Polizei vorne – Verwaltung Fehlanzeige

26.05.15
Kategorie: Verkehr

Kommentar zur Veranstaltung der Polizei am 25.04.2015 in Zusammenarbeit mit der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention und LWL

„Die Kunst im Straßenverkehr zu überleben“, so der Titel eines Informationstages der Münsteraner Polizei in Zusammenarbeit mit der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe am 25. April 2015 im neuen LWL-Museum am Domplatz. Neben Udo Weiss, Leiter der Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums Münster, und Martin Schulze-Werner, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Münster, präsentierten weitere Redner ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema Sicherheit im Straßenverkehr.

Zu der Veranstaltung ein Kommentar von Martin Kamps aus der Fachgruppe Radverkehr, ADFC Münster:

„Die Kunst im Straßenverkehr zu überleben“ – der für diesen Titel eines Tages zum Thema „Sicherheit im Verkehr“ Verantwortliche muss angesichts der getöteten und schwer verletzten Radfahrer im letzten Jahr einen völligen Blackout gehabt haben… aber breiten wir darüber den Mantel des gnädigen Vergessens und kommen zu Inhalten: Sehr eindrucksvoll stellte Udo Weiß, Ltd. Polizeidirektor, die schrecklichen Folgen von Handynutzung bei KFZ-Fahrern dar. Sein Kollege Heinz-Albert Stumpen plädierte für „Tempo 30“ im Innenstadtbereich, wobei offen blieb, was in Münster unter „Innenstadt“ zu verstehen ist – innerhalb der Promenade? Innerhalb des Tangentenrings? Antwort: dies sei eine Aufgabe der Verkehrsplanung (die nicht vertreten war). Immerhin fügte er hinzu, dass er sich Tempo 30 auch für Stadtteilkerne vorstellen könne. Nicht überraschend kam dazu Widerspruch des ADAC aus dem Publikum.

Gespannt wartete man auf die Ausführungen des Ordnungsamtsleiters Martin Schulze-Werner zum Fahrradparken. Im Titel seines Beitrags wurde das Fahrrad(parken) wieder negativ mit „Chaos“ konnotiert – erwartet man in Münster anderes? Aber sicher: vor allem erwartet man bedarfsgerechte Anlagen, die das zielnahe Abstellen eines Rades sicher, wettergeschützt und komfortabel möglich machen. Leider beschränkte der Redner sich darauf penibel darzulegen, warum ordnungsrechtlich keine Handlungsmöglichkeiten gegen ungeordnetes Abstellen gegeben seien. Frage: wie wäre es denn an Stelle von Sanktionen mal mit Anreizen, die von bedarfsgerechten Anlagen ausgehen? Antwort: Das sei eine Sache der Verkehrsplanung.

So ging der interessierte Teilnehmer mit dem Eindruck nach Hause, dass die Münsteraner Polizei sich zunehmend als ein guter Partner zur Verbesserung der Situation für den Radverkehr in Münster präsentiert.


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