Ahaus – das andere Bocholt.

18.12.18
Kategorie: Radtouren, Radreisen, Ahaus

Treffen in Ahaus (von links): Peter Wolter, Herbert Moritz, Andreas K. Bittner und Bürgermeisterin Karola Voß



Adventliche Kaffeetafel mit Beamerblick



Schlosshof: Radtourenleiter*innen zu Fuß und geführt



Schloss Ahaus: Als barockes Wasserschloss 1690 fertiggestellt



Herbert Moritz, Gastgeber, OG-Sprecher, engagierter Umwelt- und Fahrradaktivist



Nikolai, in die Zukunft des ADFC Münsterland blickend?



Die Radstation in Ahaus


Am Samstag, 15. September trafen sich knapp 60 ADFC-Radtourenleiter*innen zum alljährlichen Kreisverbandstreffen und Gedankenaustausch in Ahaus. Nachdem die Ortsgruppe (OG) Bocholt das Treffen überraschend abgesagt hatte, übernahm die OG Ahaus spontan die Organisation.

 

OG-Sprecher Herbert Moritz hatte kurzfristig einen vorweihnachtlich geschmückten Raum, Speisen und Getränke sowie zwei Stadtführerinnen organisiert. Diese erzählten  den TourGuides vom A-Haus (einstmals buchstäblich das erste Haus am Platze) und machten eine kurze, kenntnisreiche Führung durch das Wasserschloss Ahaus – dereinst die Residenz der Fürstbischöfe von Münster und heute beliebter Zwischenstopp der 100-Schlösser-Route. In knappen Wikipedia-Worten:

Schloss Ahaus ist eine axialsymmetrische Anlage, die von einem Park umgeben ist. Vorburg und zweigeschossiges Hauptschloss liegen auf eigenen Inseln. Das dreiflügelige Hauptgebäude besitzt eine Hufeisenform, die in Richtung Vorburg geöffnet ist. Seine Hoffassade wird durch einen dreigeschossigen Mittelrisalit bestimmt. Am Gebäude sind die Merkmale des französischen und niederländischen Barocks unverkennbar, jedoch erscheint der Bauschmuck noch den Prinzipien des Manierismus verpflichtet.“

Stadtradeln und mehr

Zu Beginn des Nachmittags  hatte Bürgermeisterin Karola Voß ein munteres Grußwort gesprochen, den ADFC, Radwege und das Stadtradeln gelobt – auch wenn sie selbst ihren heutigen Dienstweg (3 km) nicht emissionsfrei zurücklegt hatte. Zur Hochzeitssuppe führte OG-Sprecher Herbert dann in die Besonderheiten der „Fahrradstadt“ Ahaus ein – vergaß auch nicht die Pläne zum RS2 (Radschnellweg von Isselburg nach Coesfeld) in den regionalen Kontext zu setzen. Der Kreisverbandsvorsitzende Andreas K. Bittner griff in seiner Begrüßung dann zwei Fragen von OG-Sprecher Herbert auf – Aktivengewinnung und Demographie Struktur  – Themen, die nicht nur den ADFC-Ehrenamtlichen im Westmünsterland auf der Seele brennen.

Nikolai Wystrychowski (30), Mit-Initiator der Schokofahrt, Lastenradaktivist (Lasse – dein Lastenrad für Münster) und frisch ausgebildeter TourGuide meldete sich daraufhin durchaus kritisch zu Wort. Auch er sei kein Teenager mehr aber für den ADFC-Vergleich noch seeeeeehr jung. „Was ist euer Ziel? Wie wollt‘ ihr die Leute für das Fahrrad begeistern?,“ fragte er. Nikolai ist Beleg dafür, dass der ADFC sehr wohl in der Lage ist, junge Menschen zu gewinnen, wenn man ihnen und vor allem ihren Themen und Interessen Raum gibt. In seinem Fall ist es die ökologische Verkehrswende; das Thema Transport- und Lastenräder begeistert ihn: dafür setzt er sich im ADFC Münsterland ein. So gehört er zu einer Gruppe, die Schokolade, die zuvor mit Lastenseglern Co2-frei über den Atlantik gekommen ist, mit 100 anderen Menschen per Lastenrad von Amsterdam nach Münster und in viele weitere Städte bringt. (Übrigens: Die 5. Schokotour ist über Ostern 2019 geplant.) Er zeigte sich über die Einstellung der Bürgermeisterin, die mit dem Auto da war, erstaunt. Ihr Argument, sie wohne schließlich gut drei Kilometer außerhalb. Nachvollziehbar?  Nikolai war dagegen bei frostigen Temperaturen die rund 40 Kilometer von Münster mit dem Rad angereist

Das (niederländische) Knotenpunktsystem kommt

Anschließend ging es bei Kaffee und Kuchen um typischen Tourleiter*innen-Talk: Es wurden die neuen, von der Mitgliederversammlung im März beschlossenen Teilnehmerbeiträge erläutert. Weiteres Thema war das vor der Einführung stehende Knotenpunktsystem. Und zahlreiche Termine. Hier wurde besonders auf die NRW Sternfahrt am 2. Juni 2019 nach Düsseldorf hingewiesen, bei der die Unterschriften der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ dem Landtagspräsidenten übergeben werde sollen. Zum Aufbruch Fahrrad wurde ein Trailer gezeigt und Peter Wolter forderte alle Aktiven auf, vor Ort Sammelstellen bei Fahrradhändlern, Outdoorausrüstern, Biomärkten, Ärzten, etc. einzurichten und diese bei www.aufbruch-fahrrad.de anzumelden.

Abschließend gab Karsten Krol noch aktuelle Hinweise zur Eingabe der Radtouren im TYPO3-System und stand Rede und Antwort zu technischen Fragen. Gegen 18 Uhr gingen alle Teilnehmer mit einem Glas Honig beschenkt und bestens  gelaunt nach Hause. Zum Abschied freuten sich viele über einen abwechslungsreichen, informativen Nachmittag im Kreis Borken und dankten Peter Wolter und der OG Ahaus für die Organisation. Sicherlich mehr als nur eine Ersatzveranstaltung.

Nachsatz: Im Jahr 2019 wird der ADFC Bundesverband 40 Jahre - unsere Ortsgruppe in Lüdinghausen stolze 30 Jahre alt. Gut vorstellbar, dass das Radtourenleiter*innen-Treffen dann an der Stever stattfindet.

 

text und Bilder: Peter Wolter/ Andreas K. Bittner


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