Aufgeweckt!

18.11.19
Kategorie: Mit dem Rad zur Arbeit, Mobilität, Verkehr, Münster (OG)

ADFC-Aktive an der Promenade in Münster "Wecken für Aufgeweckte" und natürlich: #MehrPlatzfürsRad



Alltagsradler, ADFC-Mitglied und Oberbürgermeister: Markus Lewe (mit november-grauer Mütze) hat sichtlich Spaß.



#AufbruchFahrrad am Morgen: Interessante Alternative für das motorisierte Elterntaxi



Nass-kalter November: ADFC-Team mit "Wecken für Aufgeweckte"



Stefan Lange (vorne links), Deutschlands bester Fahrradmechatroniker-Geselle (2018/19), Geschäftsführer der ADFC Radstation Münster Arkaden bekam den letzten Wecken von ADFC-Vorsitzendem Andreas K. Bittner. (Alle Bilder: Thorsten Knölke)


Wie schon im letzten Herbst machte der ADFC Münsterland eine kleine Frühstücksaktion – für Alltagsradlerïnnen, die bei Wind und Wetter den Elementen trotzen – und bisweilen auch dem Inneren Schweinehund. Am 18.11. ab 7 Uhr morgens gab es „Wecken für Aufgeweckte“ an der Promenade, während der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ am Neutor – also ein paar nicht bevorrechtigte Übergänge weiter – die herbstlich-traditionellen Warnwesten aus der Hand gerissen wurden. Ein Alternativprogramm.

 

Auch an einem trüben Novembermontag – bei fieseligem Sprühregen, feuchten 5° C und auf einer seifigen Schicht Herbstlaub – fahren sehr viele Münsteranerïnnen über die Promenade mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule oder sie dösen im Anhänger der warmen KiTa entgegen. So an der Windthorststraße, wo im Jahresdurchschnitt täglich rund 13.000 Radfahrende den „Grünen Verteiler“ queren. In der morgendlichen Rush Hour sind es laut Verkehrsmessungen der Stadt sicherlich mehr als 1.000, die in knapp zwei Stunden hier durchrollen! Bislang werden sie, wie an allen anderen Übergängen, von Stopzeichen ausgebremst.

Am Montag verteilte der ADFC Münsterland ab 7 Uhr morgens wieder über 500 „Wecken für Aufgeweckte“ und dankte den Alltagsradfahrenden für ihre nachhaltige Mobilitätsentscheidung sowie den persönlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Auf seinem Weg ins Rathaus hielt auch Oberbürgermeister Markus Lewe auf einen Kaffee an. Er will sich mit dem Fahrradclub für #MehrPlatzFürsRad (so das aktuelle ADFC-Kampagnenmotto) einsetzen, beteuerte er – und erwartet bald weitere Fördermittel. Etwa für die adaptive Beleuchtung von Velorouten. Auch wenn wir die schöne Idee von einem Flyover, einem kreuzungsfreien „Überflieger“ nach Vorbild der Kopenhagener Cykelslangen , am Aegidiitor schon allzu häufig gehört haben, Markus Lewe brachte sie an diesem ungemütlichen Novembermorgen von sich aus ins Gespräch – bevor er aufgeweckt Richtung Rathaus radelte.

Wir sind wach,“ sagte der ADFC-Vorsitzende Andreas K. Bittner. „Wir werden Politik und Verwaltung auch im kommenden Jahr daran erinnern, wie wichtig das Fahrrad für die dringend notwendige Verkehrswende ist.

Nachdem die letzten Wecken an Radfahrende mit funktionierendem Licht – das waren geschätzte 99% an diesem Morgen – ausgegeben waren, kam noch Stefan Lange des Weges. Der 20-jährige ist seit Jahresbeginn Geschäftsführer unserer Radstation in den Münster-Arkaden und ist in NRW und soeben in einem bundesweiten Wettbewerb als Deutschlands bester Fahrradmechatroniker-Geselle (2018/19) ausgezeichnet worden.

Die Schokoladenseite oder: Bekleidung ersetzt keine Infrastruktur

Ein paar Hundert Meter weiter dürften die Gelbwesten, wie schon in den Vorjahren, schnell vergriffen gewesen sein. (Einige Hinweise aus der Stadtverwaltung: Westen als Geschenk mit Münster-Aufdruck sind käuflich z.B. bei Münster Souvenirs zu erwerben. Kindergärten können sich einen kostenlosen Satz Sicherheitsüberwürfe auf der Seite des Ministeriums für Verkehr des Landes NRW bestellen. Ansonsten gibt es die „Verkehrsdetektive-Weste“ im ADAC-Shop für  ca. 5 Euro.) Für Kinder mag das angehen. Allerdings sieht der ADFC Münsterland deutlich andere Prioritäten für Alle: mehr Rücksicht, eine deutlich bessere Infrastruktur für Radfahrende sowie ab und zu etwas Anerkennung für die ganzjährig stau-entlastenden Alltagsradfahrer. Deshalb soll es "Wecken für Aufgeweckte" auch im nächsten Herbst wieder geben.

Bericht von der Aktion im Jahr 2018 (von Peter Wolter)


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