Aktuelles aus der Ortsgruppe Lüdinghausen

Tour de See(h)nsucht

04.06.12
Kategorie: Lüdinghausen, Radtouren

Start unter dunklen Wolken, aber dann wurde das Wetter immer besser.



Noch auf leichter Strecke vor dem Fritz Reuter Gedenkstein vor Ludwigslust - 2. Tag



Kaffeetafel bei den Landfrauen in Glaisin - 2. Tag



In Ludwigslust waren auch unsere Fahrräder fürstlich untergebracht



Unser bewährter absoluter Schlussmann



Stopp vor dem Rathaus in Parchim - Heinz Reuter erklärt uns was zur Baugeschichte



Ackern im Sand bei Malchow



Räder verladen zur Schiffstour auf dem Plauer See



Pannenstopp - kurze Beratung, Techniker und Navigator bleiben beim Liegengebliebenen und kommen nach



Die gesamte Gruppe am fünften Tag vor dem Hotel in Waren an der Müritz



Nach einiger Quälerei im Sand Mittagsrast im "Alten Schafstall" in Basedow



Nach Erläuterungen - kurzer Stopp vor dem Schloss in Basedow - Bild von Gebhard Wierling



Letztes Gruppenfoto am sechsten Tag vor dem Hotel am Klostersee in Dargun - Bild von Gebhard Wierling



Abendführung durch die gesicherte Kloster- / Schlossruine in Dargun



Gleich fünf mal Räder verladen innerhalb von drei Stunden zur Peene-Tour und Heimfahrt - kräftige Männerhände waren gefragt



Ausfahrt aus Malchin (durch) neben dem Kalenschen Tor



Ein letztes Mal Räder verladen in den Radanhänger


Unter dem Titel "Tour de See(h)nsucht" bot die ADFC-Ortsgruppe Lüdinghausen eine sechstägige Radwanderung durch Mecklenburg-Vorpommern an. Bald nach Erscheinen des Angebotes im Dezember 2011 meldeten sich 36 Personen an, von denen auch 34 die Tour antraten.

