Roxelerstraße: Risiko auf dem Zweirichtungsradweg entschärft?

18.10.15
Kategorie: Verkehr

Das Aufstellen eines blinkenden Warnschildes reicht nicht aus, um einen Zweirichtungsradweg zu entschärfen



Wenn schon ein solches Schild, dann wäre die Darstellung nach dem Muster des Zeichens 138 statt des Zeichens 254 besser gewesen


In der Ausgabe 1/2015 beschrieben wir im Leezenkurier die Schwachstellen für Radfahrer auf der Roxelerstraße in Richtung Innenstadt. Als wesentlichen Knackpunkt identifizierten wir die Führung des Radverkehrs auf dem Zweirichtungsradweg vom Dingbängerweg bis Von Esmarchstraße. Zweirichtungsradwege bedeuten ein hohes Risiko für Radfahrer an Kreuzungen, da diese von Autofahrern nicht vermutet und wahrgenommen werden. Inzwischen hat die Stadt versucht, eine Gefahrenquelle zu beseitigen. Doch reicht dies aus?

 

Für Fahrradexperten ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Die Radverkehrsführung auf einem Zweirichtungsradweg ist ein No Go. Vor allem in der Stadt, in der viele Straßenkreuzungen existieren, sind Zweirichtungsradwege eine höchst risikoreiche Variante der Radverkehrsführung. PKW- und LKW-Fahrer achten nicht ausreichend darauf, dass Radfahrer aus beiden Richtungen auf dem Radweg die Straße kreuzen. Die Unfallstatistik ist daher auch eindeutig: Zweirichtungsradwege sind äußerst gefährlich für Radfahrer. Und doch finden sich auch in Münster in Vielzahl solcher verkehrsplanerischen Sünden.

Inzwischen ist es wieder an der Roxelerstraße / Einfahrt Gievenbecker Reihe passiert: Nachdem ein PKW-Fahrer die Radverkehrsführung auf dem Zweirichtungsradweg nicht ausreichend beachtet hatte, kam es zum Unfall mit Personenschaden. Die Stadt konnte das Risiko nicht mehr länger ignorieren und handelte. Sie stellte ein neues Warnschild am Fahrbahnrand der Gievenbecker Reihe auf, das „Achtung Unfallgefahr“ signalisiert, sobald sich ein Fahrzeug auf der Gievenbecker Reihe  der Kreuzung nähert.

Aus Sicht des ADFC ist diese Maßnahme nicht ausreichend. Es gibt weitere Querungsstellen an der Roxelerstraße mit vergleichbarem Risikopotenzial. Aber auch wenn an allen Querungsstellen solche zusätzlichen Warnhinweise aufgestellt werden sollten, dies würde die riskanten Stellen nicht ausreichend entschärfen. Zweirichtungsradwege sind und bleiben für Radfahrer gefährlich und gehören nicht in das Radverkehrsnetz einer Stadt, schon gar nicht in die sich selbst so bezeichnende „Fahrradhauptstadt“ Münster.

Zudem wählte die Stadt eine Signalvariante aus, die eher an ein Verbotsschild für Radfahrer erinnert (Zeichen 254); allenfalls wäre ein Warnsignal nach Zeichen 138 mit Zusatztafel angemessen gewesen.

Fachgruppe Radverkehr, ADFC Münster


© 2019 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.