Verkehrs-Infrastruktur gefährdet Radfahrer

16.02.15
Kategorie: Verkehr

Statistiken richtig lesen und die wahren Unfallschuldigen beim Namen nennen! Leserbrief zum Artikel „Radfahrer sind immer öfter Opfer“ der Westfälischen Nachrichten, 10.02.2015.

Über den letzten, für eine junge Radfahrerin tödlichen Unfall berichteten die Westfälischen Nachrichten am 10 Februar 2015 im Lokalteil. Darin stellte der Autor in Verbindung mit dem tragischen Unfall fest, dass fast die Hälfte aller Unfälle von Radfahrern selbst verursacht würden.

Leserbrief: „Die Aussage „fast die Hälfte der Unfälle wird von Radlern selbst verursacht“ ist in etwa so richtig wie „Autofahrer sind fast an 100% der Unfälle auf Autobahnen Schuld“. Ohne Allein- und Rad-Rad-Unfälle (die immer ein Radfahrer verursacht) werden über 2/3 aller Unfälle mit PKW (bei LKWs/ Bussen sogar bei über 3/4) von Kraftfahrern verursacht. Alle drei tödlichen Unfälle in Münster wurden von LKWs oder Bussen verursacht.

Bei zwei dieser drei Unfällen war eine inadäquate Führung des Radverkehrs zumindest mitursächlich.

Ich begrüße es sehr, wenn Polizeichef Udo Weiss hier ansetzten möchte, denn Radwege, die nicht dem Stand der Technik entsprechen und Radfahrer gefährden, gibt es in Münster reichlich. Ein Gesamt-Verkehrskonzept ist nicht erkennbar.

Der Ehrlichkeit halber sollte nicht unerwähnt bleiben dass “die Radler Lobby” (ich nehme an gemeint ist der ADFC) eben nicht die Freigabe von Bürgersteigen für Radfahrer oder linksseitige Radwege fordert. Beides erhöht das Verkehrsrisiko enorm und ist innerorts zu Recht meist illegal, wird außerorts leider behördlich angeordnet.“

Christoph Specht, Fachgruppe Radverkehr


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