich eingeladen, einige niederländische Berge (Hellendoornse Berg, Haarlerberg oder Holterberg, mit bis zu 75 M.ü.N.N.) zusammen zu erkunden. Ihr agiler Sprecher Herbert Wenker lud, wie jedes Jahr, zu einer grenzüberschreitenden Ausfahrt pünktlich zur Heideblüte. Eigentlich fahre ich lieber vom heimischen Frühstücktisch in die Natur auf Tour, aber in diesem speziellen Fall kann man getrost die bestens organisierte gemütliche Sonntagsfahrt empfehlen.

Mountainbiketouren und Holländische Weinbaugebiet

Neben Herbert, der darauf besteht, dass zur Ortsgruppe auch sein Geburtsort Epe gehört, gibt es in Gronau noch den Tourenleiter Joe Krafzik und – als besondere Attraktion auch für jüngere Mitglieder –  die Mountainbiketouren von Annika Terhalle. Die Ortsgruppe, die aktuell aus 21 Männern und 15 Frauen besteht, ist seit ein paar Jahren so richtig aufblüht. Im Tourenprogramm hat sie einiges mehr als die Heide zu bieten: eine Mondscheintour im September, die Winter-Kaffee-Punsch-Fahrt im November und eine Käse-und Weintour. Den Käse bringen die Radlerinnen und Radler selbst mit. Den Wein verkosten sie bei drei Gütern im niederländischen (!) Weinbaugebiet (!!) Ost-Achterhoek.

Doch zurück nach Gronau an der holländischen Grenze. Hier, am schmucken Landesgartenschaugelände von 2003, treffen sich 20 ADFCler bei durchwachsenem Wetter, fixieren routiniert die Leezen auf den Fahrradträgern und los geht es über die (holländische) A1 zum kleinen Bahnhof von Holten (Hier gibt es auch einen Fahrradverleih.) Ein idealer Startpunkt über die zum Teil naturbelassenen Fietspads für unsere Heidetour, bei der das Geburtstagskind Dieter den Schlussmann und Fotographen gibt. Zunächst geht es durch Kiefernwälder bis zum ersten Aussichtspunkt. Tatsächlich steht die Heide in voller Blüte, die Blaubeeren sind abgeerntet, die Cranberries noch nicht reif – und in der Luft liegt ein schwacher Honigduft, denn auch Imker und Immen sind hier aktiv.

Knooppunktsystem

Von Knotenpunkt zu Knotenpunkt (fietsknooppunten) radelt es sich bequem durch Nijverdal zum modernen Besucherzentrum des Naturschutzgebiets. Dort gibt es Informationen, Souvenirs – und frischen Kaffee. Genau richtig zu den selbst gebackenen Muffins, die die Mitradlerin Margret netterweise der Gruppe spendiert hat.
Auf den nächsten Kilometern wird das Wetter nicht besser; beachtlich im Übrigen, wieviele Pedelecs inzwischen bei ADFC-Touren mit dabei sind – heute schnurren mehr als die Hälfte der Zweiräder mit unserer und mit Motorunterstützung über niederländischen Sandboden. Wir sind schließlich im Holländischen Schwarzwald, wie einige Touristiker die Gegend nennen, und so geht es gemächlich hügelan zu einem grandiosen Aussichtspunkt. Fototermin. Paarweise vor Heideteppich und Kiefernkulisse.

Pannenkoeken und Frietjes

Von dort rollt es sich prächtig Richtung Sprengenberg, einem idealen Platz für ein Gruppenfoto. Ein skurriles schlossähnliches Gebäude, eine ehemalige Fabrikantenvilla, die heute eine private Stiftung beherbergt, gibt ein perfektes Hintergrundmotiv ab. Nach einem Platten (in 6 Minuten behoben) und einem Pseudo-Platten rollt die kleine Schar beim Eisbauern vor. Der Milchhof stellt seit Jahren ein regional sehr beliebtes Eis her. Den Rohstoff liefern die eigenen Kühe.

Der Himmel klart ein wenig auf – und so ist die Einladung von Jubilar Dieter willkommen. Der gibt eine Runde in der Ijsboerderij – also in der Bauerneisdiele –  für alle aus. Während die einen den Stall besuchen, wo sich Kühe von großen Massagebürsten verwöhnen lassen, sitzen die anderen faul schleckend  in der Augustsonne. Dann kommt die Schlussetappe der rund 40 km langen Tour. Wir lassen Heide und Hügel hinter uns, kommen an ein paar typischen Bauernhofcampingplätzen vorbei und erreichen pünktlich mit dem nächsten Regenschauer den Marktplatz von Holten. Während sich die ersten Mitradler verabschieden kehren wir mit Herbert, Jutta und den anderen noch ein. Pannenkoeken, Frietjes und ein kühles Grolsch, das gleich um die Ecke gebraut wird.

Fazit: Eine entspannte Sommertour mit typischen und untypischen holländischen Landschaften. Der Sallandse Heuvelrug eignet sich auch hervorragend für Wanderungen und Tierbeobachtung. Zur nächsten Heideblüte empfehlen wir eine Tour mit der ADFC Ortgruppe Gronau/Epe.

Website: http://www.sallandseheuvelrug.nl/ (zum Teil auf D und E)



Andreas K. Bittner

© 2019 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.