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Ein Mobilitätskonzept für Ibbenbüren

20.11.18
Kategorie: Steinfurt, Ibbenbüren, Mobilität, Verkehrsplanung

Ibbenbüren – fahrradfreundlich (Screenshot: Website Stadt Ibbenbüren)



Ortsgruppensprecher Martin Kitten (rechts) beim Medientermin mit Bürgermeister & Co. zu Stadtradeln 2018 (Bild: André Hagel)



Anradeln zum Stadtradeln: Martin Kitten zwischen Tochter und NRW Landesvorstandsmitglied Martina Kocik (Bild: Andreas K. Bittner)



Ibbenbüren Das Hoch im Münsterland (Logo Stadtmarketing)


Die Stadt Ibbenbüren (rund 50.000 Einwohner) beginnt mit der Erstellung eines Mobilitätskonzepts und lädt auch den ADFC dazu ein, sich frühzeitig und kontinuierlich in den anstehenden Planungsprozess mit einzubringen. Martin Kitten, Sprecher der Ortsgruppe in Ibbenbüren, hat sich für den Starttermin am 28. November bereits angemeldet.

 

Das neue Mobilitätskonzept für die Stadt Ibbenbüren soll den Anforderungen einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Verkehrsplanung entsprechen. Im Blickfeld sind insbesondere die gesellschaftlichen und verkehrspolitischen Entwicklungen: demographischer Wandel einhergehend mit Anforderungen an die Barrierefreiheit, Klimaschutz, die Entwicklung einer neuen Mobilitätskultur, Elektromobilität etc. Mit der Erarbeitung eines integrierten Mobilitätskonzepts soll eine Strategie für die nächsten 15 bis 20 Jahre entwickelt werden, die sinnvolle Maßnahmen und Handlungsfelder aufzeigt. Die Stadt Ibbenbüren hat zur Unterstützung einen externen Gutachter, das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Planersocietät aus Dortmund, beauftragt.

Welche Inhalte hat ein Mobilitätskonzept?

Das Mobilitätskonzept soll verkehrsmittelübergreifend und integrativ angelegt sein. Unter anderem sollen Potenziale und Möglichkeiten zur Stärkung der nicht-motorisierten Verkehre sowie des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aufgezeigt werden. Eine Modal-Split-Befragung und ein Verkehrsmodell erneuern und erweitern die Datengrundlage für zukünftige Planungen. Ergänzende Themen sind: Umwelt-, Kosten- und Erreichbarkeitsaspekte sowie der Wirtschaftsverkehr.

Zudem werden Querschnittsthemen betrachtet: Mobilitätsmanagement, Verkehrssicherheit, Elektromobilität, Straßenraumgestaltung und Barrierefreiheit. Das Mobilitätskonzept orientiert sich hierbei immer an den rahmengebenden Herausforderungen. Diese betreffen insbesondere die verkehrlichen Folgen des demografischen Wandels, steigende Anforderungen im Klimaschutz sowie die Finanzierbarkeit, Kosteneffizienz und Umsetzbarkeit von Maßnahmen.

Der geplante Prozess

Der gesamte Erarbeitungs- und Planungsprozess wird sich über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren erstrecken. Begonnen wird mit der Zielbestimmung für das Mobilitätskonzept sowie der Analyse der heutigen Verkehrssituation (einen ersten, groben Eindruck gewinnt man hier auf Wikipedia). Das Konzept soll in einer dialogorientierten Vorgehensweise erarbeitet werden. Im Verfahren sollen Vorschläge und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger, der Politik, der Institutionen und Verbände frühzeitig in den Prozess einfließen und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Der Prozess sieht umfangreicher Beteiligungsformate vor und ist konsensorientiert. Neben der kontinuierlichen Abstimmung zwischen Verwaltung und Gutachter zählt hierzu auch der „Lenkungskreis“.

ADFC im Lenkungskreis vertreten

Im Lenkungskreis kommen Vertreter*innen der Politik sowie einige zentrale Vertreter*innen aus Verbänden, Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen aus Ibbenbüren in mehreren Sitzungen zusammen. Der Lenkungskreis sollte regelmäßig ca. alle 3-4 Monate tagen. Aufgaben des Lenkungskreises sind:

  • Vertretung der Politik sowie gesellschaftlicher Gruppen und Vermittlung ihrer Anliegen in den
  • fachlichen Arbeitsprozess
  • Interne Abstimmung von Meilensteinen aus dem Arbeitsprozess innerhalb der eigenen
  • Gruppierungen
  • Informationen und Aktivierung der vertretenen Bevölkerungsgruppen für den
  • Beteiligungsprozess.

Zur aktiven Teilnahme im Lenkungskreis ist auch der ADFC Münsterland eingeladen; er wird durch den Ortsgruppensprecher des Fahrradclubs in Ibbenbüren, Martin Kitten, vertreten. „Für uns ist dieses Thema noch Neuland; aber zum Thema Fahrrad und nachhaltige Mobilität können wir sicherlich einiges beitragen,“ meint Kitten. Zusammen mit dem ADFC wurden Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, Stadtplanung und Stadtmarketing, Vertreter*innen der Ratsparteien, aus dem Kreis Steinfurt sowie der Polizei eingeladen. Auch der Regionalverkehr Münsterland (RVM) und der Naturschutzbund (NABU) werden sich beteiligen.

Der ADFC Bundesverband bündelt in seinem Expertenbereich zahlreiche Positionspapiere und Anregungen zum Thema „Radverkehrspolitik“; diese sind, auch jenseits des Lenkungskreises der Stadt Ibbenbüren für den sachorientierten Dialog mit Politik und Verwaltung vor Ort hilfreich.

Link: www.adfc.de/expertenbereich/#politik-und-verwaltung/


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