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Frühlings-Fahrrad-Check - eine Prüfliste

02.04.20
Kategorie: Presse, Rad in den Medien, Aktuelles

Foto: www.pd-f.de / Luka Gorjup


Auch wegen der Corona-Pandemie holen momentan viele Menschen ihr Rad aus dem Keller. Notwendige Wege lassen sich damit bei geringerem Ansteckungsrisiko schnell und einfach zurücklegen. Wer das Fahrrad seit längerer Zeit das erste Mal bewegt aber auch Menschen, die das ganze Jahr mit dem Rad unterwegs sind, sollten das Fahrrad warten und gegebenenfalls reparieren.

PRESSEMITTEILUNG

Frühlings-Fahrrad-Check: Wie fit ihr Rad?

Düsseldorf, den 02.04.2020
08/2020

Auch wegen der Corona-Pandemie holen momentan viele Menschen ihr Rad aus dem Keller. Notwendige Wegelassen sich damit bei geringerem Ansteckungsrisiko schnell und einfach zurücklegen. Zudem stärkt die Bewegung an der frischen Luft das Immunsystem und schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen. Wer das Fahrrad seit längerer Zeit das erste Mal bewegt, sollte es zuvor einem ausführlichen Rundum-Check unterziehen. Aber auch für Menschen, die das ganze Jahr mit dem Rad unterwegs sind, empfiehlt es sich, mindestens einmal jährlich das Fahrrad gründlich zu warten und gegebenenfalls zu reparieren.

Das öffentliche Leben ist zurzeit stark eingeschränkt und auch der Fahrradverkauf ist in Nordrhein-Westfalen momentan untersagt. Reparaturservices sind jedoch weiterhin erlaubt und viele Fahrradwerkstätten haben geöffnet. Wer sein Fahrrad von einem Fachmann überprüfen lassen möchte, sollte allerdings zuvor bei der entsprechenden Fahrradwerkstatt einen Termin vereinbaren und sich informieren, ob Sonderregeln gelten. Handwerklich Begabte können selbst Hand anlegen – hier unsere Prüfliste:

Schnell-Check: Frühlingsfittes Fahrrad

1.     Fahrrad putzen
2.     Fahrradkette reinigen und schmieren
3.     Fahrradreifen aufpumpen
4.     Kabel und Reifen auf Korrosion prüfen
5.     Fahrradbremsen checken
6.     Alle Verschraubungen auf guten Halt prüfen
7.     Reflektoren und Beleuchtung funktionstüchtig
8.     Probefahrt machen

Fahrradreinigung: Erst Rad, dann Kette
Als erstes steht Fahrradputzen an, damit Schäden nicht durch Staub und Schmutz verdeckt werden. Gesäubert wird am besten mit Wasser, Spülmittel und Lappen oder mit einem speziellen Fahrradreiniger aus der Sprühdose. Hochdruckreiniger an der Tankstelle sind zwar praktisch, können aber die Radlager beschädigen. Eine alte Zahnbürste reinigt kniffligere Stellen. Insbesondere sollten auch die beweglichen Teile wie Federgabel, Laufräder, Seitenständer und Innenlager gesäubert werden. Nach der Reinigung das Fahrrad mit einem Tuch gut abtrocknen.

Wer sich die Finger nicht schmutzig machen möchte, zieht zur Reinigung der Fahrradkette Gummihandschuhe an. Dafür Kettenreinigungsmittel aufsprühen, einwirken lassen und die Kette mehrere Runden durch einen alten Putzlappen ziehen bis sie vom gröbsten Schmutz befreit ist. Danach Kettenfett an der Innenseite der Kette auf jede einzelne Lasche tröpfeln. Dabei sollte man darauf achten, dass kein Öl aus Versehen an die Felgen kommt und darüber auf die Bremsbelege. Ob die Kettenglieder verzogen sind, lässt sich mit einem Kettenprüfer messen – ausgeleierte Ketten können reißen oder langfristig zu Schäden an der Zahnradkassette führen und beeinflussen das Schaltverhalten negativ.

