RV0002 Lippetal und Hellwegbörden - Westfalen erfahren 2005

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Beschreibung

Westfalen erfahren 2005

Abseits ausgetretener Pfade gibt es im südwestlichen Landstrich Westfalens zwischen Münsterländischer Bucht und Sauerland viel zu entdecken. Erfreuen sich Altes Schiffshebewerk Henrichenburg, Schloss Cappenberg und die alte Hansestadt Soest seit jeher regen Besucherinteresses, werden der Maximilianpark in Hamm, das Museum für Lichtkunst in der Alten Lindenbrauerei in Unna oder die älteste Orgel Westfalens in Ostönnen erst langsam einem größeren Publikum bekannt. Westfalen-Initiative und ADFC steuerten im Juni 2005 im Rahmen einer Journalistenreise die Schätze dieser Region in Kunst und Kultur, Industrie und Bildung mit dem Rad an. Die viertägige Tour in der Veranstaltungsreihe "Westfalen erfahren" führte von der an Wasserstraßen reichen Region um Datteln über den Hellweg und den Möhnesee nach Bad Sassendorf.

Die idyllischen Leinpfade längs der Kanäle, die Parklandschaft des Münsterlandes und das Lippetal mit der wilden Schönheit der sich wandelnden Industrielandschaft prägen das erste Drittel der Tour. Von Hamm wird dann in südlicher Richtung Kurs auf den Hellweg bei Unna genommen. Die Route folgt der alten Königs- und Handelsstraße über die fruchtbaren, leicht hügeligen Hellwegbörden nach Werl und Ostönnen. Ein erneuter Kurswechsel gen Süden führt geradewegs den Haarstrang hinauf an das westfälische Meer, besser als Möhneseetalsperre bekannt. Vom höchsten Punkt der Tour (280 m) im Seestädtchen Körbecke geht es dann in rauschender Fahrt hinab in die traditionsreiche, alte Hansestadt Soest. Durch die gleichnamige Börde mit ihren malerischen Gehöften und üppigen Getreidefeldern werden die Lippeauen bei Eickelborn erreicht. Doch nicht nur das – in Bad Sassendorf lässt sich das Flair eines Heilbades eindrucksvoll erleben. Es ist die Lebensqualität einer intakten Erholungslandschaft, die Tages- und Urlaubs- und insbesondere Kurgäste in diesem Teil Westfalens erwartet.

Weitere Informationen

Sehenswertes

Wehr Lünen-Buddenburg, Schleusenpark Waltrop, Altes Schiffshebewerk Henrichenburg, Haus Sandfort, Schloss Cappenberg, Naturschutzgebiet Beversee, Westfälisches Sportbootcentrum Marina Rünthe, Schloss Oberwerries, Maximilianpark, Museum für Lichtkunst in der Alten Lindenbrauerei, Werl, Orgel Ostönnen, Möhneseetalsperre, Soest, Hellwegbörden, Brennerei, Bad Sassendorf

Wegweisung

Die Route folgt keiner einheitlichen und durchgängigen Radverkehrswegweisung. Dennoch verlaufen große Teile auf örtlichen, teilweise auch auf überregionalen Radwanderwegen. Die Nutzung unserer zum kostenlosen Download bereitgestellten GPS-Daten für die Satellitennavigation wird daher zur leichteren Orientierung besonders empfohlen.

Streckencharakteristik

In der Regel werden die Leinpfade längs der Kanäle, Wirtschaftswege und verkehrsarme Nebenstraßen befahren. An weniger als einem Fünftel der Strecke ist mit stärkerem Autoverkehr zu rechnen. Ein flaches mitunter welliges Streckenprofil, mit gelegentlichen kurzen Steigungen bis max. 2,5 %, ist auch für Untrainierte gut zu bewältigen. Eine Ausnahme bildet der Streckabschnitt von Ostönnen zum Möhnesee mit Steigungen von 3 bis knapp 8 %. Ein Teil dieser Steigungen kann vermieden werden, wenn dem straßenbegleitenden Radweg der Kreisstraße 8 von Niederense nach Körbecke gefolgt wird.

