ADFC-Münster zu „Polizei sagt Rüpel-Radlern den Kampf an“

06.02.13
Kategorie: Münster, Presse, Rad in den Medien, Verkehr

Wir sind als Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) ganz auf der Seite der Polizei, wenn es darum geht, Radler ohne Licht oder Geisterfahrer aus dem Verkehr zu ziehen, doch die einseitigen Stellungnahmen von Polizeipräsident Hubert Wimber sind unerträglich. Oder ist es eher so, dass Herr Wimber von den Medien nur einseitig zitiert wird.

Ich denke, Herr Wimber hat das nicht so einseitig gesagt, denn er weiß, dass die Radler nur an 10% aller Unfälle beteiligt sind, obwohl sie täglich fast 40% des Verkehrsanteils stellen. Das alleine spricht schon positiv für die Radler. Meines Wissens, kommen auch mehr Radler unter Autoreifen als unter Fahrradreifen zu Schaden. Sanktionen helfen zudem nur marginal, wichtig ist auch ein positives Fahrradklima zu schaffen und die Infrastruktur zu verbessern. Immerhin fahren die Radler heute auf einem Fahrradnetz, dass überwiegend in den 70er und 80er Jahren entstanden ist, wo der Fahrradanteil gut 50% geringer war. Dennoch will keiner in Münster ernsthaft die Radler alle ins Auto verbannen, zumal dann Münster fast täglich einen Verkehrskollaps erleiden würde.

Not tun in Münster Fahrradschnellwege, wie in Dänemark und Holland und ein Fahrradklima, ohne immer gleich mit dem Holzhammer loszulegen. In diesem Zusammenhang erinnere ich nur daran, dass Herr Wimber selbst schon radelnd auf einem Fußweg am Aasee erwischt und mit dem Handy am Lenker gesehen wurde.

Peter Wolter
Vorsitzender des ADFC Münster / Münsterland e.V

 


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