30 Jahre ADFC in Lüdinghausen – Sternfahrt am 20. Juli 2019

08.07.19
Kategorie: Sternfahrt, Tourismus, Lüdinghausen

30 Jahre ADFC in Lüdinghausen



Lothar Kostrzewa-Kock – Gründer und Sprecher der OG Lüdinghausen 8Foto: privat)



Andreas K. Bittner (rot) mit Heinz Tinkloh (gelb) bei einer Feierabendtour im Jahr 2017 (Foto: Herbert Baur)



Ortsgruppensprecherïnnentreffen (in Münster) – mittig Lothar Kostrzewa-Kock (10. v.l oder r.)



Lüdinghausen am Steverradweg (hier vor Burg Vischering mit Landrat)



Fahrrad-Codierung bei der Leezenbörse



Lux van der Zee (OG Lüdinghausen), hier mit ADFC NRW Landesvorstand Martina Kocik – backt nicht nur Pizza, sondern auch Mitgliederstatistiken


Eine ganze Fahrradgeneration ist seit der Gründung der ersten Ortsgruppe im Kreisverband ins (Münster)Land gegangen. Vor 30 Jahren startete Lothar Kostrzewa-Kock ganz allein den Fahrradclub in der Wasserburgenstadt an der Stever. Inzwischen stellt Lüdinghausen eine der aktivsten und größten Ortsgruppen in Westfalen Das wird am 20. Juli 2019 gefeiert – unter anderem mit einer Sternfahrt.

 

Die Ortsgruppe (OG) mit ihren vielfältigen Aktivitäten hat einen festen Namen und guten Klang in und um Lüdinghausen. Das zeigt nicht zuletzt die Teilnehmerzahl von manchmal bis zu 40 Radlerïnnen bei einzelnen Radtouren. Ein gut gepflegter, informativer Webauftritt, die traditionelle Leezenbörse, engagiertes Navi-Know-How – und selbstverständlich auch (Rad) Verkehrspolitik. Denn der ADFC Lüdinghausen dürfte einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran gehabt haben, dass die Stadt Lüdinghausen seit Herbst 2018 offiziell „fahrrad- und fußgängerfreundlich“ ist – ein Prädikat, das von der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (kurz: AGFS) vergeben wird.

Drei Jahrzehnte Ortsgruppenarbeit zeugen von Kontinuität und Zuverlässigkeit. Gegründet wurde die lokale Fahrradlobby im Jahr 1989. Damals war Lothar Kostrzewa-Kock das einzige ADFC-Mitglied in Lüdinghausen. Er wollte im ADFC aktiv mitarbeiten und nahm bei einem Fahrradaktionstag Kontakt mit dem damals erst zwei Jahre alten Bezirksverband in Münster auf. Zusammen mit Gründungsvorstand Hajo Gerdemann, dem es ebenfalls um das Thema Fahrrad ging, wurde beraten wie in Lüdinghausen eine ADFC Ortsgruppe ins Leben gerufen werden könnte.


Der erste Schritt in die Öffentlichkeit war ein Informationsabend im Kolpinghaus, im April 1989. Etwa 10 Personen folgten damals der Einladung. Schon sechs Wochen später ging es auf eine erste gemeinsame Sonntagsradtour nach Davensberg. Ein festes Tourenprogramm gab es damals noch nicht, doch jede Tour wurde in der Zeitung und per Aushang in den Fahrradgeschäften angekündigt. Unterstützung musste Lothar anfangs im privaten Bekanntenkreis mobilisieren.

Breites Angebot und positive Mitgliederentwicklung

Neben den Radtouren, die den ADFC bekannt gemacht haben, wurden im Laufe der Jahre viele weitere Aktivitäten zur Förderung des Radverkehres in Lüdinghausen (Stadtrecht seit 1309) aufgenommen. Dazu gehören die Teilnahme an Verkehrssicherheitstagen, Touren anlässlich der Lüdinghauser Gesundheitswochen, eine erste Radwege-Mängelkarte, zahlreiche Infostände, ein Radreise-Seminar, Sicherheitskurse und vieles mehr. In Gesprächen mit Stadtverwaltung und Ratsvertretern wurden Themen wie Fahrradabstellanlagen, Umlaufsperren, fahrradfreundliche Innenstadt und das Öffnen von Einbahnstraßen für den Radverkehr, in die Kommunalpolitik eingebracht

Die Mitgliederzahl entwickelte sich in den ersten Jahren langsam, aber stetig. Im Laufe der Zeit nahm dann das Tourenprogramm einen immer größeren Raum ein. Mit dem Angebot einer Feierabendtour am Montag (seit 1995) und ab 1998 zusätzlich am Mittwoch wurden es stetig mehr Mitglieder. Die Ortsgruppe entwickelte sich in dieser Zeit stärker zu einer Radtouristikgruppe und konnte im Jahr 2004 das 100. Mitglied begrüßen.

2010 wurde dann die Arbeitsgruppe Radverkehr gegründet, die sich mit aktuellen Themen zur Verbesserung des Radverkehrs in Lüdinghausen befasst. 2012 präsentierte die Arbeitsgruppe eine kartographische Übersicht aller Poller und Umlaufsperren im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung "Fahrradfreundliches Lüdinghausen". Seither konnten in Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Stadt Lüdinghausen viele dieser Poller, Sperren und Radwegemängel radfahrfreundlich verändert werden. Auch bei der Mitgliedschaft der Stadt Lüdinghausen in der AGFS hat der ADFC sachkundig unterstützt. Neuerdings gibt es regelmäßige Veranstaltungen zum Fahrsicherheitstraining für Räder und Pedelecs und auch den Fahrradunterricht an Grundschulen unterstützt die Ortsgruppe aktiv.

