Wer den Schaden hat...!

01.09.02
Kategorie: StVO

LK Nr. 61 3/2002, Münster. Seit dem 1.8.2002 gelten Neuregelungen beim Schadensersatzrecht, die insbesondere Verbesserungen für Kinder bis zu einem Alter von 10 Jahren gebracht haben.

</style>Wurde ein Kind - egal, ob als Radfahrer oder als Fußgänger - in einen Unfall mit einem Kraftfahrzeug verwickelt, konnte sich der Kraftfahrer nach früherer Rechtslage von seiner Haftung ganz oder zum Teil befreien. Hierzu musste er nur nachweisen, dass der Unfall für ihn ein „unabwendbares Ereignis“ war, also auch von einem „Idealfahrer“ nicht hätte verhindert werden können. Als unabwendbares Ereignis galt z.B., wenn ein Kind hinter einem parkenden Auto oder Lkw, ohne sich umzusehen auf die Straße lief oder fuhr und der herannahende Autofahrer nicht die leiseste Chance hatte, sein Fahrzeug vor dem Kind zum Stehen zu bringen. Das verunglückte Kind hat dann keinen Schadensersatz erhalten. Wenn nicht ein entsprechender privater Unfallversicherungsschutz bestand, waren schwere Unfälle von den betroffenen Familien finanziell kaum zu verkraften. Unter dem neuen Recht wird dagegen dem Kraftfahrer das Risiko zugewiesen, dass Kinder sich derart grob verkehrswidrig verhalten, dass selbst ein idealer Fahrer nicht mehr ausweichen kann. Der Gesetzgeber hat nämlich den Entlastungsgrund des unabwendbaren Ereignisses bei Unfällen zwischen motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern gestrichen. Zusätzlich hat er die Verantwortlichkeit von Kindern unter 10 Jahren für Schäden bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug ausgeschlossen. Der Autofahrer kann jetzt nicht mehr einwenden, dem Kind wäre ein Mitverschulden an dem Unfall anzulasten.


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