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Veranstaltungsbericht: Bike-Cultures – Fahrradkulturen erfahren!

17.05.19
Kategorie: Münster (OG), Verkehrspolitik

Fietssnellweg F35 zwischen Enschede und Hengelo (Bild: Andreas K. Bittner)



Panel: Alena Milte, Prof. Karst Geurs, Marie Wolf-Eichbaum, Stefanie Nagelsdiek und Andreas K. Bittner (v.l.) (Bild: Norbert Bieder)



Campusbike an der Universität Twente (Bild: Andreas K. Bittner)



Das Mädchen und das Swapfiets (Bild: Andreas K. Bittner)



Zuhörende in der Bibliothek Haus der Niederlande (Bild: Andreas K. Bittner)



Blick von oben. Begrüßung durch Wilhelm Bauhus (AFO) Bildmitte mit Mikrofon (Bild: Thorsten Knölke)


Die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) und das Zentrum für Niederlande-Studien der Universität Münster (ZNS) luden zu einer Podiumsdiskussion „Bike Cultures – Fahrradkulturen erfahren“ am 16. Mai 2019 ins Haus der Niederlande ein. Norbert Bieder, der das Verbandsmagazin „Leezenkurier“ verantwortet, saß auch im Publikum. Hier sein Bericht.

 

Das wir ADFC-Aktiven schon seit einigen Jahren neidisch zu unseren Nachbarn in den Niederlanden schauen, ist hinreichend bekannt. Das Podiumsgespräch am 16.05.2019 im Haus der Niederlande hat nochmals eindrücklich bestätigt, dass das auch berechtigt ist. Die Veranstaltung der Westfälischen Wilhems-Universität Münster (WWU) stand unter dem Motto, Kulturtransfer Fahrrad zwischen den Niederlanden und Deutschland. Studenten*innen aus verschiedenen Fachbereichen der WWU verglichen bei einer Exkursion die Fahrradinfrastrukturen von Münster und Enschede.

Gesprächsteilnehmer auf dem Podium waren: Stefanie Nagelsdiek (AStA-Referat für Nachhaltigkeit), Alena Milte (Regional Manager von Swapfiets), Prof. Karst Geurs (Verkehrsplaner an der Universität Twente in Enschede) sowie Andreas K. Bittner (Vorsitzender des ADFC Kreisverband Münsterland).

Moderiert wurde die Veranstaltung von Marie Wolf-Eichbaum (Zentrum für Niederlande-Studien). Bei den Ausführungen von Karst Geurs über die Infrastruktur der Radfahrer in den Niederlanden sah jeder der zahlreichen Zuhörer ein, dass es in Deutschland, selbst in den sogenannten Fahrradhochburgen, noch ein weiter Weg bis dahin ist. Geurs machte deutlich, dass diese Maßnahmen auch in seiner Heimat nicht vom Himmel gefallen sind. Hartnäckigkeit, Erfindungsreichtum und auch ein dickes Fell bei den Verantwortlichen waren nötig. Allerdings haben unsere Nachbarn offensichtlich mehr Mut und kürzere Entscheidungswege um die Ideen in die Tat um zusetzten.

Auch ein Unternehmen wie Swapfiets, das von Alena Milte vertreten wurde, kann nur aus den Niederlande kommen. Vor vier Jahren als Start-up Unternehmen gegründet, ist es heute bereits in vier Ländern aktiv. Nach Münster kam man, so Frau Milte, weil die Kultur in Sachen Fahrrad den in den Niederlanden sehr ähnlich sei.

Andreas K. Bittner wies noch auf Entzauberung Münsters seit dem letzten Fahrradklimatest (FKT18) hin und vermisste zudem die Leichtigkeit bei Entscheidungen aller Art bei unserer Verwaltung und Politikern. Die fehlenden Abstellmöglichkeiten, auf die Stefanie Nagelsdiek im Laufe des Abends hinwies, sind schon seit Jahren bekannt. Vor allen Dingen am Fürstenberghaus, direkt neben dem Domplatz ist die Situation katastrophal.

Den Podiumsteilnehmern und einem Großteil der Besucher war klar, dass einige, der immer wieder aufgeführten Verfehlungen der Radfahrer zum großen Teil auf die mangelhafte Infrastruktur zurück zu führen sind. Der Abend endete mit dem Wunsch zu einem besseren Miteinander aller Verkehrsteilnehmer bei einer gerechteren Aufteilung der Verkehrsräume in Münster.

Oder, wie es die aktuelle ADFC-Kampagne auf den Punkt bringt: #MehrPlatzfürsRad.


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