Literatur

Für die ersten beiden Etappen bietet sich die ADFC-Regionalkarte 1:50.000, 'Ruhrgebiet Ost' aus dem Bielefelder Verlag, ISBN 3-7838073-331-4, Euro 6,80 an. Die andere Hälfte der Route lässt sich auf der Radwanderkarte 1:50.000, 'Hellweg' ebenfalls aus dem Bielefelder Verlag, ISBN 3-87073-044-7 zum Preis von Euro 7,95 nachvollziehen.

Reisebericht

Lippetal und Hellwegbörden

Der Blick vom Balkon Schloss Cappenbergs schweift in die Region und entschädigt für jeden Tropfen Schweiß, der unter sengender Sonne seit dem Start in Lünen geflossen ist. Bei kühlen Getränken genießen die Teilnehmer der Radtour "Westfalen erfahren" jetzt einen wahrhaft erhebenden Moment. Der Ausblick in die Hellwegregion gibt gleichzeitig einen Vorgeschmack auf die kommenden drei Tage, in denen Stiftung und Verein Westfalen-Initiative die landschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Vorzüge dieser urwestfälischen Region in den Fokus nehmen.

Nach der erfolgreichen Premiere 2002 haben sich zum zweiten Mal mehr als 30 Medienvertreter, Politiker und andere Interessenten zusammengefunden, um wieder unter der bewährten Tourenleitung des ADFC Münster/Münsterland gemeinsam in die Pedalen zu treten. Von Lünen führt die knapp 220 Kilometer lange Route über Waltrop, Hamm, Unna und Soest bis nach Bad Sassendorf.

Am Alten Schiffshebewerk Henrichenburg erleben wir dann das Tourmotto "Erhebende Momente" erstmals am eigenen Leibe. Die heimische Ingenieurskunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts fasziniert noch immer, allerdings erledigt die neue Schleusenanlage in unmittelbarer Nachbarschaft die Arbeit seit 35 Jahren wesentlich effizienter.

Am Dortmund-Ems-Kanal entlang verlassen wir Waltrop in nördlicher Richtung. Ein kurzes Stück spendet dichtes Laubwerk über dem idyllischen Pfad an der Alten Fahrt bei Olfen kühlende Frische, ehe die Sonne auf der historischen Kanalbrücke hoch über der Lippe wieder erbarmungslos auf uns einbrennt. Nach dem Zwischenstopp bei Haus Sandfort - einer wunderschönen Wasserschlossanlage aus dem 16. Jahrhundert - fordert neben der sommerlichen Hitze auch noch der leichte aber kontinuierliche Anstieg zum Schloss Cappenberg letzte Reserven.

Tatsächlich bietet Schloss Cappenberg nicht nur von außen Beeindruckendes. In den Hallen des Schlosses lassen sich einige Tourteilnehmer von Dr. Wolfgang Bockhorst vom Westfälischen Archivamt Schätze seines berühmtesten Besitzers zeigen: Freiherr vom Stein. Nach einem Rundgang durch die Stiftskirche unter fachkundiger Führung von Pater Altfried gibt es am Cappenberger See Westfälisch-Deftiges für uns. Bei dieser Gelegenheit werden wir von Lünens Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick begrüßt, bevor es dann zur verdienten Nachtruhe in das Hotel Am Stadtpark geht.

"Verborgene Werte" lautet das verheißungsvolle Motto des zweiten Tages. Und tatsächlich ist die Besichtigung des Abwasserentsorgers und Abfallverwerters Remondis der versprochene Blick hinter die Kulissen eines westfälischen Global Players. Der private Dienstleister für Kommunen arbeitet weltweit für mehr als 20 Millionen Menschen. Er hat Niederlassungen und Beteiligungen in elf europäischen Staaten sowie in China, Japan, Taiwan und Australien.