Zwei Dutzend Fahrradfreundinnen bilden heute den Aktivenstamm, so dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt ist. Die Aktiven in Lüdinghausen sind ein eingespieltes und zuverlässiges Team, in dem die ehrenamtliche Arbeit offenkundig viel Spaß macht. Und Lothar Kostrzewa-Kock ist weiterhin der Sprecher dieses Teams! Die vielfältigen Aktivitäten führten dazu, dass im Jahre 2018 das 200. Mitglied begrüßt werden konnte; damit hat Lüdinghausen – nach Bocholt/Rhede – die zweitgrößte ADFC Ortsgruppe im Münsterland.

Im Vergleich zur Einwohnerzahl liegt Lüdinghausen sogar ganz vorne – wie Ortsgruppenansprechpartner und Statistikexperte Lux van der Zee ausgerechnet hat: Jede/r Hundertste in Lüdinghausen ist nämlich – rein rechnerisch ­ auch ADFC-Mitglied.

Die beiden Lüdinghauser – Lux van der Zee und Wilhelm Beckmann (zuständig für Typo3 und Internet – sind auch stimmberechtigte Mitglieder im Vorstand des Kreisverbandes. Lux hat sommerfrische Zahlen der ältesten Ortsgruppe im Münsterland geliefert(Stand Juli 2019):

  • Lüdinghausen ist die weitaus größte Ortsgruppe im Kreisverband (Münster inklusive) im Vergleich zur Einwohnerzahl (Stand 31.12.2017: 24.956) = 0,92%
  • Die OG hat insgesamt 270 Mitglieder, davon wohnen 229 in der Steverstadt, hinzu kommen 41, die außerhalb wohnen
  • Es gibt 138 Haupt- und 132 Familienmitglieder
  • Mit einem leichten Übergewicht der männlichen Fahrradfreunde: 140 Männer und 130 Frauen
  • Ein paar demographische Eckdaten: 100 Mitglieder sind 65 Jahr oder älter, 114 sind zwischen 28 und 65 Jahre alt, 21 zwischen 18 und 27 Jahren, außerdem 12 Kinder (<18) und schließlich noch 5 Fördermitglieder
  • In Lüdinghausen kann der ADF sich auf 23 ehrenamtlich Aktive verlassen, davon 15, die (auch) Tourenleiterïnnen sind
  • Nachtrag: Im Juni 2019 hatte der ADFC Kreisverband Münsterland über 4.200 Mitglieder.

Die Geburtstagsfeier startet am 20. Juli um 14 Uhr an der Burg Lüdinghausen

Mit einem bunten Programm für die ganze Familie (PDF) feiert die ADFC Ortsgruppe Lüdinghausen nun ihren 30. Geburtstag.  Die Feier, die am 20. Juli vor der Radstation am Bauhaus der Burg Lüdinghausen stattfindet, beginnt um 14:00 Uhr mit einer Radtour für Alle – „Rund um Lüdinghausen“ und zum Alpaka-Hof. 

Für die jungen Gäste gibt es eine Wurfbude und einen „heißen Draht“. An einem präparierten Fahrrad sollen Mängel gesucht werden und auf einem Slalom-Kurs kann die eigene Geschicklichkeit erprobt werden. Es gibt Präsente und kleine Gewinne. Die Besucher erwarten Informationen zu Lastenrädern, Infotafeln zur Geschichte des ADFC Lüdinghausen sowie Speisen- und Getränkestände. Aus den benachbarten Orten im Münsterland sind Radfreundïnnen eingeladen sind. Gegen 16:00 Uhr sollen die Sternfahrerïnnen vor der Burg vom ADFC Lüdinghausen und Vertretern der Stadt begrüßt werden. Danach wird gefeiert. Das Ende der Veranstaltung ist für 20:00 Uhr geplant.

Sternfahrt aus Münster und Hiltrup

Anlässlich der Jubiläumsfeier der Ortsgruppe Lüdinghausen organisiert der ADFC Kreisverband Münsterland eine Sternfahrt von Münster nach Lüdinghausen. Die Pättkestour (maximale Geschwindigkeit 18 km/h) startet am Samstag (20. Juli) um 10:30 Uhr an der Geschäftsstelle des ADFC (Dortmunder Straße 19, im Hansaviertel in Münster). Über Hiltrup (Treffen an der Clemenskirche gegen 11 Uhr) und Senden geht es nach Lüdinghausen. Gefahren wird überwiegend auf Wirtschaftswegen ohne oder mit nur geringem Verkehrsaufkommen. Die Hinfahrt wird durch Tour-Guides des ADFC geführt, die Rückfahrt wird vor Ort abgestimmt. Die Streckenlänge liegt bei rund 35 km (ein Weg). Bitte ausreichend Getränke für die Fahrt mitnehmen; unterwegs ist keine Einkehr vorgesehen, Pausen werden nach Bedarf eingelegt. Gefahren wird bei jedem Wetter.


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