Fahrradverkehr in der Bocholter Innenstadt

Der lokalen Presse konnte man in den letzten Tagen zwei Artikel entnehmen, die sich mit der Zukunftsplanung für die Stadt befassten.

Zunächst war zu lesen , dass BEW und Ewibo der Stadt 50000 € für die Erstellung eines Mobilitätskonzepts in Rechnung gestellt haben.

Aus Sicht des ADFC ist diese Beauftragung der weitgehend fachfremden Stadttöchter nicht sinnvoll gewesen, vielmehr eine solche Zukunftsplanung ureigene Aufgabe der Verwaltung, die ja auch dementsprechend ausgebildete Fachkräfte hat. Es wäre daher zu begrüßen, wenn die Mobilitätsplanung wieder in der Hand der städtischen Verkehrsexperten läge, die sich im Bedarfsfall spezialisierter Sachverständigen bedienen könnten.

Ein weiterer  Artikel befasste sich mit der City-Strategie für die Zukunft. In diesem Artikel, wurde ein insbesondere für auswärtige Besucher besser erklärendes Parkleitsystem und mehr Parkmöglichkeiten in der City vorgeschlagen.

Aus Sicht des ADFC ist, was die Strategie für die City angeht, verstärkt das Augenmerk auch auf  den Radverkehr zu richten. Letzterem Artikel ist darin zuzustimmen, dass eine Stadt ihre jeweilige Stärke ausspielen solle, um bei auswärtigen Besuchern zu punkten. Bocholt ist bundesweit als führende  Fahrradstadt bekannt. Damit dieses in Zukunft auch so bleibt, ist  unseres Erachtens eine entsprechende Auffrischung der Wegführung im Zentrum, das ja, insbesondere für den auswärtigen Besucher, das Schaufenster der Stadt ist, dringend von Nöten. Die Nominierung Bocholts als Fahrradstadt ist kein Selbstläufer, sondern eine kontinuierliche Aufgabe.

Zwar sind in der Vergangenheit in zahlreichen Außenbezirken für Radfahrer Verbesserungen geschaffen worden. Dieses gilt jedoch nicht für die direkte Innenstadt. Was diese angeht, zeigt sich Bocholt nicht als Fahrradstadt, sondern lediglich  als Stadt mit vielen Radfahrern.

So ist derzeit eine strukturierte, deutlich auch für auswärtige Besucher erkennbare Verkehrsführung, am besten auch bei Einfahrt in die Innenstadt mit Übersichtskarten, für Radfahrer nicht gegeben. Der Bocholter Bürger mag sich seine Schleichwege in der Innenstadt vielleicht im Laufe der Zeit erworben haben, möglicherweise unter Verstoß gegen Verkehrsregeln, die sich in vielen Fällen gerade für den Radfahrer auch nicht gleich erschließen. So dürfte z.B. die Fahrbahnbenutzung für den Radfahrer an den Straßen Schanze, Langenbergstraße , Berliner Platz, Ravardistr., Aa-Uferwege , nicht eindeutig sein. Fahrradwege enden hier teilweise abrupt, sind, ohne dass  dies deutlich zu erkennen ist,  nur in einer Richtung befahrbar, Radwegweiser deuten auf Fußwege hin. Die entsprechenden Radwegzeichen sind teilweise versteckt. Die Verkehrsführung  über den Berliner Platz, am Rathaus entlang, an der  Rückseite des Mariengymnasiums vorbei, dürfte eher einer Schnitzeljagd gleichkommen. Entsprechende farbliche Kennzeichnungen oder Piktogramme zwecks spontaner Erkennbarkeit fehlen zum großen Teil. Jedenfalls ist die derzeitige Wegführung  der Fahrradstadt Nr.1 nicht angemessen und mutet eher wie eine Verlegenheitslösung  an. Akzeptanz bei Radfahrern scheint bislang nicht vorrangiges Ziel gewesen zu sein  Auch unter den derzeitigen baulichen Gegebenheiten dürfte eine sinnvolle,  sich schnell erschließende  und damit auch sichere und von Radfahrern akzeptierte Wegführung, möglicherweise   auch vernetzt in Form eines Fahrradinnenstadtrings, möglich sein. Dieses dürfte  auch nicht mit hohen Kosten verbunden sein, würde jedoch  Image  und Infrastruktur der Stadt deutlich verbessern.

Eine ganz andere  Frage ist, ob der Autoring um die Stadt , der eher an einen Festungswall erinnert, noch zeitgemäß ist und nicht auch hier ein teilweiser Rückbau oder Umbau zu Gunsten größerer  Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger sinnvoll wäre.

Derartiges würde aber einen Paradigmenwechsel bei Politik und Verwaltung voraussetzen.

