ADFC Ibbenbüren: Langeweile ist ein Fremdwort

16.11.19
Kategorie: Verkehrspolitik, Mobilität, Ibbenbüren

Ausbildung für ADFC-Aktive im Rischkaprojekt: Julien Bitter (r.) und Malte-Simon Kitten



Aktuelles Diskussionsthema in Ibbenbüren: Falschparker in der Werthmühlenstraße (Bilder: Martin Kitten)



Wie 2018 auch in diesem Jahr wieder dabei: Stadtradeln Ibbenbüren (Bild: Andreas K. Bittner)


In Ibbenbüren, am Nordwestende des Teutoburger Walds, hat der ADFC Kreisverband seine nördlichste Ortsgruppe (OG). „Das Hoch im Münsterland“ – wie das Stadtmarkting wirbt. Hoch her geht es auch bei den ADFC-Aktiven vor Ort. Neben beliebten Radtouren entlang der Ibbenbürener Aa, ins „Nasse Dreieck“ oder zum Kloster Gravenhorst sind die Fahrradfreunde um OG-Sprecher Martin Kitten auch verkehrspolitisch unterwegs. Seine kurze Bilanz für 2019.

 

Neben den regelmäßig stattfindenden Themenradtouren im Tecklenburger Land, freut sich die Ortsgruppe über weitere zahleiche gelungene Aktivitäten:

Das Projekt STADTRADELN von Stadt Ibbenbüren, Stadtmarketing Ibbenbüren und Klima-Bündnis wurde auch im Jahr 2019 Jahr aktiv von der Ortsgruppe unterstützt. Als besondere Anerkennung wurde der ADFC-Ortsgruppe am 08. Juli 2019 in einer Feierstunde im Rathaus ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro überreicht. In der Kategorie „Teams“ belegte der Fahrradclub man hinter dem Sportverein Schwarz-Weiß Esch den 2. Platz – mit einer Gesamtkilometerleistung von 7.176 km – und sparten dabei über eine Tonne CO2 ein.

Das Geld soll dem in diesem Jahr gestarteten „Rischkaprojekt Ibbenbüren“ zur Verfügung gestellt werden. Unter der Federführung des Begegnungszentrums Ibbenbüren werden zukünftig begleitete Rischkatouren in und um Ibbenbüren angeboten. Angesprochen werden sollen in erster Linie Mitbürgerïnnen, die mobil eingeschränkt sind. Somit ist gewährleistet, dass sie altbekannte und auch neue Orte in der Umgebung an der frischen Luft und „mit Wind im Haar“ erreichen können. Auch einige ADFC-Mitglieder werden aktuell zu Rischkafahrern ausgebildet. Damit wird das Preisgeld nachhaltig in einem sinnvollen Radfahrprojekt vor Ort eingebracht.

Zudem ist die Ortsgruppe am  Projekt „Mobilitätskonzept Ibbenbüren“  beteiligt. Das Konzept zielt darauf ab, eine zukunftssichere Mobilität für alle Altersgruppen zu ermöglichen.  Dabei wird die Fahrradförderung wurde als ein wesentlicher Baustein der zukünftigen Mobilität definiert. Der Radverkehr soll ausgebaut werden.  Hier werden die Ideen der ADFC-Aktiven in diese komplexe Materie einfließen.

Schlechteres Abschneiden beim Fahrradklimatest

Die im Frühjahr 2019 veröffentlichten Ergebnisse des „ADFC Fahrradklimatests 2018“ (FKT 2018) sind ebenfalls Gesprächsstoff. Seit 2014 geht es hier bergab. Die Durchschnittsnote ist nur noch 3,7 – das bedeutet Rang 16 von 106 in der Größenklasse deutschen von Städten mit 50.000 – 100.000 Einwohnern. Der Test sieht Stärken im Bereich „Werbung für das Radfahren“, Maßnahmen gegen Fahrraddiebstahl sowie geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung. Schwach hingegen die Möglichkeiten der Fahrradmitnahme im Öffentlichen Verkehr, die zu seltenen Kontrollen von Falschparkern auf Radwegen und der Mangel an öffentlichen Fahrrädern. Kurzum: Ibbenbüren ein wesentlich schlechteres Ergebnis als in den Vorgängerjahren. (Alle Ibbenbüren FKT18-Ergebnisse im PDF.)

Die Bürger sind seitdem für diese Themen sensibilisiert und sprechen die ADFC-Ortsgruppenvertreter immer wieder darauf an. Vor allem die Widukind- und die Werthmühlenstraße sind auffällig beim Radwegparken. Das Problem ist auch im Bürgermeisterbüro angekommen; aus personellen Gründen ist die Umsetzung noch nicht so weit, wie sie sein sollte. Lösungsansätze wurden indes zugesagt.

Martin Kitten freut sich auf ein ereignisreiches Fahrradjahr 2020: „Wir werden das Thema als ADFC-Ortsgruppe weiter eng verfolgen und in der Kommunikation mit der Stadt bleiben.“  


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