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Münsters Promenade wird entrümpelt

23.03.18
Kategorie: Münster (OG), Verkehrsplanung, Verkehrspolitik, StVO

Die Promenade - ein Fahrradhighway? (Bild: Stadt Münster)



Von links: Stadtbaurat Robin Denstorff, Gerhard Rüller (Tiefbauamt) und Michael Milde (Verkehrsplanung) am Start (Bild: Bittner)



Gruppenbild mit Dame - am Unfallschwerpunkt Kanonengraben (Bild: Bittner)



Paul Wulf hätte es gefreut: Abschluss der Promenaden-Rundfahrt (Bild: Wolter)


Zum Frühlingsanfang am 20. März bereisten der ADFC Münsterland und die fahrradstadt.ms zusammen mit Stadtbaurat Robin Denstorff sowie Vertretern der (Planungs)Verwaltung die Promenade. Auf der Leeze wurde er-fahren, an welchen querenden Straßen die Radfahrenden künftig Vorfahrt haben könnten.

 

Das Vorhaben war im vergangenen Herbst zwischen Peter Wolter vom ADFC Münsterland und Oberbürgermeister Markus Lewe abgesprochen worden. Für OB Lewe ist das Thema eine Herzensangelegenheit. Der ADFC-Vorsitzende Andreas K. Bittner betonte. "Die wachsende Stadt Münster muss ihrem eigenen Anspruch, nämlich Fahrrad(haupt)stadt zu sein, wieder gerecht werden. Das kann sie prominent und vorausschauend an der Promenade beweisen. Schließlich sollen hier künftig auch noch die 13 Velorouten aus den Umlandgemeinden enden." Michael Milde, mitradelnder Leiter der Verkehrsplanung der Stadt, verwies darauf, dass auf der Promenade an Spitzentagen im Jahr 2017 bis zu 23.000 Radler gezählt worden seien. Auch deshalb dürfte Radverkehrsinfrastruktur in Münster durchaus etwas kosten.

Nach zwei Stunden stand für die Teilnehmer fest: drei Querungsstellen – Kreuztor, Kanalstraße und Salzstraße - ließen sich kurzfristig und mit relativ geringen Aufwand im Sinne der Radfahrenden umgestalten. Im zweiten Schritt – und durchaus komplexer – dann Hüfferstraße und Hörstertor. Schwieriger und erst mit Veränderung des Verkehrskonzeptes im näheren Umfeld ist dies in einer dritten Kategorie möglich; dazu gehörten Windthorststraße, Aegidiistraße und Königsstraße. Wenig überrraschend: Königsdisziplin und in einer eigenen Planungskategorie die Querung am Ludgeri-Kreisel.

Vielschichtige Interessenlagen

Am Aegidiitor (Kanonengraben) soll es noch 2018 eine Verbesserung des Kreuzungs- und Unfallschwerpunktes von der Weseler Straße stadteinwärts geben. Hier gibt es besonders viele Unfälle – vor allem zwischen Radfahrenden. Erst Anfang März 2018 appellierte die Polizei Münster an dieser Stelle bei einer Schwerpunktaktion an Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Künftig soll unter anderem die Promenade über die Bundesstraße direkt verschwenkt und die Querung wesentlich breiter ausgelegt werden. Erschwerend kommt bei Windthorststraße, Königsstraße und Aegidiistraße ein massiver Parksuchverkehr zu den Parkhäusern in der Altstadt hinzu. Nicht vergessen werden sollte, dass diese Stellen von sehr vielen Buslinien der Stadtwerke Münster gekreuzt werden. Eine weitere Interessenlage, die in ein "Präferierungs-Konzept" mit einfließen muss. (Im übrigen war selbst bei sonnig-kühlem Frühlingswetter überraschend, wieviele Fußgehende und Sporttreibende auf der Promenade unterwegs sind. Auch sie gilt es zu berücksichtigen.)

Konstruktiv, kritisch, wiederholenswert

Einig war man sich, dass die Umgestaltung zugunsten des Radverkehrs ein iterativer Prozess sei, bei dem Erfahrungen mit den ersten Querungsstellen bei den Folgeprojekten einfließen sollten. An der Aegidiistraße sprach sich der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Norbert Vechtel, für die kurzfristige „Entrümpelung“, sprich der Beseitigung der vielen Schildermasten im Fahrraum der Promenade aus. Schon der Mülleimer dort ist eine permanente Gefahrenquelle für Radfahrende.

Am Ende dieser konstruktiv-kritischen Bereisung war man sich einig, dass ein solcher Austausch auf dem kurzen Dienst(rad)weg wiederholt werden sollte. Stadtbaurat Robin Denstorff zum Abschluss der Tour: „Das Ziel ist klar: Fahrradfahren muss in der Fahrradhauptstadt Münster noch sicherer, schneller und komfortabler werden; der Radverkehrsanteil soll so weiter ausgebaut werden


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