Reifen: Luftdruck und Abstand zu Bremsen prüfen
Sobald das Rad sauber ist, sollten zunächst alle Schalt- und Bremskabel nach Rissen und Korrosion abgesucht werden, danach die Felgen. Meist ist auch zu wenig Luft in den Reifen. Wie viel Bar minimal oder maximal auf den Reifen gehört, steht seitlich auf der Flanke des Radmantels. In der Regel zwischen 3,5 und 4,5 Bar bei Alltagsrädern. Danach prüfen, ob der Reifen rund läuft und nicht eiert. Dies kann man gut an den Bremsen erkennen. Ist der Abstand zwischen Bremsen und Reifen immer gleich, ist alles in Ordnung. Wenn eine größere Acht den runden Lauf stört, muss der Fachmann ran oder Spezialwerkzeug und Reparatur-Know-how in einer der Selbsthilfewerkstätten des ADFC oder einem Repair Café dazu geholt werden. Grundsätzlich gilt: Vor der ersten Frühlingsfahrt prüfen, ob alle Schrauben fest angezogen sind.

Bremszüge und Bremsklötze kontrollieren
Nun die wichtigste Frage: Funktionieren die Bremsen? Wenn sich der Griff der Bremse mühelos bis zum Lenker durchdrücken lässt, ist das Spiel zu groß. Optimieren lässt sich das mit Rändelschrauben am Bremsgriff und am Bremskörper. Eventuell muss auch der Bremszug angezogen werden. Die Bremsklötze zu überprüfen ist zudem überlebenswichtig. Sind beispielsweise die Querrillen auf der Innenseite der Bremsklötze nicht mehr zu erkennen, gehören sie gewechselt. Tipp: Mit einer Nagelfeile oder grobem Schmirgelpapier lassen sich Bremsklötze nach der Winterpause einfach von Bremsstaub befreien. Für die Reinigung und Wartung von Scheibenbremsen finden sich auch im Internet, z.B. auf YouTube, hilfreiche Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Beleuchtung muss intakt sein
Fahrräder sind hochtechnische Produkte, die im Verkehr ihren Dienst zuverlässig verrichten und der Straßenverkehrsordnung entsprechen müssen. Dies bedeutet: Vorder- und Rücklicht sind funktionstüchtig und Reflektoren vorn und hinten vorhanden, die Pedale verfügen über nach vorn und hinten wirkende Reflektoren, die Reifen haben durchgehende Reflexstreifen oder jedes Laufrad alternativ zwei Speichenreflektoren. Wenn die Reifen Reflexstreifen haben, dann prüfen, ob diese noch vollständig sind. Die Wartung sollte mit einer Probefahrt abgeschlossen werden. Dafür ist es selbstverständlich notwendig, nochmal Sattel und Lenker auf die richtige Höhe zu überprüfen.

Lokale Händler durch Gutscheine unterstützen

Wer in diesen Tag ein Fahrrad kaufen möchte, kann über das Internet bestellen, da der stationäre Fahrradverkauf in NRW momentan untersagt ist. Im Vorteil sind natürlich solche Fahrradgeschäfte, die zugleich einen Online-Handel betreiben. Dies sind überwiegend Filialisten und größere Geschäfte, während kleinere Betriebe häufig nicht über die organisatorischen Voraussetzungen verfügen, um ein Online-Business im großen Stil zu tätigen. Wer seinen Fahrradhändler um die Ecke dennoch unterstützen möchte, kann sich erkundigen, ob es Gutscheine zu kaufen gibt oder mit dem Kauf eines neuen Rades so lange warten, bis die Beschränkungen demnächst wieder aufgelockert werden.

Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 46.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In knapp 40 Kreisverbänden und 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potentiale des Fahrrads ausschöpft. Dabei steht die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

Kontakt
Christina Wolff
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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