1,5 m Abstand

28.10.18
Kategorie: Sicherheit, Verkehrspolitik

Abstand auf La Gomera. (Bild: Herbert Baur)



Sicher durch Münster: Abstand halten


Herbert Baur, Pressesprecher der Ortsgruppe des ADFC Lüdinghausen, schickt uns ein Urlaubsbild aus La Gomera (Kanarische Inseln). Es erinnert an unsere Weste, die wir im Münsteraner Herbst verteilen wollen. Das Thema Abstand muss im öffentlichen Raum ankommen – und in den Köpfen.

 

Das Thema "Überholen" ist in § 5 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) geregelt. Die StVO schreibt vor, dass Autofahrer einen ausreichenden Abstand einhalten müssen, wenn sie überholen wollen. Doch mit welcher Entfernung sollten Radfahrende passiert werden?

Zusammenfassend haben sich – durch die Rechtsprechung– folgende Linien herauskristallisiert:

  • Innerorts müssen Kraftfahrzeuge mindestens 1,5 Meter Abstand zu Radfahrenden halten.
  • Außerorts und bei Geschwindigkeiten über 50 km/h sind 2 Meter Abstand erforderlich.
  • Auch beim Überholen von Kindern oder Eltern mit Kindern sind 2 Meter einzuhalten.
  • Ebenso müssen Lkw und Busse 2 Meter Abstand einhalten.
  • Und schließlich sollten es auch an Steigungen mindestens 2 Meter sein.
  • Zudem sollten Radfahrende mindestens 1 Meter Abstand zu parkenden Autos halten, um nicht durch unachtsam geöffnete Autotüren (Dooring) verletzt zu werden.

Der ADFC Münsterland möchte das Thema Abstand auch in der Initiative Sicher durch Münster (Ordnungspartnerschaft) stärker verankern. Für diesen Herbst werden wir, zusätzlich zu den bekannten Gelben Warnwesten der Stadt, 1.000 Westen mit einem eigen Abstandsmotiv verteilen. Zusammen mit anderen Ordnungspartnern in der 45. KW (vom 5. bis 9. November), vor allem aber am 13.11.2018 mit einer eigenen Aktion ab 7:00 Uhr am Servatiiplatz – für "aufgeweckte Fahrradfahrende".

Ziel ist zunächst, das Thema im öffentlichen Raum – und in den Köpfen – bewußter zu machen. Perspektivisch wünschen wir uns, dass auch die Einsatzfahrzeuge der Polizei Münster mit Aufklebern für den Abstand werben. So wie das im Rheinland – in Köln, Aachen, Düren oder Bonn – bereits geschieht.

Ob es eines fahrrad-freundlichen Tages sogar entsprechende Verkehrsschilder wie auf La Gomera geben wird?


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