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Lillestrøm in Münster. Fahrradstädte im Dialog

15.05.18
Kategorie: Münster (OG), Verkehrspolitik, Mobilität

Deutsch-norwegische Vorstände vor der ADFC-Geschäftsstelle (Bild. B. Gerbermann)



Lastenradbesuch bei TraixCycles



Carsten Wiecek posiert vor Poster (Lütkenbecker Weg)



Kurzes Kulturprogramm: Haus Lütkenbeck


Eine vierköpfige Vorstandsdelegation aus Norwegen besuchte den ADFC im Münsterland. Fazit: viele interessieren sich für Münster – aber auch andere können Fahrradstadt

 

Was Münster für Deutschland sein möchte, ist Lillestrøm in Norwegen: die beliebteste Fahrradstadt. Und die Beliebtheit des Fahrrades wird dort sicher noch gesteigert durch das "Sykkel Hotell" – ein Fahrradparkhaus am Bahnhof der Stadt für knapp 400 Räder. Das Städtchen mit etwa 14.000 Einwohnern liegt zwischen Oslo und dem Flughafen und hat einen fahrradfreundlichen Bürgermeister (Hier ein ZEIT-Interview mit ihm: "Autoverzicht lohnt sich".)

Der komplette Vorstand der Ortsgruppe Lillestrøm im Norwegischen Fahrradverband (Syklistenes Landsforening) besuchte am Katholikentagswochenende Münster und selbstverständlich den ADFC Münsterland. Die Norweger zeigten sich von der wuseligen Geschäftsstelle beeindruckt. Denn zum einen war der Infoladen an diesem Samstag gut besucht; zudem herrschte reger Andrang beim der Rahmencodierung in der Leezenküche.

Fahrradpolitische Bereisung

Der Vorsitzende Andreas K. Bittner erläuterte den norwegischen Sykkel-Freunden Aufbau und Struktur des ADFC und machte eine Tour d’Horizon zu den Aktivitäten im Münsterland. Martina Kocik, Beisitzerin im Landesvorstand NRW, konnte berichten, dass es in Nordrhein-Westfalen seit Mitte April 2018 erstmals über 40.000 ADFC-Mitglieder gibt und verwies auf die Volksinitiative Aufbruch Fahrrad in NRW Nach intensiven Diskussionen mit der Fachgruppe Radverkehr (vertreten durch Martin Kamps und Elmar Post) – ein besonderer Fokus: Münsters Fahrradstraßen – folgte die obligatorische verkehrspolitische Radtour durch Münster. Mit guten und weniger guten Beispielen. Dazu gehörte die unvollendete Fahrradstraße Schillerstraße, die Lücke wurde er-fahren und eine kurze Besichtigung bei Haus Lütkenbeck eingelegt. Die Fahrradabstellsituation rund um den Bahnhof wurde kopfschüttelnd bestaunt und die Promenade umrundet.

Wenig beeindruckt waren die Norweger vom Dino unter Deutschlands Fahrradparkhäusern. In Frankfurt gibt es zur Zeit eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums "Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt", bei der das norwegische Fahrradhotel als eines von 25 globalen Leuchtturmprojekten genannt wird (falls man eine Radstation so maritim benennen sollte?) scheint. Münster ist dort nicht vertreten.

Carsten Wiecek, aus Recklinghausen importierter Ortsgruppensprecher von Lillestrøm, lud den ADFC Münsterland zum Gegenbesuch in den Norden: „Wir haben vom ADFC viele tolle Anregungen bekommen; aber eine Sache könnt ihr bei uns auf jeden Fall lernen: Fahrradfahren im Winter.

Erstes Bild oben (von links nach rechts): Carsten Wiecek (Vorsitzender Ortsgruppe Lillestrøm), Alf Helge Hartveit Skistad (Pressekontakt), Elmar Post (Fachgruppe Radverkehr) Bjørn R. Bergersen, Stein Schau (Schatzmeister), Martin Kamps (Fachgruppe Radverkehr), Martina Kocik (ADFC NRW Landesvorstand), Andreas K. Bittner (Vorsitzender ADFC Münsterland) und Lasse (Freies Lastenrad Münster)


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