Aktionen am „Tag des Fahrrads“ – diesmal auch in Münster

02.06.19
Kategorie: Verkehrspolitik, Sicherheit, Mobilität

UN-Website: World Bicycle Day (Screenshot)



Weltfahrradtag – die simbabwische Golf-Militärnationalmannschaft am ADFC-Stand (im September 2018)



Weltfahrradtag – ADFC-Aktive mit süd-koreanischen Studentinnen an der Radstation Münster Arkaden (Januar 2019)



Das Fahrrad – ein Symbol der Nachhaltigkeit (hier Lastenrad, Tandem und Bene Hoffmann)



Why celebrate the bicycle? (Bilder: Andreas K. Bittner)


Die Polizei Münster beteiligt sich am Montag (3.6.) zum europäischen Tag des Fahrrades an dem landesweit stattfindenden Aktionstag "Fahrrad und Pedelec" und lädt Interessierte herzlich ab 10 Uhr zum Infostand am Ludgeriplatz ein. Der ADFC Münsterland berät vor allem zum Sicherheitstraining, würde sich – ganz im Sinne der Vereinten Nationen am Welttag des Fahrrades auch ein paar positive Botschaften wünschen.

 

Der Europäische Tag des Fahrrades – so lesen wir etwas umständlich formuliert auf Wikipedia –  „ist ein Aktionstag in einigen europäischen Ländern und findet seit 1998 jährlich am 3. Juni statt. Er wurde anlässlich der zunehmenden problembehafteten Verkehrsdichte durch motorisierte Fortbewegungsmittel eingeführt und soll darauf hinweisen, dass das Fahrrad das umweltfreundlichste, gesündeste und sozial verträglichste Fortbewegungsmittel darstellt.“ Das Statistische Bundesamt (Destatis) stellt anlässlich des Tages aktuelle Statistiken zur Fahrradnutzung in Deutschland vor.

Zahlen der Polizei aus NRW und ein Fall aus Münster

Im letzten Jahr wurden 55 Radfahrende auf den Straßen Nordrhein-Westfalens getötet. Das sind fünf Radler mehr als im Vorjahr. Die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer stieg um 11,4 % auf 16.725. Bei den verunglückten Pedelec-Fahrern ist die Bilanz noch erschreckender. Die Zahl ist um 52,1 % auf 2.115 Verunglückte angestiegen. Bei den schwerverletzten Pedelecfahrenden lag der Zuwachs bei 61%, schreibt die Polizei Münster in einer Pressemitteilung.

Die Polizei Münster schildert zudem beispielhaft den Fall eines S-Pedelec-Fahrers von Anfang Mai, der sich auf dem Presseportal „Blaulicht“ nicht findet: "Erst Anfang Mai (8.5.2019, 14:15 Uhr) verletzte sich in Münster ein S-Pedelec-Fahrer am Schifffahrter Damm Ecke Edelbach schwer, da ein Rollerfahrer seine Geschwindigkeit falsch einschätzte und ihn erfasste. Der 72-jährige Rollerfahrer wollte vom Edelbach nach links abbiegen, als seinen Angaben nach der 44-Jährige mit einem "Affenzahn" von rechts seinen Weg kreuzte. Der 72-Jährige konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß mit dem 44-Jährigen zusammen."

Mit den immer wiederkehrenden Kontrollen der Polizei Münster und der Beteiligung an dem Aktionstag "Fahrrad und Pedelec" schaffen die Beamten mehr Sicherheit für Fahrrad- und Pedelecfahrer auf den Straßen.

Montag überwachen die Polizisten schwerpunktmäßig das Einhalten von Verkehrsvorschriften sowohl von wie auch gegenüber Rad- und Pedelecfahrenden und die vorschriftsmäßige Beschaffenheit der Zweiräder. Zudem informieren die Polizisten in Zusammenarbeit mit dem ADFC Münsterland, der Verkehrswacht Münster und der Kinderneurologie-Hilfe ab 10 Uhr vor dem Stadthaus 2 am Ludgeriplatz rund um das Thema Fahrrad und Pedelec.

UN erklärt den 3. Juni ebenfalls zum Welttag des Fahrrads – und feiert es

In ihrer 72. regulären Vollversammlung haben die Vereinten Nationen (UN) am 12. April 2018 eine Resolution verabschiedet, die den 3. Juni zum offiziellen Weltfahrradtag (World Bicycle Day) macht.

Die Mobilitätsbedürfnisse derjenigen Menschen, die gehen und Fahrrad fahren – und damit meist die Mehrheit der Stadtbewohner*innen – würden weiterhin vernachlässigt, stellt die UN in ihrem „Share the Road Programme“ Jahresbericht 2018 fest (PDF in englischer Sprache). Zugleich verweist sie auf Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den Gesundheitsaspekt des Fahrradfahrens betont. (Walking and Cycling, Englisch).

Why celebrate the bicycle?

Warum das Fahrrad feiern, fragt die UN – und zählt auf:

  • Das Fahrrad ist ein einfaches, bezahlbares, verlässliches, sauberes und umweltbewusstes Transportmittel.
  • Das Fahrrad kann als Instrument der Entwicklung gesehen werden, da es nicht nur Transportmittel ist, sondern auch den Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge und Sport ermöglicht.
  • Die „Synergie“ zwischen dem Fahrrad uns seinen Benutzer*innen fördert die Kreativität und das soziale Engagement und ermöglicht Fahrradfahrenden die unmittelbare Erfahrung seiner lokalen Umgebung.
  • Das Fahrrad ist ein Symbol für nachhaltigen Transport und übermittelt positive Botschaften, sich für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen einzusetzen – und es hat positive Auswirkungen für das Klima.

Auch wenn wir uns beim ADFC Münsterland für Vision Zero, bessere Fahrradinfrastruktur und weniger motorisierten Individualverkehr in Münster einsetzen, informieren wir am 3. Juni zu Sicherheitsfragen – und laden Menschen zu Sicherheitstraining in unsere Radfahrschule ein. Vor allem möchten wir das Fahrrad an seinem UN-Ehrentag aber vor allem feiern.


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