Auch heute fahren wir wieder ein gutes Stück des Weges längs einer Wasserstraße. Der Leinpfad des Datteln-Hamm-Kanals führt uns von Lünen nach Hamm. Inzwischen zieht der Kanal aber nicht nur Radwanderer an, sondern auch eine große Anzahl Wassersportler. Das Westfälische Sportbootzentrum Marina Rünthe in Bergkamen hat sich so innerhalb weniger Jahre zu einem der größten Yachthäfen in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Wir machen es uns mitten im Hafenbecken auf einem Ponton mit dem bezeichnenden Namen Bistro Achterdeck bequem.

Danach lockt Schloss Oberwerries, die Stadt Hamm hat eingeladen. Im Regierungsbezirk Arnsberg unterwegs, sprechen die Teilnehmer über ein derzeit wichtiges Thema: die geplante Verwaltungsstrukturreform in NRW. Die Westfalen-Initiative fordert bei der Modernisierung ein vernünftiges Vorgehen. Dr. Klaus Anderbrügge, Geschäftsführer der Stiftung Westfalen-Initiative: "Nicht das Streichen von Behörden und Verwaltungen bringt den gewünschten Bürokratieabbau in Nordrhein-Westfalen, sondern die klare Analyse von Aufgaben und eine kritische Bestandsaufnahme ihrer Durchführung."

Von Oberwerries bis zum Maximilianpark mit seinem Wahrzeichen, dem gläsernen Elefanten, sind es nur wenige Kurbelumdrehungen. Auf der einstigen Industriebrache ist in den letzten 20 Jahren ein Bürgerpark mit hohem Freizeitwert entstanden, der weit über die Grenzen der Stadt Hamm hinausstrahlt. Uns empfängt der Park, in dem eine Playmobilausstellung gezeigt wird, mit den mannshohen Plastikfiguren und einer Reminiszenz an unsere Westfalentour. Oder war es, wie das Foto nahe legt, doch nur eine Darstellung der Deutschlandtour im Kleinformat? (Die Wanderausstellung endete am 7. August 2005 im Maximilianpark.) Wie dem auch sei, wir haben noch 25 Kilometer zu fahren. Dann dürfen auch wir die Arme auf dem Zielstrich vor dem Ringhotel "Katharinenhof" in Unna hochreißen.

Anderntags geht uns kurz nach dem Start ein Licht auf. In den Katakomben der alten Lindenbrauerei inszenieren internationale Lichtkünstler spektakuläre Farbenspiele. Der ehemalige Gärkeller und die Abfüllanlage bilden, 15 Meter unter der Erde, die Bühne für eine gespenstische Atmosphäre. Ein Ort, der zur Tageslosung "Erhellende Ideen" passt. Auf der Route des historischen Hellwegs gelangen wir nach Werl und tauchen in die Geschichte des Bibliothekswesens ein. Die Ärztebibliothek des Mediziners Friedrich-Wilhelm Heese (1792-1848) bietet seltenen Lesestoff. Wer mehr über die Fortpflanzung der Menschen auf dem Lande, Wundarzneien oder Seuchenkunde erfahren will, ist im Propstei-Pfarramt St. Walburga richtig.

Wir fahren unterdessen über die sonnenreichen Höhenzüge des Haarstrangs Richtung Ostönnen. Die Tour wird hier von Rast und Mittagessen unterbrochen, bevor ein Orgelkonzert auf der ältesten Orgel Westfalens in der St. Andreas-Kirche zum Innehalten einlädt.

Nach der Reise in die Welt der Musik holt uns nicht nur der kräfteraubende Anstieg zum mit knapp 300 Meter höchsten Punkt unserer Reise in die Gegenwart zurück, sondern auch die nordrhein-westfälische Bildungswirklichkeit. Allerdings mit einem positiven Beispiel: Im Zentrum für Berufsorientierung der Möhnesee-Hauptschule in Körbecke zeigt Meinolf Padberg den interessierten Gästen, dass die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Schule und Kommunen Realität werden kann. Nach diesen "Erhellenden Ideen?", Fingerfood im Schülercafé und einer rauschenden Abfahrt über 12 Kilometer verspricht nun das Prodomo Hotel in Soest eine verdiente Pause.

