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Ein Nordlicht auf Schokofahrt …

05.05.19
Kategorie: Radreisen, Mobilität

Westfälischer Monkey – ein Teilnehmer der Schokofahrt (Foto: Matthias Walenda)



Schokofahrt #5 – Ankunft in Münster auf dem Domplatz (Foto: Andreas K. Bittner)



Schokofahrt #5 – Zusammentreffen in Amersfoort (Foto: Matthias Walenda)



Jubel bei den Chocolatemakers in Amsterdam-Noord (Foto: Matthias Walenda)



Schokofahrt #3 – Zusammentreffen in Amersfoort (Foto: Andreas K. Bittner)



Schokofahrt #4 im Oktober 2018 auf der Rückfahrt (Foto: Andreas K. Bittner)



Spiritus Rector Nikolai – Vernetzungstreffen im Januar 2019 beim ADFC Münsterland (Foto: Thorsten Knölke)



Spirit – Vernetzungstreffen im Januar 2019 beim ADFC Münsterland (Foto: Thorsten Knölke)



Schokofahrt #3 im Frühjahr 2018 – Bed&Breakfast in Deventer (Foto: Andreas K. Bittner)



Nordlicht Matthias Walenda – Autor dieses Gastbeitrags bei der Ankunft von Schokofahrt #5 in Münster (Foto: Andreas K. Bittner)



Aufbruch Schokofahrt #3 – Kleine ADFC-Münsterland-Teilnehmergruppe am Start in Münster


… oder: Wie kann man Schokolade möglichst CO2-sparend produzieren und transportieren. Gastbeitrag von Schokofahrer Matthias Walenda (ADFC Pinneberg)

 

Am Gründonnerstag (18. April 2019) sind, kurz nach Sonnenaufgang 27 Radfahrer, am Schloss von Münster nach Amsterdam aufgebrochen um eine ganz besondere Tour zu unternehmen. Was das Besondere ist? Zunächst einmal, dass unter den Rädern elf Lastenräder und ein Liegerad waren. Den Rest stellten hochbepackte Tourenräder. Alle diese Fahrzeuge waren bereit, in Amsterdam gemeinsam mit Radfahrern aus vielen Gegenden Deutschlands, zwei Tonnen Ladung aufzunehmen und in der Republik zu verteilen. Neben Westfalen waren auch Mitfahrende aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein dabei. Meine Wenigkeit kommt gebürtig aus Münster, wohnt aber in Pinneberg und ist dort aktiv im dortigen ADFC.

Wie der Name der Fahrt schon sagt, handelt es sich bei der Ladung um Schokolade. Allerdings ganz besondere Schokolade. Die Kakaobohnen dazu wurden in der Karibik biologisch angebaut und fair bezahlt, die getrockneten Kakaobohnen mit einem Segelschiff nach Amsterdam gebracht und dort aufwändig zu hochwertiger Schokolade verarbeitet. Diese Schokolade ist es wert, besonders transportiert zu werden. Nämlich durch Räder und Gespanne, die in großer Typenvielfalt bei den Schokoladenmanufaktur "Chocolatemakers" eintreffen würden.

Die 27 Radfahrenden aus Münster hatten sich ein sportliches Ziel gesteckt. Sie fuhren in zwei Etappen à 120 km hin und auch wieder zurück. Selbst bei der Ernährung wurde auf die CO2-Bilanz geschaut: es wurde vegan gekocht. Und das auch richtig lecker: mal mediterran, mal indisch, mal westfälisch und möglichst saisonal.

Auf dem Weg nach Amsterdam

Die ersten beiden Etappen wurden, dank stabiler Ostwindlage, bei Traumwetter und leichtem bis mäßigem Rückenwind in zügigem Tempo gefahren. Am zweiten Vormittag wurden auf einer Gefällestrecke über längere Zeit 30 km/h gefahren. So erreichten wir die Ziele teils viel zu früh. In Amersfoort trafen wir mit Gruppen aus dem Ruhrgebiet zusammen: aus Essen, Bochum, Wuppertal, Duisburg und Rheinfelden. Nach einem Foto mit 41 Radfahrern und -fahrerinnen ging es gemeinsam weiter.

Am Karsamstag fanden sich dann alle Radfahrenden, die an dieser Schokofahrt teilnahmen (es war die fünfte), bei den "Chocolatemakers" in Amsterdam Noord ein. Dort hörten wir die Ansprachen von Frau Saskia Groenewoud, einer Beigeordneten von Amsterdam-Noord, von Andreas Lackner einem der Kapitäne des Segelschiffes Tres Hombres, das die Kakaobohnen gebracht hatte, von Enver Loke, einem der Chefs der Chocolatemakers und von Nikolai Wystrychowski, einem Schokofahrer aus Münster, dem Spiritus Rector der ganzen Unternehmung.

Zertifikate für den Transport

Danach wurde die Ladung übernommen und es bestand die Möglichkeit sich mit Getränken, Rosinenbrötchen und Waffeln zu stärken. Für jede Stadt, in die Schokolade gehen sollte, von München bis Flensburg, wurden Zertifikate ausgegeben.

Danach hieß es, aufgrund des warmen, sonnigen Wetters die wertvolle Schokolade unbedingt vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Wir wurden also zu Schattenparkern. Nachdem die Schokolade im Quartier war, gab es die Möglichkeit die Stadt Amsterdam zu erkunden.

Für mich war es auch eine Freude, gute Fahrradinfrastruktur zu erleben: Radwege auf denen man von Autos und Fußgängern durch Bordsteine getrennt ist, die breit genug für zwei Räder nebeneinander sind, oder Induktionsschleifen auf Radwegen, die eine grüne Welle für Radfahrende ermöglichen. Auch Baustellenumleitungen für Fietsen (Räder) möchte ich in Deutschland gerne mal sehen.

Die Rückfahrt war deutlich anstrengender als die Hinfahrt. Wir hatten ja nicht nur mehr Gepäck, sondern auch Gegenwind. Vor Allem auf der Etappe Deventer-Münster mit langen Steigungen und auffrischendem Gegenwind, kamen Einige an ihre Grenzen. Dank des guten Materials und der umsichtigen Fahrweise der Teilnehmer, gab es aber keine Ausfälle des Materials und auch kaum Reparaturen.

Ostermontag am Domplatz in Münster

Als wir Ostermontag um kurz nach 18 Uhr am Dom zu Münster ankamen, wurde uns ein warmer Empfang bereitet. Ich muss sagen, es hat wirklich Freude gemacht, Teil dieses Teams gewesen zu sein. Lastenräder haben ihre großen Stärken in der Distribution auf der letzten Meile, wo sie anderen Transportmitteln überlegen sind. Aber auch für den Transport über 240 km sind einige Modelle geeignet. Und es macht auch noch Spaß.

Aktueller Terminhinweis

Die Schokofahrt – wie aus einer Idee eine Bewegung wird
Dienstag, 14. Mai 2019 ab 18:00 h in der Frauenstraße 24, Münster


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