Vorsicht Kinder!

01.12.03
Kategorie: StVO

LK Nr. 66 4/2003, Münster. Oftmals sind die Fahrradwege und Gehwege nur optisch voneinander abgegrenzt. Die räumliche Nähe birgt eine erhöhte Unfallgefahr, wenn sich Kinder als Fußgänger in diesem Bereich bewegen. Sehr schnell kann hier der Radfahrer als schadensersatzpflichtiger Unfallverursacher vor Gericht stehen. Denn im Verkehrsrecht gilt die allgemeine Verpflichtung zur besonderen Rücksichtnahme auf Kinder im Straßenverkehr (§ 3 Abs. 2a Straßenverkehrsordnung).

Erkennt ein Radfahrer Anhaltspunkte für ein konkret bevorstehendes verkehrswidriges Verhalten eines Kindes in der Nähe seines Fahrbereiches, ist er verpflichtet, sich insbesondere durch die Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft so zu verhalten, dass eine Gefährdung der Kinder ausgeschlossen ist. Die Rechtsprechung ist hier tendenziell großzügig zugunsten der Kinder. Die Anforderungen an die Sorgfalt und Aufmerksamkeit des Radfahrers sind hoch.

Wenn sich eine Gruppe von Kindern in der Nähe des Fahrbereiches bewegen, wird oftmals noch nicht einmal ein konkreter Anhaltspunkt für eine verkehrswidrigen Verhalten gefordert. Hierbei wird davon ausgegangen, dass das Verhalten von Kindern in einer Gruppe nicht berechenbar und daher immer gefahrenträchtig ist. Anders ist die Situation zu beurteilen, wenn ein Kind in naher Begleitung eines Erwachsenen unterwegs ist. In diesem Fall darf der Radfahrer darauf vertrauen, dass der Erwachsene das Kind ordnungsgemäß beaufsichtigt und es sich verkehrsgerecht verhält (Urteil des Kammergerichts Berlin vom 11.7.2003 - 12 U 10154/00).


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