Nach den Herausforderungen der Vortage gleicht die letzte Etappe unter dem Motto "Alles Gute" einer gemütlichen Spazierfahrt. Etwas mehr als 35 Kilometer misst die Runde von Soest über Lippstadt-Benninghausen nach Bad Sassendorf.

In Soest erhalten wir bei einem Stadtrundgang bemerkenswerte Einblicke in alte Traditionen, insbesondere die des Wippens. Immer zum Auftakt der Festwoche der Bürger-Schützen werden prominente Soester einer Prozedur unterzogen, die aus dem alten Strafrecht der Stadt stammt - heute ist das Wippen in den Großen Teich allerdings mehr ein Spaß für Groß und Klein. Mit dem Dombaumeister steigen wir dann auf den Turm der Kirche St. Maria zur Wiese und lassen uns vom Leiter der nach Köln zweitgrößten Dombauhütte Nordrhein-Westfalens die Handwerkskunst der Steinmetze erklären.

In der Kurklink Lindenhof in Bad Sassendorf lernen wir den Kreis Soest als Gesundheits- und Wachstumsregion kennen. Salinen-Geschäftsführer von Bloh erläutert, dass die Reha-Klink Lindenhof mit über 90 Prozent die beste Auslastung unter den Einrichtungen dieser Art in Deutschland vorweisen könne.

Auf einer Lichtung im Wildpark von Bad Sassendorf klingt unsere viertägige Radtour im letzen Sonnenlicht vor einer idyllischen Blockhütte in gemütlicher Runde aus. Alle sind sich einig, dass die Route durch die Hellwegregion vor dem Hintergrund der Verwaltungsstrukturreform und der drohenden Dreiteilung noch einmal deutlich gemacht hat, was in Westfalen zusammengehört. Dr. Niels Lange, Geschäftsführer der Stiftung, ist sich dann auch sicher, die nächste Tour schon in zwei Jahren zu starten.

Toureigenschaften

Routenlänge:
217 km
Richtungsempfehlung:

von West nach Ost

Oberfläche:
Asphalt
Feld- und Waldwege
Schwierigkeitsgrad:
mittel
Sonstiges:
Familientauglich
Tourart:
Mehrtagestour
Umfeld:
Industriekultur
Stadt
Wald
Wiesen & Felder
Verkehrsbelastung:
Mäßiger Autoverkehr
Zielgruppe:
Kulturtour

An- und Abreise

Die Tour startet am Bahnhof in Lünen und endet am Wildpark in Bad Sassendorf, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich auch der Bahnhof befindet.

Lünen liegt im Schnittpunkt der drei Bundesbahnlinien Dortmund - Münster – Wilhelmshaven, Dortmund - Coesfeld - Gronau – Enschede und Recklinghausen – Hamm.

Vom Bahnhof in Bad Sassendorf werden die ICE- und IC-Haltepunkte Soest und Lippstadt erreicht. Die Nahverkehrszüge verkehren täglich im 30-Minuten-Takt, erst gegen 20 Uhr bis 0:30 Uhr im 60-Minuten-Takt. Darüber hinaus bestehen umsteigefreie Direktverbindungen mit der in Bad Sassendorf haltenden RB 89 "Westfalen-Bahn" nach Rheine, Münster, Hamm, Soest, Lippstadt, Geseke, Salzkotten, Paderborn, Altenbeken und Warburg.

Weitere Einstiegspunkte

Unna, Lünen, Werl, Soest

Streckenprofile

1. Etappe: Lünen - Waltrop - Lünen

2. Etappe: Lünen - Hamm - Unna

3. Etappe: Unna - Werl - Soest

4. Etappe: Soest - Bad Sassendorf

Tourimpressionen

 

Ansprechpartner

Zuständiger Verein

Stand: 26.04.2010, 14:45 Uhr

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