Wenn´s hinten knallt, gibt´s vorne Geld!

01.06.05
Kategorie: StVO

LK Nr. 72 2/2005, Münster. Bei Auffahrunfällen trägt im Regelfall der auffahrende Hintermann die volle Schuld und den Schaden. Meistens ist es Unaufmerksamkeit, die zur Vollhaftung führt. Es gilt, dass der Abstand so groß sein muss, dass der Hintermann auch noch bei einem plötzlichen Bremsen des Vordermanns sein Fahrzeug vor einem Auffahren zum Stehen bringen kann.

Für Radfahrer gilt nichts anderes. Nach einer Entscheidung des OLG Celle vom 15.1.2004 (Az. 14 U 91/03) war ein Radfahrer mit ca. 30 km/h auf ein gerade anfahrendes Kraftfahrzeug aufgefahren. Hierbei hatte der Radfahrer noch 1 Meter Platz zum Ausweichen zwischen Gosse und Pkw. Der Radfahrer argumentierte vor Gericht, dieser Platz sei nicht ausreichend, der Autofahrer sei verpflichtet gewesen, rechts ausreichend Platz für überholende Radfahrer zu lassen. Die Richter folgten dem nicht: Zum einen sei genug Platz zum Ausweichen vorhanden gewesen, zum anderen existiere in der Straßenverkehrsordnung (StVO) keine Vorschrift, wonach sich ein Autofahrer auf der Straße so einzuordnen habe, dass an der rechten Fahrspur Radfahrer vorbeifahren könnten. Zwar dürften Radfahrer nach § 5 Abs. 8 StVO auf dem rechten Fahrstreifen wartende Fahrzeuge mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht überholen, wenn ausreichender Raum vorhanden sei. Daraus folge aber keinesfalls, dass ein Kraftfahrer entsprechend Platz machen müsse.


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