 

ADFC Bocholt,     Arbeitskreis Verkehr

Arbeitskreis Radverkehr in Bocholt

Am13.10.2016 hat der Arbeitskreis Verkehr des Adfc Bocholt seine Arbeit begonnen. Die Gruppe besteht aus 6 Mitgliedern der Ortsgruppe Bocholt. Ob Holland- ,Trekkingrad oder Pedelec das Fahrrad ist ein flexibles und günstiges, Verkehrsmittel. Wir wollen, dass das Fahrrad für den Großteil der täglichen Wege genutzt wird. Dabei wird dem Fahrrad heute schon eine zentrale Bedeutung zugemessen, da es sich für viele Wege als optimales Verkehrsmittel und kostengünstige Alternative zum Auto eignet. Außerdem kann es auch einen enormen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten. Wir wollen diejenigen stärken, die jetzt schon das Fahrrad nutzen und den Fokus auf Missstände lenken, die Menschen noch am Radfahren hindern. Die Bedürfnisse der Radfahrer sollten ernstgenommen werden, und Radfahren sicher und komfortabel für alle möglich sein. Dafür brauchen wir eine fahrradfreundliche Infrastruktur. Gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren wollen wir uns für eine nachhaltige Radverkehrsförderung in unserer Stadt einsetzen und breite Bevölkerungsschichten zum Radfahren anregen. Ein erstes Gespräch mit einem Vertreter der Stadt Bocholt hat bereits stattgefunden. Ich lade alle die Interesse an unserer Arbeit haben herzlichst ein, durch Beiträge oder auch Anregungen bei uns mitzumachen.

Bernhard Verdirk

(Sprecher des Arbeitskreises)

ADFC sagt Ja zum geplanten Radschnellweg Isselburg - Velen

 Die Verlautbarungen , die der lokalen Presse hinsichtlich des geplanten Radschnellweges Isselburg-Velen in den letzten Monaten zu entnehmen waren, haben den ADFC, Ortsgruppe Bocholt, veranlasst, zu diesem Thema eine eigene Stellungnahme abzugeben.

So konnte nämlich dem BBV entnommen werden, dass der in Rhede beheimatete NRW -Verkehrsminister, Herr Wüst, die Sinnhaftigkeit dieses Radschnellweges anzweifelte. Weiter war dem BBV zu entnehmen, dass in dem im Bocholter Rat vorgestellten Mobilitätskonzept auch die Frage erörtert wurde, ob es nicht sinnvoller sei, die ehemalige Bahntrasse für einen eventuellen Schienenverkehr freizuhalten. Auch diese Stellungnahme dürfte nicht als Unterstützung des Radschnellwegeprojektes seitens der Stadt Bocholt zu werten sein. Hierbei stellen sich allerdings gleich mehrere Fragen: Wie realistisch ist eine Wiederbelebung des Schienenverkehrs auf dieser Strecke innerhalb der nächsten 20 Jahre? Ist bedacht worden, dass bereits ab Rhedebrügge Teile der Trasse als Fahrradweg überbaut worden sind? Für das konkrete Projekt des Radschnellwegs sprechen zahlreiche Gründe, von denen die hiesige Region profitieren könnte:

Der Radschnellweg hätte Modellcharakter, wäre auch in der überregionalen Presse Thema und würde zusätzlich den Focus auf die hiesige Region richten. Wie wir selbst erfahren konnten, beeindruckt es den ortsfremden Radfahrer auch enorm, wenn er, wie z. B. in den Niederlanden oder Göttingen sich unerwartet auf einem mehrspurigen, kreuzungsfreien und möglicherweise farbig abgesetztem Radschnellweg wiederfindet. Eine solche Investition in die Zukunft würde sicherlich das Image der hiesigen Region stärken.

Es ist ferner zu erwarten, dass der Anteil der E-Bikes/Pedelecs in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird. Wie man ständig der Presse entnehmen kann, kommt es gerade zu Unfällen bei Kreuzungen mit Pedelecfahrern, da deren Geschwindigkeit unterschätzt wird. Gerade Radschnellwege mit ihren mehrspurigen , meist kreuzungsfreien Trassen, bieten hier erhebliche Sicherheitsvorteile. Es ist auch davon auszugehen, dass diese Schnellwege, insbesondere bei Benutzung durch Pedelecfahrer mit deren Geschwindigkeits-und Radiusvorteil, verstärkt als Pendlerwege genutzt werden, z..B. Bei der Strecke Bocholt-Borken. Damit würde gerade auch für jüngere und aktive Mitbürger eine Infrastrukturverbesserung geschaffen.

Insgesamt ist festzuhalten, dass eine uneingeschränkte Unterstützung des Radschnellwegprojekts im Interesse unserer Region ist.

 

ADFC Ortsgruppe Bocholt

Arbeitskreis Verkehr   

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