Bei der Anmeldung und dann wieder bei der gemeinsamen Trainings- und Kennenlerntour Ende April
lernten sich die Radler ein wenig kennen und konnten sich und ihr Rad auf der Strecke nach Billerbeck testen.
Am Mittwoch vor Christi-Himmelfahrt sammelte der Bus mit Radanhänger morgens die TeilnehmerInnen in Lüdinghausen und Ottmarsbocholt ein. In einem kleinen Stoßgebet bat der Tourenleiter um unfallfreie,
harmonische Tage bei angenehmen Wetter. Anschließend mussten noch die Speisepläne für die letzten zwei Hotels in Waren und Dargun ausgefüllt werden.
Zur Mittagszeit wurde eine kurze Pause im "Hundertwasser - Bahnhof" in Uelzen eingelegt. Am Startpunkt in Bergen an der Dumme wartete Heinz Wolle bereits, der die Strecke bis hier mit dem Rad zurückgelegt hatte.
Als die Räder aus dem Anhänger und das Gepäck aufs Rad geladen war, kam ein letzter Regenschauer, der unter Bäumen abgewartet wurde, herunter.
Von nun an wurde es jeden Tag heller und sonniger. Auf der Halbtagsstrecke bis zur Übernachtung in Lüchow wurden einige Rundlingsdörfer im Wendland durchstreift.
Am nächsten Tag, Christi-Himmelfahrt, wollte man als Beispiel für ein altes Gutsdorf mit farbenprächtig ausgeschmückter Gutskapelle die Kapelle in Breese im Bruche vor der Messe kurz besichtigen. Leider
durften wir hier nicht herein. Anhand einer kleinen Broschüre und Erläuterungen von Heinz Reuter konnten sich die Teilnehmer dennoch ein Bild machen.
Nach einigen Stunden musste auf dem Elbedeich kräftig gegen Wind in die Pedale getreten werden um über die Elbebrücke die Festung in Dömitz und anschließend das Panorama - Caf'e zu erreichen. Von hier hatte man einen weiten Blick über die Elbeauen und die Eldelandschaft.
In den kleinen Dörfern an der ausgesuchten Strecke gibt es kaum noch Restaurants, erst recht keines was auf den plötzlichen Besuch von 34 RadlerInnen vorbereitet ist. Nach einigen Mails und Telefonaten fand
sich zur Überraschung der Gruppe in Glaisin eine Landfrauengruppe, die in einem alten Schweinestall eine schmucke Kaffeetafel mit leckerem, selbst gebackenem Kuchen gedeckt hatte und uns während der Zeit einiges über die "Griese Gegend", ihr Heimatdorf und Verbindungen zu Landfrauen im Kreis Borken erzählten. Weiter radelte die Gruppe über Landstraßen und schließlich schmale Waldpfade in den Schlosspark von Ludwigslust. An den 24 Wassersprüngen wurde kurz Halt gemacht um sich dann vom Kanal zum
Schloss und zur tempelartigen Stadtkirche mit ihrem 350 qm großem Altarbild mit der Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten führen zu lassen.
Am dritten Tag radelte man entlang der Elde und ihres Kanales durch eines der größten Naturschutzgebiete Mecklenburgs, dem "Tor zur Lewitz" vorbei an den Neuhöfer und Friedrichsmoorer Karpfenteichen auf den
Spuren der Straße der Backsteingotik zur Mittagspause in Parchim. Auch hier wusste Heinz wieder einiges aus der Region zu berichten.
Passend hierzu wurden in Benzin in einer alten Ziegelei die Abläufe vom Lehm zum Ziegel durch eine sachkundige Führerin erläutert.
In Plau am Plauer See verbrachte man den Abend bei Eis und kühlen Getränken.
Der Samstag begann mit einer Schiffstour über den Plauer See und einigen Kanaldurchstichen nach Malchow. Teils schiebend ging es über einen sandigen Waldweg durch kleine Dörfer und entlang großer Rapsfelder zur größten Feldsteinscheune Deutschlands in Bollewick.
In Röbel wurde eine Mittagspause eingelegt, anschließend radelte man über staubige, wassergebundene Strecken die Müritz oft im Blick über Schloss Klink nach Waren.
Manch einer sah während der Müritz Sail im Hafengebiet bei kühlen Getränken das Fußballspiel Bayern München gegen Chelsea.
Nach dem Gruppenfoto fuhr man am Sonntag morgen entlang des Tiefwarensees. Die Strecke war durch eine Treppe unterbrochen. Insgesamt ließ die Beschilderung der ausgesuchten Strecken gegenüber dem von hier gewohntem Niveau zu wünschen übrig. Aber dann hatte der Tourenleiter Klemens Rave
nach Absprache mit der Touristinformation einen angeblich wohl befahrbaren Wanderweg ausgesucht.
Auf einigen Strecken im Wald fuhr es sich schon sehr schwer. Aber am Waldsaum, zu Ackerflächen hin, war es nur noch loser Sand mit Feldsteinen durchsetzt, und das im welligen Gelände, schiebend mit Gepäck. Nach starker Leistung kam die Gruppe "Gott sei Dank" ohne größere Blessuren über Ulrichshusen verspätet zur verdienten Mittagspause im umgebauten alten Schafstall in Basedow an.
Die vorgesehene Führung durch das Dorfensemble mit Schloss erläuterte Frau Müller während des Essens. Mit einer Busgruppe aus Münster hörten wir anschließend ein Orgelkonzert auf der ältesten Orgel Mecklenburgs.
Von einem Einheimischen ließen wir uns mit einigen Informationen durch die Stadttore nach Malchin und wieder hinaus begleiten, bevor wir weiter durch die Mecklenburgische Schweiz die gedeckte Kaffeetafel in der Kolping - Familienferienstätte in Salem am Kummerower See erreichten.
Die Leiterin Frau Volkmar gab uns zum Gebäude und der Familienferienstätte in der Kapelle einiges Hintergrundwissen. Nach ca. 320 Kilometern wurde am Abend noch einigermaßen passend in Dargun das
Hotel erreicht.
Viele Teilnehmer empfanden die einstündige Führung durch die alte Kloster- und Schlossruine als interessanten Abschluss dieses letzten Abends und sangen in der Kapelle zum Dank "Großer Gott wir loben
Dich". Im Hotelbiergarten wurde es anschließend eng, da alle RadlerInnen sich noch mal zum Resümee ziehen trafen.
Am sechsten Tag wurde das große Gepäck morgens schon in den bereitstehende Bus geladen. Plötzlich merkte man wieder wie einfach und leicht Radfahren ohne 15 oder mehr kg Gepäck auf ebener Strecke über
Teer sein kann.
Eine Schifffahrt über den nördlichen Kummerower See und die Peene, den "Amazonas des Nordens", schloss endgültig diese sechstägige Radwanderung durch das Wendland und Mecklenburg-Vorpommern ab.
In Demmin stand der Bus mit Radanhänger wieder bereit um die 34 RadlerInnen und ihre Räder ins Münsterland zu bringen.


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