Auf geht's – mit dem Rad zur Arbeit!

30.04.19
Kategorie: Mit dem Rad zur Arbeit, Münster

Mit dem Rad zur Arbeit – Season 9, Episode 1 (Foto: ADFC/AOK)



Logo "Mit dem Rad zur Arbeit"



Ein Grund, warum nicht jede/r gern mit dem Rad zur Arbeit fährt. (Foto: ADFC/ Westrich)


Heute starten AOK und ADFC die große Sommeraktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Ziel der seit 2001 laufenden Kampagne ist es, Menschen für das Fahrradpendeln zu begeistern. Doch trotz vieler Bemühungen steigt der Anteil der Radpendler bundesweit nicht, sondern ist zuletzt sogar leicht rückläufig gewesen. Der ADFC führt das auch auf die oft unzumutbare Fahrradinfrastruktur zurück und fordert mehr Platz sowie bessere Wege für das Rad.

 

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Die Hälfte aller Arbeitswege ist unter zehn Kilometer lang, knapp ein Drittel sogar unter fünf Kilometer. Es liegt also nicht immer an der Entfernung, dass die Menschen auf dem Weg zur Arbeit fast immer ins Auto steigen. Es liegt an den fehlenden Alternativen. Wenn ÖPNV und Radwege nur zum Gruseln sind, dann nutzen die Menschen diese Alternativen nicht freiwillig. Damit wir viel mehr Menschen für die gesunde und saubere Alternative begeistern können, brauchen wir einladende Radwege im ganzen Land!

Die Zahl der Radpendler könnte verdoppelt werden…

Während in den Niederlanden, dem Land mit dem weltweit am besten ausgebauten Radwegenetz, etwa 27 Prozent der Arbeitswege mit dem Rad zurückgelegt werden, sind es in Deutschland nur knapp 11 Prozent. Der Großteil (65 Prozent) der Arbeitswege wird mit dem Auto zurückgelegt. In den letzten Jahren ist der Anteil des Fahrrads sogar leicht rückläufig (2011: 10,8 Prozent, 2016: 10,6 Prozent). Aus der vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Studie „Fahrradmonitor 2017“ ist bekannt, dass Menschen in Deutschland das Rad gern häufiger für Alltagswege nutzen würden – allerdings unter der Voraussetzung, dass es mehr und bessere Radwege und Fahrradparkplätze gibt. Dafür wirbt der ADFC in diesem Jahr mit seiner Kampagne #MehrPlatzFürsRad. Der ADFC schätzt, dass sich die Zahl der Fahrradpendler durch hochqualitative Radinfrastruktur von etwa 4 Millionen Menschen mehr als verdoppeln ließe.

…wenn Radfahren mehr Komfort und weniger Kampf wäre 

Der ADFC-Fahrradklima-Test (von 2018), eine Umfrage unter 170.000 Radfahrerinnen und Radfahrern bundesweit, hatte erst kürzlich ergeben, dass die Menschen sich immer unsicherer beim Radfahren fühlen. 74 Prozent der Befragten sagten, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein fahren lasse könne. In den Großstädten sind es sogar 85 Prozent. Grund für das Unsicherheitsgefühl sind Falschparker oder andere Hindernisse auf Radwegen, die Radfahrende dazu zwingen, in den fließenden Autoverkehr auszuweichen. Aber auch die schlechten oder zu schmalen Radwege und der zu geringe Abstand zum Autoverkehr verursachen mulmige Gefühle bei Radfahrenden aller Altersgruppen. Stork: „Radfahren darf kein Kampf sein. Mit guten, vom starken Autoverkehr getrennten Radwegen kann es gelingen, doppelt so viele Menschen als bisher für das Fahrradpendeln zu begeistern. Dafür müssen die Kommunen dem Rad deutlich mehr Platz einräumen und kräftig in Vorrangrouten, übersichtliche Kreuzungen und großzügige Kreuzungen investieren.

Hintergrund zur Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“

Die Mitmach-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ von AOK und Fahrradclub ADFC läuft von Anfang Mai bis 31. August 2019. Berufstätige und Studierende sind aufgerufen, sich an mindestens 20 Tagen für den Weg zur Arbeit oder zum Hörsaal in den Sattel zu schwingen – auch auf Teilstrecken. 2018 haben sich 250.000 Menschen beteiligt und dabei 49,5 Millionen Kilometer zurückgelegt, statt aufs Gas. Zur Aktion anmelden kann man sich auf www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de.

Der ADFC Münsterland startet die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" (Hashtag #MdRzA) offiziell – zusammen mit der AOK Nordwest und einem fahrradfreundlichen Unternehmen aus Münster – am 8. Mai 2019. Einzelheiten rechtzeitig auf unserer Website.


© 2019 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.