ADFC zur Eurobike: Schlechte Infrastruktur hemmt Geschäftsmodelle rund ums Rad

01.09.19
Kategorie: Verkehrsplanung, Verkehrspolitik, Presse

Eurobike-Pressekonferenz: Model Daria mag Cargobikes



Demo-Parcours bei der Leitmesse in Friedrichshafen



Eine Rikscha von Van Raam



Radsportbekleidung



Eurobike Logo (alle Bilder: Euronike)


Vom 4. bis 7. September 2019 findet die jährliche Leitmesse Eurobike in Friedrichshafen statt. Hier gibt es den maßgeblichen Überblick über die Vielfalt der Fahrrad- und Geschäftsmodelle. Innovation und Digitalisierung in der Zweirad-Branche. Im Vorfeld der Leitmesse Eurobike kritisiert der Fahrradclub aber den schleppenden Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Die unterdimensionierten oder ganz fehlenden Radwege und der Mangel an sicheren Fahrradparkplätzen begrenze das Wachstum der innovativen. Auch die Unternehmen müssen sich stärker für den Ausbau der Radinfrastruktur engagieren, fordert der ADFC.

 

Der ADFC begrüßt die Vielfalt neuer Geschäftsideen rund um das Fahrrad und die klimafreundliche urbane Mobilität, wie sie am Bodensee auf der Eurobike wie in jedem Jahr zu sehen sind. Wichtige Themen sind:

  • Urban Mobility: Egal, ob mit oder ohne E: Das Fahrrad ist eine elementare Säule für aktive, städtische Mobilität der Zukunft. Die Eurobike bietet einen Überblick von Cargobike bis E-Roller.
  • Sport Performance: Über die Tour de France berichtet eigentlich jeder. Aber auch bei den sportlichen und gesellschaftlichen Trends gibt es viel zu entdecken.
  • Inside Bike Business: Relevante Neuigkeiten und Entwicklungen rund um den Fahrradmarkt und neueste Techniken für Hersteller und Fachhändler. Anders gesagt: der Blick in die Kristallkugel.
  • Bike Community: Erst die Fahrradfans rund um den Globus sorgen für den Erfolg des beliebtesten Verkehrsmittels. Es gibt also viele spannende und interessante Geschichten zu erzählen.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sieht das ähnlich, mahnt aber zugleich die Branche, politischer zu werden:

Fahrräder im Abo, elektrisch unterstützte Lastenanhänger, Paketdienste auf dem Rad – es ist großartig, wie viele neue Konzepte es gibt, um die Städte von zu viel Auto- und LKW-Verkehr zu entlasten. Viele dieser Geschäftsideen stammen aus den Niederlanden. Dort gibt es das weltweit am besten ausgebaute Radwegenetz – und davon profitiert natürlich auch die Fahrradindustrie. Deutschland ist bei der Radinfrastruktur noch Entwicklungsland. Damit sich das ändert, brauchen wir auch eine politische Fahrradbranche!

XL-Radwege statt Dauerstau

Bei optimal ausgebauter Rad-Infrastruktur könnte jede dritte Autofahrt und jeder vierte Lastentransport auf Räder verlagert werden, das ist aus Studien bekannt. Nötig dafür sind breite Radwege in durchgängigen Netzen und eine neue Aufteilung des öffentlichen Raums. Stork meint hierzu:

Konkret bedeutet das, von je zwei Fahrbahnen eine für den Radverkehr abzusperren. Oder das Straßenparken einzudämmen und den frei gewordenen Platz für Radspuren zu nutzen. Ohne diesen Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung ist der Mobilitätswandel nicht möglich!“


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