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Klimawandel tut not

13.04.19
Kategorie: Aktuelles, Presse

Fahrradklima-Test 2018



Farräder an einem Markttag



Parke nicht auf Radwegen


Ergebnisse des ADFC Fahradklima-Tests 2018 liegen vor - Lüdinghausen erreicht Platz 67

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2018 liegen endlich vor. Der ADFC bedankt sich bei allen, die das Projekt unterstützt haben, denn allein in Nordrhein-Westfalen haben sich über 41.000 Menschen an der Umfrage beteiligt. Das sind 40 Prozent mehr als bei der letzten Umfrage 2016. Dabei wurden Bewertungen für 169 NRW-Kommunen abgegeben.

In der Gesamtbewertung ist NRW durchgängig schlechter als im übrigen Bundesdurchschnitt bewertet. Lag die Bewertung des Fahrradklimas 2016 noch bei der Schulnote 3,9, so ist NRW mittlerweile auf 4,1 abgerutscht. Das gilt insbesondere für die Großstädte über 500.000 Einwohner. Diese landen fast alle auf den hinteren Rängen. Auch der Abstieg der Fahrradstadt Münster liegt in diesem Trend. Münster muss mit der Note 3,3 die langjährige Spitzenposition in seiner Kategorie räumen und Karslruhe den ersten Platz überlassen.

Lüdinghausen erreichte eine Gesamtbewertung von 3,6 und landete in seiner Größenklasse auf Platz 67 von 311 Städten. Bezieht man den Vergleich nur auf NRW, dann kommt Lüdinghausen auf Platz 24 von 82 ähnlich großen Städten. Von den Teilnehmern positiv bewertet wurde, dass es hier ein gutes Angebot öffentlicher Leihfahrräder gibt, das viele Einbahnstraßen geöffnet sind, das Radfahren an der Stever Spaß macht, die Innenstadt gut erreichbar ist und dass Alt und Jung auf der Leeze unterwegs sind.

Negativ wurde die Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln gesehen, genauso wie die schlechte Reinigung und Instandhaltung der Radwege und die häufig von Falschparkern zugestellten Radwege. Auch unübersichtliche Führungen an Baustellen und ungünstige Ampelschaltungen ärgern hier im Ort viele Radfahrer, von  unsicherem Gefühl im rollenden Autoverkehr ganz zu schweigen.

Generell ist die Unzufriedenheit der Radfahrenden weiter gestiegen. In Zeiten von Klimawandel und Stau-Rekorden sind schlechte 4er Bewertungen tatsächlich kein gutes Ergebnis. Deshalb fordert der Fahrradclub die Politik auf, dringend zu reagieren und den Bau von sicheren und geschützten Radwegen anzugehen, damit ungute Gefühle wie Angst und Stress die Menschen nicht vom Radfahren abhalten. Sichere und breite Radwege, bei starken Autoverkehr separat geführt, durchgängige Radwegenetze, Radschnellwege für Pendler und mehr Fahrradabstellmöglichkeiten sind ein Erfordernis der Zeit. Das zeigt auch die enorme Resonanz auf die erfolgreiche Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“, die als Ziel ein Fahrradgesetz für NRW anstrebt.

Für Lüdinghausen als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise (AGFS), muss das Ergebnis des Tests ein starker Ansporn sein, das Radverkehrsklima für die nächste Runde deutlich zu verbessern.

Herbert Baur

© 2019 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.